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Die DEUTSCHE AKADEMIE FÜR FERNSEHEN soll in der öffentlichen Diskussion über die Medien und ihre Inhalte zu einer Stimme der Fernsehschaffenden werden und das Bewusstsein für die kreativen und künstlerischen Leistungen derjenigen, die die Fernsehprogramme gestalten, fördern und stärken.

Zweck laut Satzung der DEUTSCHEN AKADEMIE FÜR FERNSEHEN ist die Entwicklung des deutschen Fernsehens als wesentlichen Bestandteil der deutschen Kultur sowie der deutschen Kulturwirtschaft zu fördern und deren Vielfalt zu erhalten, das Gespräch und den Austausch von Ideen und Erfahrungen zwischen den deutschen Fernsehschaffenden insbesondere auch zwischen freiberuflichen und in Sendern festangestellten anzuregen, zu stärken und zu pflegen, den Diskurs zu inhaltlichen und wirtschaftlichen Aspekten des deutschen Fernsehens zu führen.

Dazu werden öffentliche Veranstaltungen zu kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Themen im audiovisuellen Bereich organisiert, Weiterbildungsveranstaltungen für im audiovisuellen Bereich tätige Personen unter Leitung von Mitgliedern des Vereins oder externen Experten durchgeführt, und die Verleihung einer Fernsehauszeichnung, gegebenenfalls mit noch zu bestimmenden Partnern, vorbereitet und durchgeführt.

Die Akademie hat ihren Sitz in Berlin und München. Sie wird allen kreativen Fernsehschaffenden mit langjähriger Erfahrung und besonderer Leistung bei der Herstellung deutscher Fernsehwerke aus den Bereichen Fiction, Non-Fiction, Unterhaltung und Journalismus offen stehen.
Ab 2024 ist der normale Beitragssatz € 180, in Ausnahmefällen ist er reduziert.

Bitte beachten Sie unsere angepassten Mitgliedsbeiträge ab Januar 2024.

Diese entnehmen Sie der aktualisierten Beitragssatzung unter https://daff.tv/wp-content/uploads/2023/09/Beitragsanpassung_Anlage3_MVDAfF_2023_final.pdf

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Empfänger: Deutsche Akademie für Fernsehen e.V.
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Satzung

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2024/2025

2023
5. Dezember 2023

Die Ausgezeichneten 2024/2025

Bildgestaltung

Anne Bolick © Lottermann Fuentes
| Oh Hell, Staffel 2 | MagentaTV, Warner TV Comedy | good friends Filmproduktions GmbH |

Katharina Buehler © Oliver Feist
| Oh Hell, Staffel 2 | MagentaTV, Warner TV Comedy | good friends Filmproduktions GmbH |

„Oh Hell“ ist eine Serie, die mutig, innovativ und zugleich zutiefst menschlich ist. Mit ihrer Kameraarbeit haben Anne Bolick und Katharina Bühler die visuelle Erzählkunst neu definiert. Dabei lassen sie die Welt der Hauptfigur Hell mit all ihren Ecken und Kanten, ihrer Verwundbarkeit und Stärke lebendig werden. Sie führen uns als Zuschauer in eine visuelle Erzählwelt, die teils träumerisch und surreal, teils intim und direkt ist – und dabei niemals den Bezug zur Authentizität der Charaktere verliert.

Mit jedem Kameraschwenk, jedem Close-up und jeder Bildkomposition wird die Sichtweise der Protagonistin Hell greifbar. Jede Szene ist durchdacht, und die Kamera wird zum Mittler zwischen Zuschauer und Charakter. In einer Serie, die so stark von inneren Monologen und Gefühlswelten lebt, kreieren Bolick und Bühler ein Bilduniversum, das all dies zugänglich macht – mal humorvoll und leicht, mal tief und bewegend.

Mit großem Feingefühl für das Unsichtbare hinter den Bildern, haben Anne Bolick und Katharina Bühler es geschafft, die Kamera zu einem Werkzeug der Emotion zu machen, das die Zuschauer nicht nur unterhält, sondern tief berührt und inspiriert. – Dazu gratulieren wir Anne Bolick und Katharina Bühler herzlich!

Casting

Liza Stutzky © Elsa van Damke
| Die Zweiflers | ARD Degeto & hr für die ARD | Turbokultur GmbH |

Berti Caminneci 
| Die Zweiflers | ARD Degeto & hr für die ARD | Turbokultur GmbH |

Am Beispiel der kosmopolitischen jüdischen Familie Zweifler wird der Konflikt zwischen Tradition und Moderne tragikomisch und zugleich so skurril erzählt, dass wir ihr gerne folgen. Das komplizierte Familienensemble bilden Aaron Altaras und Saffron Marni Coomber, Sunnyi Melles und Mark Ivanir, Eleanor Reissa und Mike Burstyn, Ute Lemper, Delaila Piasko, Leon Altaras und viele andere, die ihre Rollen mit Eigenwilligkeit und Charisma ausstatten. Mit höchst facettenreicher Darstellungskunst gestalten sie nicht nur ihre Figur, sondern auch die jüdische Identität der Familie insgesamt.

Wie in jeder Familie gibt es Verletzung und Versöhnung, Nähe und Distanz, aber eben auch den Willen zum Zusammenhalt  – was jedes Ensemble-Mitglied in seiner Figur wunderbar zum Ausdruck bringt.

Das macht die Einzigartigkeit dieses Casts von Lisa Stutzky und Berti Caminneci aus. Es braucht äußerst präzise Kenntnis schauspielerischen Gestaltungspotentials, feinen Instinkt für Interaktionen, Leidenschaft und Fleiß um so ein besonderes Ensemble zu kreieren.

Was für eine hervorragende Arbeit! – Herzlichen Glückwunsch, Lisa Stutzky und Berti Caminneci!

Dokumentarfilm

Regina Schilling © Elliott Kreyenberg
| Diese Sendung ist kein Spiel – Die unheimliche Welt des Eduard Zimmermann | ZDF | zero one film GmbH |

Der Dokumentarfilm „Diese Sendung ist kein Spiel“ blickt hinter die Kulissen des ersten „True Crime“-Formats der deutschen Fernsehgeschichte: „Aktenzeichen XY“.

Wie schon in ihrem Film „Kulenkampffs Schuhe“ fragt Regina Schilling subjektiv nach den gesellschaftspolitischen Zusammenhängen und den Intentionen des Machers. Sie zeigt eindrücklich wie Eduard Zimmermann die bürgerlichen Wohnzimmer und kindlichen Seelenlandschaften heimsuchte und wie dies bis Heute nachwirkt.

Regina Schilling hat ihr hervorragend recherchiertes Archivmaterial so klug kombiniert, dass die Gefühlswelten der damaligen Betrachter nachvollziehbar werden. Blicke durch halbgeöffnete Türen, das wohlige Gruseln biederer Duchschnittsfamilien. Das behütete Deutschland entdeckt, dass es nicht nur ein Volk von Tätern ist – sondern wie es ist, Opfer zu sein.

Der Film ist mehr als eine intellektuelle Beweisführung, er packt die Zuschauenden auch emotional. Was Regina Schilling an Beispielen für frauenfeindliche Geschlechterrollen, Homophobie und billiger Schwarz-Weiß-Malerei aus mehreren hundert „XY“-Ausgaben destilliert, enthüllt auf erschreckende Weise eine hegemoniale Männlichkeit. Durch seine sich behutsam vorantastende Dramaturgie gewinnt dieses autobiografische Essay eine enorme Stärke.

Herzliche Gratulation, Regina Schilling!

Danke an:

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Drehbuch

David Hadda 
| Die Zweiflers | ARD Degeto & hr für die ARD | Turbokultur GmbH |

Juri Sternburg
| Die Zweiflers | ARD Degeto & hr für die ARD | Turbokultur GmbH |

Sarah Hadda
| Die Zweiflers | ARD Degeto & hr für die ARD | Turbokultur GmbH |

Symcha Zweifler bleibt. 1945, nach dem Untergang alles Menschlichen in Deutschland, hat er in Frankfurt das Delikatessen-Imperium der jüdischen Familie wieder aufgebaut. Die Moral lag ausgezählt am Boden und wer wollte es ausgerechnet Symcha verdenken, damals alles getan zu haben, um wieder auf die Beine zu kommen? Das rächt sich heute, als Symcha das Unternehmen verkaufen will…

Sarah Hadda, David Hadda und Juri Sternburg erzählen das Drama um die Familie Zweifler mit fröhlicher Chuzpe, weisem Humor, viel Liebe für ihre Figuren und einer erfrischenden Unbedarftheit, die es ihnen erlaubt, alle aktuellen gesellschaftlichen Tabus in Sachen jüdisch-deutscher Beziehungen zumindest einmal zu streifen. Die Zuschauer:Innen werden dabei konstruktiv mit ihren Bedenken alleine gelassen und vor allem immer wieder mit Situationen konfrontiert, die sie vor die schwierige Entscheidung stellen, ob man hier denn – vor allem als Deutscher – lachen darf. Zum Beispiel wenn jüdische Tradition anhand der Herstellung von koscheren Würsten erläutert wird.

Am Ende entlassen die Autor:Innen uns in einen melancholischen Optimismus, dass von allem, was für immer unwiederbringlich verloren ist und vernichtet wurde, dieser weise Humor – selbst dem schwersten aller Schicksale nicht zu erlauben die Kontrolle über das zu erlangen, was einen als Menschen ausmacht – vielleicht eines Tages auch in unserem Land eine Wiederauferstehung erlebt.

Eine großartige Drehbucharbeit!

Fernseh-Journalismus

Jonas & David von Simplicissimus
| Putins Bären – Die gefährlichsten Hacker der Welt | ARD | SWR, funk |

Mit sehr viel Kreativität, einer starken Recherche und einer außergewöhnlichen Erzählhaltung erzählt „Putins Bären“ die Geschichte vom größten Hackerangriff auf den Bundestag im Jahr 2015 und wie die russischen Hacker auch weltweit agieren und damit unsere freiheitlich-demokratischen Grundordnungen zu manipulieren versuchen.

Den Autoren gelingt es, das schwierige Thema Hacking verständlich, kreativ und dabei höchst informativ umzusetzen. Die Geschichte beginnt mit einer vermeintlich kaputten Tastatur in einem Büro Unter den Linden und entwickelt sich zu einem packenden Thriller, den man nicht mehr ausschalten kann, wohl wissend, dass dies eine wahre Geschichte mit echten Protagonisten mitten aus unserem aktuellen Leben ist.

Jede Szene, ob grafisch erzählt oder mit der Kamera eingefangen, lebt von der Liebe zum Detail, sowohl bildlich als auch erzählerisch – ohne dabei die Fakten der hervorragenden journalistischen Rechercheleistung zu übermalen. Die Autoren entmystifizieren schonungslos und mit einer Prise Sarkasmus die russischen Hacker und machen dabei deutlich: Unsere Wahlen und Demokratien sind verletzbar – aber wir können uns vor Angriffen von außen schützen.

Dazu gratulieren wir herzlich!

Fernseh-Unterhaltung

Sarah Bosetti (Buch/Moderation)
| Bosetti Late Night | 3sat, ZDF | Turbokultur GmbH |

Frank Hof (Regisseur)
| Bosetti Late Night | 3sat, ZDF | Turbokultur GmbH |

Nils Paulerberg (Redaktion)
| Bosetti Late Night | 3sat, ZDF | Turbokultur GmbH |

Christian Schier (Redaktion)
| Bosetti Late Night | 3sat, ZDF | Turbokultur GmbH |

Manuel Lorenz (Executive Producer)
| Bosetti Late Night | 3sat, ZDF | Turbokultur GmbH |

Martin Danisch (Produzent) © Paulina Hildesheim
| Bosetti Late Night | 3sat, ZDF | Turbokultur GmbH |

Seit Oktober letzten Jahres gelingt der Ausnahmekünstlerin Sarah Bosetti die erfrischend authentische Neuerfindung des Genres „Late Night“. Meinungsstark, intensiv, manchmal schmerzhaft ehrlich und doch zugleich stets überaus unterhaltsam beweist Bosetti in jeder Episode Mut zu Substanz und echter satirischer Auseinandersetzung. Dabei verzichtet sie dankenswerterweise auf die bewährten, schnell-schnöden Lacher, evozierende Kalauer oder das gängige Plattitüden-Pro-und-Contra-Potpourri.

Kluge Einspieler paaren sich mit lustig-lehrreichen, aber nie belehren wollenden Stand-Up-Monologen. Pointierte Momentaufnahmen zur politischen Lage gehen mühelos Hand in Hand mit detaillierten, bestechend tiefgründigen Gesprächsrunden. Und alles zusammen hält eine ehrlich warmherzige und doch kritische Sarah Bosetti, der der Spagat zwischen eloquenter Fakten-, aber auch Wertevermittlung und zugleich der satirischen Auseinandersetzung mit diesen komplexen Inhalten erstaunlich leichtfüßig und unangestrengt gelingt.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser hervorragenden Leistung!

Danke an:

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Filmschnitt

Renata Salazar Ivancan
| Liebes Kind | Netflix | Constantin Television GmbH |

Christoph Cepok
| Liebes Kind | Netflix | Constantin Television GmbH |

Zusammen mit ihrer schwerverletzten Mutter kommt Hannah ins Krankenhaus. Sie sitzt im Schwestern-Zimmer. Mit ernstem Blick schaut sie uns unverwandt an. Dann sagt sie lautlos: „Ich hab mir alles genau gemerkt. Ich hab alles richtig gemacht.“

Das kann man auch von den beiden Editor*innen Renata Salazar Ivancan und Christoph Cepok sagen. Mit großem Einfühlungsvermögen verstärken sie durch ihren Schnitt die herausragenden Leistungen der Schauspieler*innen. Sie geben ihnen und uns Zeit und Raum, ihnen nahe zu sein, in sie hineinzuspüren, mit ihnen mitzuleiden. Wir schauen in die Abgründe der Protagonisten, die sich auftun und sie als gebrochene Charaktere zeichnen.

Die durch die elliptische Erzählweise entstandenen Auslassungen werden nach und nach nachgereicht. So wird Schicht um Schicht das Vergangene frei gelegt, die Verstrickungen, die Verzweiflungen, Verfehlungen und das Versagen treten ans Licht.

Renata Salazar Ivancan und Christoph Cepok ist es gelungen, durch ihre nicht auf Effekte ausgelegte Montage dieser starken, verstörenden Geschichte eine besondere Tiefe zu verleihen.

Dazu gratulieren wir herzlich!

Kostümbild

Alfred Mayerhofer © Jan Frankl
| Kafka | ARD, ORF | Superfilm Filmproduktions GmbH |

Die Miniserie „Kafka“ ist ein bemerkenswertes Projekt des öffentlich rechtlichen Rundfunks. Sie eröffnet einen Blick auf Kafka und sein erstaunliches Werk mit fließenden Übergängen zwischen Realität und Fiktion. In Teilen erinnert sie an Inszenierungen im Brechtschen Sinne und wird damit dem Werk Kafkas mehr als gerecht.

Die Kostüme leben in diesen universalen Bildern, Schattenspielen gleich und lassen diese Welt mit ihren Silhouetten erstrahlen. Mayerhofers Kostümbild trägt die Geschichte durch Höhen und Tiefen mit Humor und Steifheit. Joel Basmann kann in seinen Anzug hineinwachsen und unbeholfen und gemächlich älter werden. Sowohl die Darsteller als auch die Komparserie verschmelzen im Kostüm symbiotisch mit den Charakteren und der Zeitgeschichte.

Eine exzellent gestaltete Atmosphäre durch perfektes Kostüm und Szenenbild. Großartige Szenen wie die der „Verwandlung“ – grauer Puder auf den Kostümen – tragen unter anderem zur Stimmung einer zerbröselnden Welt bei.

Ein in allen Bereichen – leider selten dargebotenes – großartiges Fernsehereignis!

Wir gratulieren herzlich, Alfred Meyerhofer!

Maskenbild

Jens Bartram
| Disko 76 | RTL+ | Ufa Fiction GmbH |

Francis Jadoul
| Disko 76 | RTL+ | Ufa Fiction GmbH |

Anne-Marie Walther © Sandra Hermsdorf
| Disko 76 | RTL+ | Ufa Fiction GmbH |

Katja Schulze
| Disko 76 | RTL+ | Ufa Fiction GmbH |

In „Disko Bochum“ nutzen Jens Bartram , Katja Schulze und Anne-Marie Walther die Chance und gestalten im Maskenbild die 70er Jahre in ihrer feinsten Form, realistisch, ohne viel Glitter oder Überzeichnungen, aber mit schönen Ideen. Als Publikum kommt man in der ein oder anderen Szene ins Schmunzeln, weil diese wahrhaft blumige Zeit auch und nicht zuletzt durchs Maskenbild so präsent in Erinnerung gerufen wird. Ob Koteletten, Rundschnitt oder Herren-Dauerwelle – alles findet sich wohl dosiert wieder.

Besonders positiv fiel der Nominierungskommission die Gestaltung der modernen jungen Frauen auf. Sie stehen in einem prägnanten Kontrast zu den älteren Frauenfiguren, die sich optisch eher zurücknehmen. Und auch damit wird die Zeit und ihre gesellschaftliche Entwicklung wunderbar in Szene gesetzt. Jede Figur bekommt eine eigene prägnante historische Silhouette, ohne sich zu wiederholen. Wir haben gern in die „Röhre“ geguckt und verneigen uns vor dieser sehr guten Arbeit!

Gratulation!

Danke an:

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Musik

Petja Virikko
| Die Zweiflers | ARD Degeto & hr für die ARD | Turbokultur GmbH |

Marko Nyberg
| Die Zweiflers | ARD Degeto & hr für die ARD | Turbokultur GmbH |

Petja Virikko und Marko Nyberg ist es auf beeindruckende Weise gelungen, einen Soundtrack zwischen pointierter Komödie und emotionalem Drama zu schaffen.

Farbenreich wie das Leben, in der Spannung von Moderne und Tradition, zwischen Religion und Humor, zwischen kultureller Identität und Lebensfreude, zwischen Genuss und den Abgründen der Vergangenheit lassen die Komponisten Bild und Musik in herausragender Weise verschmelzen.

Dieser Soundtrack ist mehr als überzeugend. – Herzliche Gratulation, Petja Virikko und Marko Nyberg !

Produzent:in

David Hadda
| Die Zweiflers | ARD Degeto & hr für die ARD | Turbokultur GmbH |

Martin Danisch © Paulina Hildesheim
| Die Zweiflers | ARD Degeto & hr für die ARD | Turbokultur GmbH |

„Die Zweiflers“ ist eine der ungewöhnlichsten Serien, die es in diesem Jahr in die ARD Mediathek geschafft haben. Das geht schon los mit den Untertiteln, denn die deutsch-jiddisch-englischen Dialoge sind nicht synchronisiert. Das haben die Produzenten durchgesetzt. Es geht weiter mit einem Bild jüdisch-deutschen Alltags, wie er sonst eher mal in Komödien liebevoll karikiert oder am besten gar nicht so ausdrücklich beschrieben wird.

Hier gelingt den Produzenten eine Familienserie, die universell deutsch ist und alle zeithistorischen Echos mit einbezieht. Neben der guten Story um die Familiendynastie mit Delikatessengeschäft im Frankfurter Bahnhofsviertel, also einem Drehbuch, das der Produzent David Hadda zusammen mit Juri Sternburg und Sarah Hadda geschrieben hat, stimmt auch alles andere. Eine Kamera, die sogar das Bahnhofsviertel reizvoll verrucht erscheinen lässt, eine Besetzung, die oft überrascht mit zum Teil unbekannten Gesichtern, genauso wie Musik, Kostüm, Szenenbild, alles – und vor allem die Auswahl der beiden Regisseurinnen.

David Hadda und Martin Danisch ist mit „Die Zweiflers“ eine Serie gelungen, die angesichts all der Ungewöhnlichkeiten auch leicht hätte scheitern können. Stattdessen lebt sie nicht nur in der Mediathek sondern auch bei den zahlreichen Preisvergaben ein turbulentes Leben. Zu Recht. Und dazu gratulieren wir!

Redaktion/Producing/Dramaturgie

Søren Schumann
| Capital B – Wem gehört Berlin? | arte, rbb, WDR | Port au Prince Film & Kultur Produktion GmbH, Fruitmarket Kultur und Medien GmbH |

Rolf Bergmann (Redaktion)
| Capital B – Wem gehört Berlin? | arte, rbb, WDR | Port au Prince Film & Kultur Produktion GmbH, Fruitmarket Kultur und Medien GmbH |

Barbara Schmitz (Redaktion)
| Capital B – Wem gehört Berlin? | arte, rbb, WDR | Port au Prince Film & Kultur Produktion GmbH, Fruitmarket Kultur und Medien GmbH |

„Capital B – Wem gehört Berlin“ überzeugt durch eine herausragende dramaturgische Gestaltung, die komplexe gesellschaftliche und wirtschaftliche Themen aufgreift und für ein breites Publikum verständlich macht. Das Producing zeichnet sich durch akribische Recherche, eine stringente Erzählweise und die gelungene Verknüpfung von Einzelschicksalen mit systemischen Zusammenhängen aus. Mit einem modernen Storytelling und einer klugen visuellen Umsetzung wird der Zuschauer emotional und intellektuell gleichermaßen angesprochen.

Das Format setzt Maßstäbe in der Aufbereitung eines relevanten Themas und schafft es, die Diskussion um Eigentum, soziale Gerechtigkeit und Stadtentwicklung eindringlich zu gestalten.

Dazu unseren herzlichen Glückwunsch!

Danke an:

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Regie

Anja Marquardt © Elliott Kreyenberg
| Die Zweiflers | ARD Degeto & hr für die ARD | Turbokultur GmbH |

Clara Zoë My-Linh von Arnim © René Fitzek HR
| Die Zweiflers | ARD Degeto & hr für die ARD | Turbokultur GmbH |

Die Regisseurinnen Anja Marquardt und Clara Zoë My-Linh von Arnim haben diese herausragende Serie von Showrunner David Hadda, durch ihre visionäre und präzise Regie-Handschrift maßgeblich mitgeprägt. Die Schauspielführung der Regie zeichnet sich durch hohe Intuition und starke Nähe zu den dreidimensionalen Figuren aus, ohne den Sinn für hochwertigen Look und emotionale Bilder zu verlieren. Jedes Detail der Inszenierung ist sorgsam durchdacht und gezielt platziert – seien es pointierter Humor, große Gefühle, das toll besetzte Ensemble, die detail-orientierte Gestaltung von Set Design und Kostüm oder der ungewöhnliche Score – es wirkt alles so herrlich „nebenbei“ und lässt uns weinen, lachen … auch wenn das Lachen gelegentlich im Hals stecken bleibt.

Endlich werden Konflikte unserer Zeit stilsicher und mit Leichtigkeit inszeniert und treffen uns doch – und vielleicht gerade umso mehr ins Herz.

Das ist eine herausragende Leistung! Herzliche Gratulation, Anja Marquardt und Clara Zoë My-Linh von Arnim!

Schauspieler Hauptrolle

Thorsten Merten
| Nackt über Berlin | SWR, arte | Studio.TV.Film GmbH, Sehr gute Filme GmbH |

Thorsten Merten findet sich in seiner Rolle des leicht narzisstischen Schuldirektors Lamprecht – der aus ganz egozentrischen Gründen im wahrsten Sinne des Wortes auch über Leichen geht – eingeschlossen und gefoltert im Smart Home wieder. Ein Charakter im Ausnahmezustand.

Thorsten Merten macht das brillant, spielt die komplette Palette: Den betrunkenen Vollproll, den dominanten Kontrollfreak, den Choleriker, den opportunistischen Charmeur, die Wut, Verzweiflung, Hoffnung, Reue, Demut des Inhaftierten im Überlebensmodus. Alles in ein und derselben Rolle, rauf und runter, dass einem beim Zuschauen ganz schwindlig wird. Er spielt buchstäblich um sein Leben, nicht nur in seiner Rolle – auch als Schauspieler.

Eine Figur am Rande des Wahnsinns oder auch einfach nur ein wahnsinnig guter Schauspieler!

Herzlichen Glückwunsch, Thorsten Merten!

Schauspieler Nebenrolle

Alessandro Schuster © Pascal Haas
| Was wir fürchten | ZDFneo | Bavaria Fiction GmbH |

Wir würdigen Alessandro Schuster, einen jungen Schauspieler, der mit außergewöhnlichem Talent und großer emotionaler Tiefe beeindruckt in seiner herausragenden Darstellung des Leon in der Serie „Was wir fürchten“.

Hier zeigt Alessandro Schuster nicht nur die Komplexität eines jungen Mannes, der mit inneren Konflikten und äußeren Erwartungen kämpft, sondern auch die Zerbrechlichkeit und Kraft eines Charakters, der uns durch seine Nahbarkeit fasziniert.

Ihn zeichnet besonders die Fähigkeit aus, Emotionen ohne Worte zu transportieren. Ein kurzer Blick, ein zögerndes Lächeln oder die Stille zwischen den Dialogen. Er erschafft durch sein Spiel einen Raum für Transparenz, die eine gesamte Welt innerer Kämpfe sichtbar macht. Seine Darstellung ist ehrlich, authentisch und von einer Tiefe geprägt, die einer  DAfFNE-Auszeichnung würdig ist.

Herzlichen Glückwunsch!

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Schauspielerin Hauptrolle

Kim Riedle © Jeanne Degraa
| Liebes Kind | Netflix | Constantin Television GmbH |

Laura Tonke © Louis Roth
| Sexuell verfügbar | ARD Degeto für die ARD | Majestic Filmproduktion GmbH, Dor Film Produktionsgesellschaft m.b.H., VIAFILM GmbH & Co. KG |

Kim Riedle spielt in der sechs-teiligen Thriller-Miniserie „Liebes Kind“ die Gefangene eines Psychopathen absolut überzeugend, transparent, in jeder Sequenz authentisch und außergewöhnlich glaubhaft.

Ihre schauspielerische Leistung in dieser anspruchsvollen, schwierigen Opferrolle hat eine Tiefe, die in die Abgründe der Figur blicken lassen und die Zuschauenden bis zum letzten Moment in Atem hält. Ein großartiges, intensives Spiel, dem allein wegen der immensen Kraft der Protagonistin besondere Wertschätzung gebührt.

„Wir ziehen unseren Hut.“ – Herzlichen Glückwunsch, Kim Riedle

Laura Tonke spielt Miki Walter, eine alleinerziehende Mutter, die sich mitten in einem Sorgerechtsstreit mit ihrem Exmann befindet. Ein flüchtiges Online-Date zeigt sie wegen Vergewaltigung an. In Wahrheit hat sie ihn auf seinen eigenen Wunsch hin mit einem Umschnalldildo penetriert.

Ihr freies und unkonventionelles Leben gerät nun vollkommen aus den Fugen. Aus dem Ehekäfig und tausend Zuschreibungen als Frau befreit, droht ihr nun der echte Knast. – Laura Tonke bewegt ihre Figur Miki im Auge ihres persönlichen Tornados mit einer Trockenheit und Lakonie durch alle Anfechtungen und Anfeindungen, dass man nur niederknien kann. Sie zeichnet ihre Figur als komplexe, nach Halt suchende Person, die sich ständig gegen Konventionen und Rollenbilder wehrt und dabei im Grunde genau das für sich reklamiert, was Männer seit Jahrhunderten ungebremst ausleben: Sexuelle Freiheit, berufliche und finanzielle Unabhängigkeit und trotzdem Elternschaft.

Ist bereits die Geschichte und die unberechenbare, allen Genre-Mustern einen Stinkefinger zeigende Inszenierung ein Knüller, so ist Laura Tonkes ebenso unkonventionelles Spiel eine kleine Sensation. Die Purheit ihres Spiels, so klar, offen und direkt, mit der sie das Erstaunen, die Fassungslosigkeit und das Entsetzten ihrer Figur zeichnet, entlarvt alle überholten, bürgerlichen Zuschreibungen für Frauen auf humorigste und überraschende Art und Weise.

Chapeau, Laura Tonke!

Schauspielerin Nebenrolle

Luise Heyer © Vero Bielinski
| Sörensen fängt Feuer | NDR für ARD | Claussen+Putz Filmproduktion GmbH |

Eine großartige Leistung von Luise Heyer, die es schafft, in nur wenigen Auftritten der scheinbar makellosen Fassade ihrer Figur zuerst kleine Risse zu verpassen und schließlich das ganze Haus zum Einstürzen zu bringen. Sie glänzt durch hochgradig glaubwürdiges Spiel, großartiges Timing und die Kunst, Spannungsbögen ganz wunderbar aufzubauen. Dies macht sie ganz unaufgeregt, ja fast beiläufig. Eine Kollegin mit großer Wandelbarkeit! – In der Inszenierung zwischen künstlerischer Überhöhung und Naturalismus fühlt sie sich sichtlich wohl. Eine wirklich preiswürdige Leistung!

Herzlichen Glückwunsch, Luise Heyer!

Stunt

Rainer Werner & Team © Kenneth McGinley
| Kleo Staffel 2 | Netflix | Zeitsprung Pictures GmbH |

Wenn Rezensenten eine Serie mit Action-Comedy-Drama bezeichnen, dann haben die Stunts der Serie „Kleo, 2. Staffel“ ihre Wirkung voll entfaltet.

In einer Welt, die von Hindernissen geprägt ist, konnten Rainer Werner und sein Team in Verfolgungsjagden und spannenden Kämpfen den unverwechselbaren Kleo-Humor gut vermitteln. Die Stunt-Szenen und -Choreografien sind schräg und witzig, und sie steigern die Herausforderungen, denen sich die Protagonisten gegenübersehen.

Ein besonderes Highlight ist die Verfolgungsjagd mit dem Motorrad, die wunderbar zur Charakterisierung der Titelfigur Kleo beiträgt.

Einen Glückwunsch an die Stunt-Spezialisten Rainer Werner und sein Team, die zur Qualität dieser Serie maßgeblich beigetragen haben!

Danke an:

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Szenenbild

Szenenbild_ Die Zweiflers_Merle-Vorwald_

Merle Vorwald
| Die Zweiflers | ARD Degeto & hr für die ARD | Turbokultur GmbH |

Diese Serie begeistert, inhaltlich wie visuell. Merle Vorwald nimmt uns mit in die faszinierende Welt einer jüdischen Großfamilie und deren Umfeld in Frankfurt. So einzigartig, spannend, bunt und schrill das ist, die erzählte Welt behält ihre Glaubwürdigkeit. Die Szenerie verführt und bezaubert und bleibt doch auf dem Boden der Realität. Die Bilder tragen in die Geschichte und verströmen dabei ein wohltuend internationales Flair.

Merle Vorwalds tiefgründige Arbeit ebnet den Weg für einen mühelosen Zugang zu den anspruchsvollen und tief zwischen verschiedenen Weltanschauungen zerrissenen Charakteren. Hier wurde im besten Sinne psychologisch gearbeitet.  Chapeau für dieses visuelle und inhaltliche Geschenk, das zeigt, was für einen wichtigen Anteil Szenenbild an dem Zusammenspiel aller Gewerke hat.

Herzlichen Glückwunsch, Merle Vorwald!

Tongestaltung

Urs Krueger (Settonmeister) © Urs Krueger
Sörensen fängt Feuer | NDR für ARD | Claussen+Putz Filmproduktion GmbH |

Kai Storck (Sound Design)
Sörensen fängt Feuer | NDR für ARD | Claussen+Putz Filmproduktion GmbH |

Tobias Fleig (Mischtonmeister) © Marc Lutz
Sörensen fängt Feuer | NDR für ARD | Claussen+Putz Filmproduktion GmbH |

Das Team um Urs Krüger (Originalton), Kai Storck (Sound Design) und Tobias Fleig (Mischung) kreiert eine Tonebene, die Raum für Zwischentöne schafft und die Zuschauer*innen in die Weite der Handlungsorte in Nordfriesland eintauchen lässt.

Die hervorragende Sprachverständlichkeit über Bewegungen, Raumwechsel und Intentionsänderungen hinweg lässt das Spiel fließend erscheinen und ermöglicht eine differenzierte sowie vielschichtige Darstellung der Figuren.

Besonders in leisen Dialogen glänzt die Tongestaltung durch eine technisch saubere Qualität, die alle Farben der Stimmen abbildet und so einen akustischen Raum für die Beziehung der Figuren zueinander erschafft. Dadurch entsteht eine intelligente Komik im Dialog, die der düsteren Thematik des Films eine menschliche Farbe verleiht.

Diese Tongestaltung wirkt ehrlich, gleichzeitig reduziert und lässt die Zuschauer*innen in die Wirklichkeit der Figuren in Nordfriesland eintauchen, ganz im Sinne des nordischen Handlungsortes. Die große Glaubwürdigkeit macht den Charme dieser hervorragenden Tongestaltung aus. Geräusche und Atmosphären vermitteln die Feuchtigkeit in der Luft, das Wasser in den Schuhen und den Nebel über der weiten Landschaft.

So macht ein Krimi im Norden Spaß. – Wir gratulieren!

Danke an:

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VFX/Animation

Michael Sieber
| Neue Geschichten vom Pumuckl | RTL+ | NEUESUPER GmbH |

Mathias Schreck
| Neue Geschichten vom Pumuckl | RTL+ | NEUESUPER GmbH |

Michael Hockey
| Neue Geschichten vom Pumuckl | RTL+ | NEUESUPER GmbH |

Nadine Schwenk
| Neue Geschichten vom Pumuckl | RTL+ | NEUESUPER GmbH |

Berter Orpak
| Neue Geschichten vom Pumuckl | RTL+ | NEUESUPER GmbH |

Die Serie „Neue Geschichten vom Pumuckl“ schafft es, den Charme der Originalserie in neuen Geschichten aufleben zu lassen.

Dies gelingt vor allem durch die visuelle Interpretation von Pumuckl und seiner Umgebung. Mittels einer Kombination aus 2D- und 3D-Animationtechniken wird eine faszinierende Ästhetik geschaffen, die Jung und Alt in ihren Bann zieht.

Der schelmische Kobold Pumuckl wird mit lebendigen Farben und dynamischen Bewegungen zum Leben erweckt, was die emotionale Tiefe und den Humor der Geschichten unterstreicht.

Es ist den Animations- und VFX Spezialisten hervorragend gelungen, einen digitalen Charakter zu erschaffen, dessen Abenteuer eine fesselnde und unterhaltsame Erfahrung bieten, die sowohl Kinder als auch Erwachsene anspricht und den Charme der Originalserie auf moderne Weise neu interpretiert.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser gelungenen „Wiederbelebung“!

Die Nominierten

 

Kategorie: Bildgestaltung

JULIA JALNASOW für: „BOOM BOOM BRUNO“

Mit ihrer brillianten Kameraarbeit in sechs Folgen von „Boom Boom Bruno“ hat Julia Jalnasow uns alle begeistert und berührt. – Sie hat mit außergewöhnlichem Talent nicht nur einen visuellen Stil geschaffen, sondern eine Atmosphäre, die das Herz und die Seele dieser Serie auf eindrucksvolle Weise einfängt.

In jeder Szene beweist sie ein Gespür für das Tempo und den Rhythmus, die diesen Geschichten Leben einhauchen. Ihre Bilder fangen nicht nur das Geschehen ein, sondern lassen uns als Zuschauer in die komplexe Welt der Charaktere eintauchen.

Julia Jalnasows Kameraarbeit ist ein Meisterwerk des Kontrasts: Sie wechselt geschickt zwischen kraftvollen, intensiven Action-Sequenzen und feinfühligen, berührenden Momenten, die das Innenleben der Figuren enthüllen. Ihre Bildkompositionen sind stets mit großer Sorgfalt gezeichnet – die Farbgebung, die Lichtführung, die Wahl der Perspektiven und die Kameraeinstellungen sind immer präzise, durchdacht und stets voller Ausdruckskraft.

Julia Jalnasow gelingt es, mit ihrer Kamera eine Brücke zu schlagen zwischen der rauen Welt des „Boom Boom Bruno“ und der Verletzlichkeit der Serien-Figuren. Sie lässt die Zuschauer nicht nur sehen, sondern auch die Spannung, die innere Zerrissenheit und die kleinen, oft ungesagten Emotionen spüren,   die die Charaktere antreiben. Diese Kameraarbeit ist mehr als nur Technik; sie ist das Herz der Serie und haucht der Geschichte Tiefe und Intensität ein.

Julia Jalnasows  Kameraarbeit in „Boom Boom Bruno“ ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie die richtige Bildsprache eine Serie prägen und bereichern kann. Vielen Dank, Julia Jalnasow, für dieses eindrucksvolle Werk.


PHILIPP SICHLER für: „DIE MUTIGEN 56“

Das Doku-Drama „Die Mutigen 56“ erzählt die Geschichte von Menschen, die nicht einfach nur passiv Beobachter ihrer Umstände sind, sondern mutig für ihre Überzeugungen einstehen. Philipp Sichler gelingt es mit seiner Kameraarbeit auf bemerkenswerte Weise, die inneren und äußeren Kämpfe dieser 56 Menschen nicht nur sichtbar, sondern geradezu fühlbar zu machen. Er schafft Bilder, die weit über das bloße Abbilden hinausgehen und die Essenz dieser mutigen Persönlichkeiten erfassen.

Die Kamera wird in Sichlers Händen zu einem stillen, respektvollen Beobachter. Sie folgt den Protagonisten mit einer Unaufdringlichkeit und Sensibilität, die uns als Zuschauer einlädt, nah heranzukommen, ohne je aufdringlich zu wirken. Philip Sichler besitzt das seltene Talent, eine Verbindung zwischen Bildsprache und Emotion herzustellen, die das Unsichtbare sichtbar macht. Seine Bilder sind kraftvoll und intim zugleich – sie lassen uns die Tiefe der Geschichten spüren, die Schwere der Entscheidungen und den ungebrochenen Willen dieser Menschen.

Was Philipp Sichler in „Die Mutigen 56“ geschaffen hat, ist weit mehr als nur eine filmische Chronik. – Herzlichen Glückwunsch zu diesem wundervollen Film.


ANNE BOLICK und KATHARINA BÜHLER für: „OH HELL“, STAFFEL2

„Oh Hell“ ist eine Serie, die mutig, innovativ und zugleich zutiefst menschlich ist. Mit ihrer Kameraarbeit haben Anne Bolick und Katharina Bühler die visuelle Erzählkunst neu definiert. Dabei lassen sie die Welt der Hauptfigur Hell mit all ihren Ecken und Kanten, ihrer Verwundbarkeit und Stärke lebendig werden. Sie führen uns als Zuschauer in eine visuelle Erzählwelt, die teils träumerisch und surreal, teils intim und direkt ist – und dabei niemals den Bezug zur Authentizität der Charaktere verliert.

Mit jedem Kameraschwenk, jedem Close-up und jeder Bildkomposition wird die Sichtweise der Protagonistin Hell greifbar. Jede Szene ist durchdacht, und die Kamera wird zum Mittler zwischen Zuschauer und Charakter. In einer Serie, die so stark von inneren Monologen und Gefühlswelten lebt, kreieren Bolick und Bühler ein Bilduniversum, das all dies zugänglich macht – mal humorvoll und leicht, mal tief und bewegend.

Mit großem Feingefühl für das Unsichtbare hinter den Bildern, haben Anne Bolick und Katharina Bühler es geschafft, die Kamera zu einem Werkzeug der Emotion zu machen, das die Zuschauer nicht nur unterhält, sondern tief berührt und inspiriert. – Dazu gratulieren wir Anne Bolick und Katharina Bühler herzlich!

STEFANY POHLMANN für: BOOM BOOM BRUNO

Es ist einfach herrlich, diese erfrischende und unkonventionelle Miniserie zu schauen. Sie funktioniert deshalb  so gut, weil die Protagonisten brillant besetzt sind. Da ist der ruppige, rotzige und auch etwas schmuddelige BRUNO, Ben Becker, und sein Kollege, der feingliedrige, sensible MARC, Vincent zur Linden. Einfach auf den Punkt gecastet!

Diesem Doppel folgt man gerne und beobachtet gespannt und gleichzeitig genussvoll ihre langsame Annäherung. Auch die Besetzung der anderen Rollen von Pierre Sanoussi-Bliss, Sabrina Ceesay über Anton Rubtsov bis hin zu Alessija Lause ist eine fabelhafte Casting-Leistung von Stefany Pohlmann.

Sie hat ein wunderbar untypisch‚ ‚deutsches‘ Ensemble zusammengebracht, in dem ein großartiger Ben Becker glänzen kann. – Dafür herzlichen Glückwunsch! Tolle Arbeit liebe Steffi!!

 

LISA STUTZKY und BERTI CAMINNECI für: „DIE ZWEIFLERS“

Am Beispiel der kosmopolitischen jüdischen Familie Zweifler wird der Konflikt zwischen Tradition und Moderne tragikomisch und zugleich so skurril erzählt, dass wir ihr gerne folgen. Das komplizierte Familienensemble bilden Aaron Altaras und Saffron Marni Coomber, Sunnyi Melles und Mark Ivanir, Eleanor Reissa und Mike Burstyn, Ute Lemper, Delaila Piasko, Leon Altaras und viele andere, die ihre Rollen mit Eigenwilligkeit und Charisma ausstatten. Mit höchst facettenreicher Darstellungskunst gestalten sie nicht nur ihre Figur, sondern auch die jüdische Identität der Familie insgesamt.

Wie in jeder Familie gibt es Verletzung und Versöhnung, Nähe und Distanz, aber eben auch den Willen zum Zusammenhalt  – was jedes Ensemble-Mitglied in seiner Figur wunderbar zum Ausdruck bringt.

Das macht die Einzigartigkeit dieses Casts von Lisa Stutzky und Berti Caminneci aus. Es braucht äußerst präzise Kenntnis schauspielerischen Gestaltungspotentials, feinen Instinkt für Interaktionen, Leidenschaft und Fleiß um so ein besonderes Ensemble zu kreieren.

Was für eine hervorragende Arbeit! – Herzlichen Glückwunsch, Lisa Stutzky und Berti Caminneci!

 

EVA ROTH für KAFKA

Sprache und Wirklichkeit bei Kafka. Kann die Bildsprache, kann das Schauspiel diesen Abgrund von Sprache und Wirklichkeit überbrücken? – Das war die Frage, der sich die Casterin Eva Roth und Regisseur David Schalko, stellen mussten.

Kafka musste schreiben – Kafka schrieb sozusagen um sein Leben. Er war ganz Literatur – und sonst nichts.

EINE Quelle des Schreibens ist die Verwandlung, ein ANDERER sein zu dürfen – wenigstens probeweise. In diese Öffnung schlüpften die Schauspieler, Joel Basman als Kafka, David Kross als Kafkas bester Freund Max Brod, und Nikolaus Ofczarek, der den übermächtigen Vater spielt. Hervorragend besetzt sind auch die drei Schwestern Kafkas …die, in der Realität, von den Nazis ermordet wurden.

Das Unzulängliche, hier wird’s Ereignis. Das Unmögliche mit Schauspielern zu versuchen, hier ist’s getan.

Metamorphosen des Seelenlebens zu spielen, das ist das Geschäft der Schauspieler. Mehr kann Fernsehen für Kafka – wirklich nicht leisten. –  Gratulation an die Casterin Eva Roth!

 

… Allerdings soll man in letzter Zeit auf dem Neuen Jüdischen Friedhof in Prag, nächtens, immer wieder ein seltsames Kichern ungeklärter Herkunft, gehört haben, das aus der Nähe von Kafkas Grabstätte zu kommen schien…

REGINA SCHILLING für: „DIESE SENDUNG IST KEIN SPIEL – DIE UNHEIMLICHE WELT DES EDUARD ZIMMERMANN“

Der Dokumentarfilm „Diese Sendung ist kein Spiel“ blickt hinter die Kulissen des ersten „True Crime“-Formats der deutschen Fernsehgeschichte: „Aktenzeichen XY“.

Wie schon in ihrem Film „Kulenkampffs Schuhe“ fragt Regina Schilling subjektiv nach den gesellschaftspolitischen Zusammenhängen und den Intentionen des Machers. Sie zeigt eindrücklich wie Eduard Zimmermann die bürgerlichen Wohnzimmer und kindlichen Seelenlandschaften heimsuchte und wie dies bis Heute nachwirkt.

Regina Schilling hat ihr hervorragend recherchiertes Archivmaterial so klug kombiniert, dass die Gefühlswelten der damaligen Betrachter nachvollziehbar werden. Blicke durch halbgeöffnete Türen, das wohlige Gruseln biederer Duchschnittsfamilien. Das behütete Deutschland entdeckt, dass es nicht nur ein Volk von Tätern ist – sondern wie es ist, Opfer zu sein.

Der Film ist mehr als eine intellektuelle Beweisführung, er packt die Zuschauenden auch emotional. Was Regina Schilling an Beispielen für frauenfeindliche Geschlechterrollen, Homophobie und billiger Schwarz-Weiß-Malerei aus mehreren hundert „XY“-Ausgaben destilliert, enthüllt auf erschreckende Weise eine hegemoniale Männlichkeit. Durch seine sich behutsam vorantastende Dramaturgie gewinnt dieses autobiografische Essay eine enorme Stärke.

Herzliche Gratulation, Regina Schilling!

 

MATTHÄUS WÖRLE für: GEAMĂNA

Nebelschwaden, bewaldete Hügel, Wolken am Himmel … Matthäus Wörles Dokumentarfilm beginnt mit einer Idylle. Dann plötzlich eine Kirchturmspitze, wie ein mahnender Finger gegen die Wolken erhoben, ortlos. Wo steht die Kirche? Eine alte Frau melkt eine Kuh. Sie lebt in dem rumänischen Dorf Geamăna. Viel Zeit hat sie nicht mehr, bis ihr Haus in giftigem Schlamm versinken wird. Er fließt aus einer nahe gelegenen Kupfermine ins Tal, fast das ganze Dorf ist schon verschwunden.

Der Film fängt liebevoll den Alltag der Bäuerin ein. Das, was ihr fehlen wird, wenn auch sie gehen muss. Und wir verstehen: Heimat ist das Vertraute.

Matthäus Wörle sucht keine Schuldigen. Die Kupfermine wird nicht gezeigt. Nur hin und wieder blitzt die Bedrohung auf: Ein Rohr im Gestrüpp, aus dem schlammiges Wasser schießt, oder ein eingefallenes Dach. Kein Aufschrei, nur ungläubiges Kopfschütteln über die Zerstörung. Matthäus Wörle zeigt das alles wie ein Landschaftsmaler. Selbst das schlammige Gift ist Teil dieses außergewöhnlichen Gemäldes.

Erst am Ende sehen wir ein altes Foto, die Kirche ist oberhalb des Dorfes auf einem Hügel zu sehen – jetzt ragt nur noch ihre Spitze mahnend gen Himmel. Mit ihr verliert ein Mensch seine Heimat. Matthäus Wörle gibt diesem oft missbrauchten Begriff seine Bedeutung zurück.

Ein hervorragender Dokumentarfilm. Vielen Dank, Matthäus Wörle!

 

ARTEM DEMENOK für: „LENINGRAD – STIMMEN AUS EINER BELAGERTEN STADT“

„Man kann Arme und Beine vom Asphalt schaufeln, Fleischstücke auf einen Lastwagen laden und dann zu seinen Hausarbeiten zurückkehren.“ So lautet der Tagebucheintrag einer Leningrader Bibliothekarin. Geschrieben hat sie ihn während der Blockade ihrer Stadt durch die deutsche Wehrmacht. Über eine Million Zivilisten starben damals. Eine monströse Zahl, die dennoch abstrakt bleibt.

Artem Demenok macht die Monstrosität des Krieges erfahrbar, indem er vor allem aus Tagebüchern von Frauen im belagerten Leningrad zitiert. „Das Beste wäre, sich selbst zu töten“, so einer der Einträge. Sätze, wie Faustschläge.

Wir sehen lange unter Verschluss gehaltenes Archivmaterial: Menschen die entkräftet zu Boden sinken, die tödliche Schönheit des Frostes. Straßen voller Leichen. „Die Hausmeister fegen sie weg wie Müll“, heißt es.  – Männer kommen kaum zu Wort. Ein Architekt sitzt im Bunker der Eremitage und träumt von Triumphbögen nach dem Sieg. „Wie kann man sich nur so in die Scheiße reiten?“ schreibt eine Frau.

Artem Demenok setzt der abstumpfenden Bilderflut der Nachrichten die Wucht der Sprache entgegen: Schaut hin, Krieg ist Leben in Grausamkeit!

Ein großartig komponiertes filmisches Mahnmal, das uns gerade heute zum Nachdenken bringen sollte. – Danke, Artem Demenok!

DAVID HADDA & JURI STERNBURG & SARAH HADDA für: „DIE ZWEIFLERS“

Symcha Zweifler bleibt. 1945, nach dem Untergang alles Menschlichen in Deutschland, hat er in Frankfurt das Delikatessen-Imperium der jüdischen Familie wieder aufgebaut. Die Moral lag ausgezählt am Boden und wer wollte es ausgerechnet Symcha verdenken, damals alles getan zu haben, um wieder auf die Beine zu kommen? Das rächt sich heute, als Symcha das Unternehmen verkaufen will…

Sarah Hadda, David Hadda und Juri Sternburg erzählen das Drama um die Familie Zweifler mit fröhlicher Chuzpe, weisem Humor, viel Liebe für ihre Figuren und einer erfrischenden Unbedarftheit, die es ihnen erlaubt, alle aktuellen gesellschaftlichen Tabus in Sachen jüdisch-deutscher Beziehungen zumindest einmal zu streifen. Die Zuschauer:Innen werden dabei konstruktiv mit ihren Bedenken alleine gelassen und vor allem immer wieder mit Situationen konfrontiert, die sie vor die schwierige Entscheidung stellen, ob man hier denn – vor allem als Deutscher – lachen darf. Zum Beispiel wenn jüdische Tradition anhand der Herstellung von koscheren Würsten erläutert wird.

Am Ende entlassen die Autor:Innen uns in einen melancholischen Optimismus, dass von allem, was für immer unwiederbringlich verloren ist und vernichtet wurde, dieser weise Humor – selbst dem schwersten aller Schicksale nicht zu erlauben die Kontrolle über das zu erlangen, was einen als Menschen ausmacht – vielleicht eines Tages auch in unserem Land eine Wiederauferstehung erlebt.

Eine großartige Drehbucharbeit!

ISABEL KLEEFELD (Headautorin) & JULIAN PÖRKSEN nach einem Roman von ROMY HAUSMANN für: „LIEBES KIND“

Eine Frau, die vor zwanzig Jahren spurlos verschwunden ist, taucht wieder auf. Aber ihre Eltern werden vom Schicksal noch einmal brutal niedergemacht, denn die Frau trägt zwar den Namen ihrer verschwundenen Tochter, sie ist aber eine Fremde.

So beginnt ein Krimi, der die Zuschauer über sechs Folgen fesselt und für Monate zu Recht eine der meistgesehenen Serien auf einer globalen Streaming-Plattform war. Kleefeld und Pörsgen haben den Roman von Romy Hausmann mit handwerklicher Brillanz in die hochspannende Chronik einer Ermittlung übersetzt, in der die Zuschauer:Innen wie die Polizeibeamten unweigerlich Schritt für Schritt in die Psyche eines Monsters geführt werden und der Psychopathie des Nicht-Loslassen-Könnens eine Dimension verleihen, wie man sie bisher nur von Meisterwerken wie dem „Schweigen der Lämmer“ kannte.

Die Autoren arbeiten sich vor in das Innere dieser kranken Seele, wo auf engstem Raum ein grausiges Theaterstück über Jahrzehnte immer und immer wieder aufgeführt wird. Ein Szenario, das jeden Geist hätte brechen müssen, aber nicht den der Protagonistin, die wir dann in einer heilsamen Katharsis auf ihrem langen Weg aus der Opferrolle in ein neues Leben begleiten.

„Liebes Kind“ zeigt, dass auch eines der auserzähltesten Genres – der deutsche TV Krimi – zu neuem Leben erwachen kann, wenn Autor:Innen es sich auferlegen, auf beiden Seiten der Trennlinie zwischen Gut und Böse Charaktere mit Dimensionen zu erschaffen.

Gratulation!

AXEL RANISCH & SÖNKE ANDRESEN nach einem Roman von AXEL RANISCH für: „NACKT ÜBER BERLIN“

Der dicke Nerd und der Ausländer sind die Außenseiter ihrer Klasse in einem Berliner Gymnasium. Wir werden eingeladen zu deren irrwitziger Odyssee durch alle möglichen Realitäten der Hauptstadt, die wir so bisher nicht kannten: vom Innern der Vietnamesenmärkte in den Ex-sozialistischen Außenbezirken über die prekäre Wirklichkeit der neuen deutschen Unterschicht. Dabei gerät der Direktor der Schule in ihr Visier, ein formidables Arschloch, der nicht nur in seiner Familie, sondern auch im Lehrerkollegium und der Schülerschaft des Gymnasiums verbrannte Erde und verletzte Seelen hinterlassen hat…

Axel Ranisch und Sönke Andresen rasen in ihrer Umsetzung von Ranischs Roman mit einer für deutsche Fiction bisher unbekannten Dynamik und einer unbändigen Erzähllust durch die Geschichte – wobei sie sich aber immer wieder Zeit nehmen, uns tiefe Einblicke in die seelischen Abgründe der Opfer des Direktors zu geben. Die erzählerischen Mittel, die sie dabei anwenden, reißen nicht nur die berühmte vierte Wand zwischen Zuschauer und Inszenierung ein, sondern führen uns gekonnt in einem bizarren Tanz zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Perspektiven, vermeintlichen Absichten und Motiven. Diese Serie macht so viel Spaß, ist so rasant und im besten Sinne aberwitzig und anarchistisch, dass routinierte Recken der deutschen Schauspielzunft wie Thorsten Merten als der Direktor und Devid Striesow als der Vater des Nerds zu ungeahnten neuen Hochformen auflaufen. Die Zuschauer:Innen haben schon nach den ersten paar Minuten schlicht keine Zeit mehr, sich mit dem etwas gesucht wirkenden Set Up der Geschichte auseinanderzusetzen. Stattdessen macht sich die leise Hoffnung breit, dass der deutschen Erzählkunst eine ungeahnt turbulente Zukunft bevorstehen könnte.

Eine großartige Leistung! Gratulation!

JAN TENHAVEN für: „SCHOCK SCHALOM – JUNG, JÜDISCH, JETZT“

Die 11 Protagonistinnen und Protagonisten sprechen direkt in die Kamera. Kein OFF-Text drängelt sich dazwischen. Sie erzählen von ihrem Leben als junge jüdische Menschen in Deutschland seit dem 07.Oktober 2023. Es geht um Angst, Mut, Verunsicherung, Identität.

Jan Tenhaven und sein Team haben eine sehr ästhetische und klare Bildsprache gewählt. Es ist unmöglich, den Blicken der Interviewten auszuweichen. Trotzdem ist der Film nicht anklagend. Ein besonders berührender Augenblick: Die 18-jährige jüdische Abiturientin Nogah erzählt von einem Gespräch mit ihrer palästinensischen Freundin, sie sagt zu ihr: „Nur weil wir uns in diesem Krieg nicht einig sind, heißt es ja nicht, dass ich Dich als Mensch nicht mag.“

Wir gratulieren zu dieser hervorragenden journalistischen Arbeit!


Jonas & David von Simplicissimus für: „PUTINS BÄREN – DIE GEFÄHRLICHSTEN HACKER DER WELT“

Mit sehr viel Kreativität, einer starken Recherche und einer außergewöhnlichen Erzählhaltung erzählt „Putins Bären“ die Geschichte vom größten Hackerangriff auf den Bundestag im Jahr 2015 und wie die russischen Hacker auch weltweit agieren und damit unsere freiheitlich-demokratischen Grundordnungen zu manipulieren versuchen.

Den Autoren gelingt es, das schwierige Thema Hacking verständlich, kreativ und dabei höchst informativ umzusetzen. Die Geschichte beginnt mit einer vermeintlich kaputten Tastatur in einem Büro Unter den Linden und entwickelt sich zu einem packenden Thriller, den man nicht mehr ausschalten kann, wohl wissend, dass dies eine wahre Geschichte mit echten Protagonisten mitten aus unserem aktuellen Leben ist.

Jede Szene, ob grafisch erzählt oder mit der Kamera eingefangen, lebt von der Liebe zum Detail, sowohl bildlich als auch erzählerisch – ohne dabei die Fakten der hervorragenden journalistischen Rechercheleistung zu übermalen. Die Autoren entmystifizieren schonungslos und mit einer Prise Sarkasmus die russischen Hacker und machen dabei deutlich: Unsere Wahlen und Demokratien sind verletzbar – aber wir können uns vor Angriffen von außen schützen.

Dazu gratulieren wir herzlich!


EDGAR VERHEYEN für: „DIE MESSERATTACKE VON MANNHEIM“

Eine Fernsehreportage, die dem Zuseher den Schlaf raubt: Eindrucksvolle Szenen einer brutalen und letztlich tödlichen Messerattacke, die in jeder deutschen Stadt so hätte stattfinden können. – Ohne journalistischen Furor lässt der Autor Augenzeugen und Angehörige, Kolleg/innen und Freund/innen zur Ermordung des jungen Polizisten Rouven Laur Stellung nehmen.

„Rouven hätte nicht gewollt, dass wir uns von Hass und Wut verleiten lassen.“ Auch der Brief der Familie, der auf einer Trauerfeier verlesen wurde, geht unter die Haut. Das Täterpsychogramm aber weist dem politischen Islam eine hasserfüllte und prägende Rolle zu. Die Analyse zeigt in konsequenter Manier Reaktionen auf: Dazu sei eine Strafrechtsreform über den Bundesrat eingeleitet.

Edgar Verheyen leitet von diesem Anschlag akribisch Motive, Tathergang, Reaktionen und Konsequenzen ab. Nähe und Authentizität sowie Analyse und Konsequenz: Eine 45-minütige TV-Reportage, die abseits der emotionalen Berührtheit vorbildlich nachvollzieht und klare Wege aufzeigt.

Das hat eine DAfFNE verdient! – Herzlichen Glückwunsch!

SARAH BOSETTI (Buch/Moderation) & FRANK HOF (Regisseur) &NILS PAULERBERG & CHRISTIAN SCHIER  (Redaktion) & MANUEL LORENZ z (Executive Producer) & MARTIN DANISCH  (Produzent)
für „BOSETTI – LATE NIGHT“

Seit Oktober letzten Jahres gelingt der Ausnahmekünstlerin Sarah Bosetti die erfrischend authentische Neuerfindung des Genres „Late Night“. Meinungsstark, intensiv, manchmal schmerzhaft ehrlich und doch zugleich stets überaus unterhaltsam beweist Bosetti in jeder Episode Mut zu Substanz und echter satirischer Auseinandersetzung. Dabei verzichtet sie dankenswerterweise auf die bewährten, schnell-schnöden Lacher, evozierende Kalauer oder das gängige Plattitüden-Pro-und-Contra-Potpourri.

Kluge Einspieler paaren sich mit lustig-lehrreichen, aber nie belehren wollenden Stand-Up-Monologen. Pointierte Momentaufnahmen zur politischen Lage gehen mühelos Hand in Hand mit detaillierten, bestechend tiefgründigen Gesprächsrunden. Und alles zusammen hält eine ehrlich warmherzige und doch kritische Sarah Bosetti, der der Spagat zwischen eloquenter Fakten-, aber auch Wertevermittlung und zugleich der satirischen Auseinandersetzung mit diesen komplexen Inhalten erstaunlich leichtfüßig und unangestrengt gelingt.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser hervorragenden Leistung!

 

ANNA DUSHIME (Moderation) & DAVID STEINBERGER  (Produzent) & TILL LAZAREWSKI  (Producer) & MAIKE KOCH  (Produktionsleitung) & MICHAEL MAIER  (Regie) & JÜRGEN STARK (Redaktion)
für: „DER LETZTE DRINK MIT…“

In einer Zeit, in der unsere Kommunikation oft nur noch flüchtig und oberflächlich erscheint, hat dieses Format es geschafft, Raum zu schaffen – Raum für echte Geschichten, tiefe Gespräche und für einen Genuss, der weit über einen Drink hinausgeht. Anna Dushime, die kreative Kraft und Seele hinter „Der letzte Drink“, bringt nicht nur Stil und Charme, sondern auch eine bemerkenswerte Sensibilität in jedes Gespräch. Mit ihrer warmen Art kreiert sie eine Atmosphäre, in der sich ihre Gäste öffnen und Einblicke gewähren, die oft überraschend, inspirierend und erfrischend ehrlich sind.

Ihre Fragen gehen unter die Oberfläche, jenseits des Offensichtlichen, und zeigen uns die Geschichten hinter den Schlagzeilen, die Sehnsüchte hinter den Erfolgen und die Kämpfe, die oft im Verborgenen bleiben. Die Themen, die in „Der letzte Drink“ behandelt werden, sind vielfältig und oft gesellschaftlich relevant. Anna scheut nicht davor zurück, auch unangenehme oder kontroverse Themen anzusprechen. Sie tut dies mit Sensibilität und einem bemerkenswerten Gespür für den richtigen Moment.

Anna Dushime zeigt uns, dass echte Verbindungen und wertvolle Erkenntnisse nicht in Eile entstehen, sondern in der Ruhe, im Zuhören und in der Kunst des ehrlichen Gesprächs.

Herzlichen Glückwunsch!


BILL KAULITZ & TOM KAULITZ (Cast) & MICHAEL SCHMITT (Autor & Regie) & PER EPPMANN (Executive Producer) & OTTO STEINER (Produzent) & WIEBKE SCHODDER  (Director Nonfiction DACH, Netflix)

für: „KAULITZ & KAULITZ“

Mit der Netflix-Serie Kaulitz & Kaulitz ist den Machern ein echtes Highlight gelungen, das die Zuschauer in die Welt der prominenten Zwillingsbrüder Bill und Tom Kaulitz entführt. Besonders hervorzuheben ist dabei die Art und Weise, wie die Serie das Leben der Beiden zwischen Musik, Glamour und Privatleben darstellt, ohne den Bezug zur Realität zu verlieren.

Der Zuschauer bekommt nicht nur einen exklusiven Blick hinter die Kulissen ihres Rockstar-Daseins, sondern erlebt auch die Herausforderungen und Entscheidungen, die mit ihrem Leben im Rampenlicht einhergehen. Die Themenvielfalt – von beruflichen Projekten über Familienmomente bis hin zu persönlichen Reflexionen – macht die Serie dynamisch und abwechslungsreich.

Auch visuell überzeugt Kaulitz & Kaulitz. Die Produktion ist hochwertig, die Kameraarbeit ist dynamisch und schafft es, die verschiedenen Facetten des Lebens der Brüder stilvoll einzufangen. Ob auf Reisen, bei intimen Gesprächen oder auf der Bühne – die Ästhetik der Serie ist auf den Punkt gebracht und unterstreicht die unterschiedlichen Stimmungen perfekt.

Dafür herzliche Glückwünsche an das Team von „Kaulitz & Kaulitz“!

RENATA SALAZAR IVANCAN und CHRISTOPH CEPOK für: „LIEBES KIND“

Zusammen mit ihrer schwerverletzten Mutter kommt Hannah ins Krankenhaus. Sie sitzt im Schwestern-Zimmer. Mit ernstem Blick schaut sie uns unverwandt an. Dann sagt sie lautlos: „Ich hab mir alles genau gemerkt. Ich hab alles richtig gemacht.“

Das kann man auch von den beiden Editor*innen Renata Salazar Ivancan und Christoph Cepok sagen. Mit großem Einfühlungsvermögen verstärken sie durch ihren Schnitt die herausragenden Leistungen der Schauspieler*innen. Sie geben ihnen und uns Zeit und Raum, ihnen nahe zu sein, in sie hineinzuspüren, mit ihnen mitzuleiden. Wir schauen in die Abgründe der Protagonisten, die sich auftun und sie als gebrochene Charaktere zeichnen.

Die durch die elliptische Erzählweise entstandenen Auslassungen werden nach und nach nachgereicht. So wird Schicht um Schicht das Vergangene frei gelegt, die Verstrickungen, die Verzweiflungen, Verfehlungen und das Versagen treten ans Licht.

Renata Salazar Ivancan und Christoph Cepok ist es gelungen, durch ihre nicht auf Effekte ausgelegte Montage dieser starken, verstörenden Geschichte eine besondere Tiefe zu verleihen.

Dazu gratulieren wir herzlich!

 

MONIKA PATAJAC für: „STAR KITCHEN mit Tim Raue „

Tatsächlich wird Filmmontage oft mit Kochen verglichen, und wann könnte das besser passen als hier? Monika Patajac kreiert mit ihrem Team ein High-End-Serien-Gericht, das absolut binge-worthy ist.

Schon die Vorspeise, das Intro, explodiert im Mund der Zuschauenden und ist so spannend, dass man nicht abschalten kann. Dabei wird man nie überfordert, kann alles mühelos genießen und freut sich auf den nächsten Gang.

Jede Zutat ist präzise und durchdacht gesetzt. Die Essenz der Protagonist:innen wird trotz der überschaubaren Varianz des Materials facettenreich und immer wieder unterschiedlich auf den Punkt gebracht.  Alle Gänge bieten kleine Überraschungen – man wird nie gelangweilt durch gleiche Abfolgen sondern ist überrascht, wenn der nächste Gang sich anschließt.

Patajac schafft es, diese Serie spannend, manchmal humorvoll und mit sehr viel Gefühl gegenüber den Protagonist:innen zu formen. Dies erlaubt einen vielschichtigen Einblick in diesen Nervenkitzel der Sterneküche.

Ihre immer perfekt getimte Kombination der Filmelemente ist: Handwerk, meisterhaft umgesetzt! Alles sitzt und wirkt nie übertrieben. Man spürt, wie viel Herzblut hier drinsteckt.

Diese Leistung ist sternewürdig. – Herzliche Gratulation, Monika Patajac!


LINDA BOSCH für: „WAS WIR FÜRCHTEN“

Linda Bosch hat die Drama-Serie „Was wir fürchten“ meisterlich montiert. Sowohl dramaturgisch als auch emotional und atmosphärisch hat sie es geschafft, mit der Erzählung der einzelnen sechs Folgen und ihren besonderen Charakteren einen sehr speziellen Sog zu entwickeln, der die Zuschauer:innen nicht mehr los lässt.

Spannend, überraschend und versetzt mit Schockmomenten erzählt sie das Drama, in das Horror und Mystery eingeflochten sind, in einem herausragend modernen Stil.

Linda Bosch hat die anspruchsvolle Aufgabe gemeistert, den entscheidenden dramaturgischen Kniff der Serie, der zugleich ihr erzählerischer Motor ist, mit ihrem Schnitt zu gestalten: Das verdeckte Spiel mit zwei Zeitebenen, das sich erst in Episode 5 offenbart. Sie hat die Zeitebenen auch im Schnitt minutiös konzipiert und mit uns den starken Moment des „Augenöffners“, der Enthüllung der beiden Zeitebenen, geschaffen.

Das ist preiswürdig und verdient eine DAfFNE! – Gratulation!

WIEBKE KRATZ für „DISCO 76“

Wiebke Kratz ist für ihr herausragendes Kostümbild nominiert, das die Essenz der 70er Jahre auf eindrucksvolle Weise verkörpert. Besonders bemerkenswert ist, wie die liebevoll gestalteten Kostüme der Haupt und Nebenrollen die sozialen Schichten und Charakterzüge der Figuren widerspiegeln.

Die Entwicklung der Figuren im Verlauf der Geschichte wird eindrucksvoll durch die Veränderung ihrer Kleidung verdeutlicht, was die emotionale Tiefe der Erzählung subtil unterstützt.

Jedes Detail des Kostümdesigns wurde sorgfältig bedacht, um eine authentische Atmosphäre zu schaffen, die den Zuschauer in die Vergangenheit entführt. Kratz’ Fähigkeit, den Zeitgeist der 70er Jahre durch ihre Kostüme lebendig werden zu lassen, macht sie zu einer hervorragenden Kandidatin für den Preis in der Kategorie „Bestes Kostümbild“.

Ihr Beitrag ist nicht nur visuell beeindruckend, sondern auch essenziell für das Gesamtverständnis der Geschichte und der Charaktere.

Eine preiswürdige Leistung! Gratulation!!

 

ALFRED MAYERHOFER für „KAFKA“

Die Miniserie „Kafka“ ist ein bemerkenswertes Projekt des öffentlich rechtlichen Rundfunks. Sie eröffnet einen Blick auf Kafka und sein erstaunliches Werk mit fließenden Übergängen zwischen Realität und Fiktion. In Teilen erinnert sie an Inszenierungen im Brechtschen Sinne und wird damit dem Werk Kafkas mehr als gerecht.

Die Kostüme leben in diesen universalen Bildern, Schattenspielen gleich und lassen diese Welt mit ihren Silhouetten erstrahlen. Mayerhofers Kostümbild trägt die Geschichte durch Höhen und Tiefen mit Humor und Steifheit. Joel Basmann kann in seinen Anzug hineinwachsen und unbeholfen und gemächlich älter werden. Sowohl die Darsteller als auch die Komparserie verschmelzen im Kostüm symbiotisch mit den Charakteren und der Zeitgeschichte.

Eine exzellent gestaltete Atmosphäre durch perfektes Kostüm und Szenenbild. Großartige Szenen wie die der „Verwandlung“ – grauer Puder auf den Kostümen – tragen unter anderem zur Stimmung einer zerbröselnden Welt bei.

Ein in allen Bereichen – leider selten dargebotenes – großartiges Fernsehereignis!

Wir gratulieren herzlich, Alfred Meyerhofer!

 

RAMONA KLINIKOWSKI für „KLEO“ (Staffel 2)

Ramona Klinikowskis Arbeit in der Staffel 2 von CLEO zeichnet sich erneut durch eine bemerkenswerte Kombination aus Realität und Fiktion aus, die den Charakteren und der Handlung neue Dimensionen verleiht. Die Kostüme sind nicht nur zeitgemäß, sondern sie strahlen auch eine spielerische Überhöhung und Abstraktion aus.

Sie sind nicht einfach nur Kleidung – sie sind lebendige, farbenfrohe Elemente, die der visuellen Sprache der Serie einen unverwechselbaren, poppigen Charakter verleihen. Jedes Outfit ist durchdacht und trägt zur Einzigartigkeit der Figuren bei, die in ihrer Vielfalt und Spezialisierung zum Leben erweckt werden.

Ein sehr selbstbewusstes, präsentes, manchmal eckiges und oft überraschendes Kostümbild voller schöner Ideen bis ins Detail. Die Serie lebt von und mit dem gelungen Kostümbild.

Wahrhaft preiswürdig! Herzlichen Glückwunsch, Ramona Klinikowski!

JENS BARTRAM , KATJA SCHULZE, ANNE-MARIE WALTHER und FRANCIS JADOUL für:  “DISKO 76”

In „Disko Bochum“ nutzen Jens Bartram , Katja Schulze und Anne-Marie Walther die Chance und gestalten im Maskenbild die 70er Jahre in ihrer feinsten Form, realistisch, ohne viel Glitter oder Überzeichnungen, aber mit schönen Ideen. Als Publikum kommt man in der ein oder anderen Szene ins Schmunzeln, weil diese wahrhaft blumige Zeit auch und nicht zuletzt durchs Maskenbild so präsent in Erinnerung gerufen wird. Ob Koteletten, Rundschnitt oder Herren-Dauerwelle – alles findet sich wohl dosiert wieder.

Besonders positiv fiel der Nominierungskommission die Gestaltung der modernen jungen Frauen auf. Sie stehen in einem prägnanten Kontrast zu den älteren Frauenfiguren, die sich optisch eher zurücknehmen. Und auch damit wird die Zeit und ihre gesellschaftliche Entwicklung wunderbar in Szene gesetzt. Jede Figur bekommt eine eigene prägnante historische Silhouette, ohne sich zu wiederholen. Wir haben gern in die „Röhre“ geguckt und verneigen uns vor dieser sehr guten Arbeit!

Gratulation!

 

GEORG KORPÁS, ANNE-MARIE WALTHER, MIRIAM HÜBNER und ANNA FREUND für: “GUTE FREUNDE – DER AUFSTIEG DES FC BAYERN”

Die Fußballhelden des FC Bayern in der Zeit der 60er und 70er Jahre zu gestalten, war eine beachtliche Herausforderung!

Es hat der Nominierungskommission viel Spaß gemacht, die optische Entwicklung der „Guten Freunde“ zu verfolgen, denn es gibt viel zu sehen: Sich verändernde Schönheitsideale – auch bei den Männern – und natürlich auch eine gewisse Reifung über den dargestellten Zeitraum von den Anfängen der 60er bis tief in die 70er Jahre hinein. Dazu kommt die Komplikation der Nachempfindung real existierender Persönlichkeiten, die noch dazu mit eingefügten Dokumentarausschnitten direkt gegengeprüft werden können.

Die Arbeiten von Georg Korpás, Anne-Marie Walther, Miriam Hübner und Anna Freund halten dem mühelos stand!

Halb Deutschland ist mit diesen Charakteren aufgewachsen, was Millionen Fans zu Experten über das Aussehen vom „Kaiser“ und Co. macht. Auch wenn es um die 70er Jahre in klassischer Überhöhung geht. Unsere Kolleginnen und Kollegen haben ganze Arbeit geleistet und, was ihren Anteil an „Gute Freunde“ angeht, für viele Dejàvus gesorgt.

Vielen Dank dafür!

PETJA VIRIKKO und MARKO NYBERG für: „DIE ZWEIFLERS“

Marko Nyberg und Petja Virikko ist es auf beeindruckende Weise gelungen, einen Soundtrack zwischen pointierter Komödie und emotionalem Drama zu schaffen.

Farbenreich wie das Leben, in der Spannung von Moderne und Tradition, zwischen Religion und Humor, zwischen kultureller Identität und Lebensfreude, zwischen Genuss und den Abgründen der Vergangenheit lassen die Komponisten Bild und Musik in herausragender Weise verschmelzen.

Dieser Soundtrack ist mehr als überzeugend. – Herzliche Gratulation, Petja Virikko und Marko Nyberg!

 

ANNE MÜLLER für: „POLIZEIRUF 110: UNSTERBLICH“

Es ist beeindruckend, wie Anne Müller es versteht, den Dialogen und Bildern eine eigene Dimension zu verleihen. Ihre Musik ist niemals nur Begleitung, sondern eigenständiger Bestandteil der Erzählung. Die Kompositionen, geprägt von Celloklängen und ergänzt durch äußerst geschmackvolle Sound-Ideen, bestechen zugleich durch Schlichtheit und Komplexität. Vor allem in Momenten der Stille schafft ihre Musik emotionale Tiefe und Platz zum Nachdenken und zur Reflexion.

Eine sehr gute Arbeit zu der wir gratulieren. Herzlichen Glückwunsch, Anne Müller!

 

PHILIPP-JOHANN THIMM und BEREND INTELMAN für: „WER WIR SIND“

Wie klingen von den Eltern enttäuschte Teenager, Polizeigewalt, die sich gegen harmlose Umweltaktivisten statt gegen Neonazis richtet, oder Teenager, die von der überforderten Mutter in eine Jugendwohngruppe abgeschoben werden? – Die Antwort darauf gibt Philipp-Johann Thimm in der Fernsehserie „Wer wir sind“ mit seiner Klangwelt elektronischer Musik, die teilweise brutal und laut anmutet und dabei wie ein Aufschrei der Jugendlichen wirkt.

Diese Arbeit ist herausragend. Herzlichen Glückwunsch dazu, Philipp-Johann Thimm !

JOCHEN KÖSTLER und JAN KLOPHAUS für: „JAN ULLRICH – DER GEJAGTE“

Die Produzenten haben ein Thema aufgenommen, das heute nicht mehr in der Tagespresse Schlagzeilen macht, aber dessen (nicht nur sportpolitische) Auswirkungen bis heute enorme Relevanz aufweisen. Die Produzenten haben dies erkannt und die Hartnäckigkeit und den Mut gehabt, diesen Stoff zu entwickeln und diesen gefallenen deutsch-deutschen Super-Star über einen sehr langen Zeitraum hinweg zu begleiten.

Es war eine enorme Herausforderung, diese Geschichte zu erzählen, ohne voyeuristisch zu werden, wirklich alle Protagonisten vor die Kamera zu holen, ohne dabei die Spannung einer eigentlich bekannten Geschichte zu verlieren, und dennoch das dahinter liegende menschliche dramatische Thema gleichzeitig sehr ernst zu nehmen und in eine überzeugende filmische Form zu bringen. Hier wurde der geeignete Ansatz gefunden.

So werden diese vier Teile dokumentarisches Fernsehen spannend, vielschichtig und glaubwürdig umgesetzt – mit allen welt-bekannten und berühmten Protagonisten, mit allen weniger bekannten, zum Teil aber auch verurteilten Kriminellen, den Betrügern und den Geschädigten, den überführten Lügnern und den hartnäckig Leugnenden. Und dabei wurde vollständig auf hämische Untertöne und auf jegliche Anklänge von Schadenfreude verzichtet.

Der Vierteiler „Jan Ullrich“ ist eine herausragende Fernsehdokumentation und eine auszeichnungswürdige Leistung des Produzenten Jochen M. Köstler.

Wir gratulieren!

 

DAVID HADDA & MARTIN DANISCH für: „DIE ZWEIFLERS“

„Die Zweiflers“ ist eine der ungewöhnlichsten Serien, die es in diesem Jahr in die ARD Mediathek geschafft haben. Das geht schon los mit den Untertiteln, denn die deutsch-jiddisch-englischen Dialoge sind nicht synchronisiert. Das haben die Produzenten durchgesetzt. Es geht weiter mit einem Bild jüdisch-deutschen Alltags, wie er sonst eher mal in Komödien liebevoll karikiert oder am besten gar nicht so ausdrücklich beschrieben wird.

Hier gelingt den Produzenten eine Familienserie, die universell deutsch ist und alle zeithistorischen Echos mit einbezieht. Neben der guten Story um die Familiendynastie mit Delikatessengeschäft im Frankfurter Bahnhofsviertel, also einem Drehbuch, das der Produzent David Hadda zusammen mit Juri Sternburg und Sarah Hadda geschrieben hat, stimmt auch alles andere. Eine Kamera, die sogar das Bahnhofsviertel reizvoll verrucht erscheinen lässt, eine Besetzung, die oft überrascht mit zum Teil unbekannten Gesichtern, genauso wie Musik, Kostüm, Szenenbild, alles – und vor allem die Auswahl der beiden Regisseurinnen.

David Hadda und Martin Danisch ist mit „Die Zweiflers“ eine Serie gelungen, die angesichts all der Ungewöhnlichkeiten auch leicht hätte scheitern können. Stattdessen lebt sie nicht nur in der Mediathek sondern auch bei den zahlreichen Preisvergaben ein turbulentes Leben. Zu Recht. Und dazu gratulieren wir!

 

ANDREAS FRIEDRICH BAREISS & DMYTRO TROITSKYI für: „IN HER CAR“

„In Her Car“ ist eine intensive, in ihrem Format aber auch inhaltlich außergewöhnliche Serie. Die produzentische Leistung ist aus der Sicht der Jury nicht nur aufgrund der Umsetzung der Produktion bemerkenswert, sondern vor allem in Hinblick auf den Mut, sich dieses hoch aktuellen, politischen Themas anzunehmen. Eine Finanzierung ist gelungen, an der Partner aus vielen europäischen Ländern beteiligt waren.  Das ist als eine Meisterleistung zu bezeichnen. Hinzu kommt aber auch, dass die Serie intelligent und in höchstem Maß spannend umgesetzt wurde.

Die Voraussetzung dafür sind gute Drehbücher, eine sehr gute Vorbereitung der Dreharbeiten – vor dem Hintergrund der Szenerie besonders anspruchsvoll – und das Vertrauen, auch in wenigen Drehtagen meisterhafte Leistungen der Schauspieler abzurufen. Die Serie ist tagesaktuell und hilft, Verständnis für die Flüchtlinge aus der Ukraine auch noch dann zu haben, wenn die Einstellung der Mehrheit der Bevölkerung immer kritischer gegenüber diesen Vertriebenen wird. (Was bedauerlicherweise beispielhaft für alle anderen Flüchtlingsschicksale gilt.)

Ein hohes Maß an Authentizität macht diese Serie zu etwas Außergewöhnlichem. Die Produzenten Andreas Friedrich Bareiss und Dmytrio Troitskyi haben keine Kompromisse gemacht und sich damit – trotz der multilateralen Finanzierung – gegen eine Art künstlerischen Europudding entschieden.

Herzlichen Glückwunsch!

CAROLIN HAASIS (Redaktion), CHRISTOPH PELLANDER & BERIT HILLE (Producing) für: „37 SEKUNDEN“

Die Serie „37 Sekunden“ beeindruckt durch ihre eindringliche und sehr realistische Auseinandersetzung mit sexueller Gewalt. Sie konfrontiert den Zuschauer mit den juristischen Aspekten sowie den emotionalen und psychischen Verwicklungen von Opfer und Täter und deren Umkehr zwischen gefühlter Einvernehmlichkeit und Machtmissbrauch. Die Protagonisten navigieren durch moralische Grauzonen; der Zuschauer wird hin und her gerissen durch Haltungswechsel der höchst ambivalenten Figuren.

„37 Sekunden“ überzeugt auf allen Ebenen in der Umsetzung, wofür die Producerin auszuzeichnen ist.

Die Redaktion verdient die Auszeichnung für den Mut, diesem oft tabuisierten Thema derart provokant und unbequem erzählt eine Plattform zu bieten.

Herzlichen Glückwunsch!

 

SÖREN SCHUMANN & ROLF BERGMANN & BARBARA SCHMITZ (Redaktion) für: „CAPITAL B – WEM GEHÖRT BERLIN“

„Capital B – Wem gehört Berlin“ überzeugt durch eine herausragende dramaturgische Gestaltung, die komplexe gesellschaftliche und wirtschaftliche Themen aufgreift und für ein breites Publikum verständlich macht. Das Producing zeichnet sich durch akribische Recherche, eine stringente Erzählweise und die gelungene Verknüpfung von Einzelschicksalen mit systemischen Zusammenhängen aus. Mit einem modernen Storytelling und einer klugen visuellen Umsetzung wird der Zuschauer emotional und intellektuell gleichermaßen angesprochen.

Das Format setzt Maßstäbe in der Aufbereitung eines relevanten Themas und schafft es, die Diskussion um Eigentum, soziale Gerechtigkeit und Stadtentwicklung eindringlich zu gestalten.

Dazu unseren herzlichen Glückwunsch!

 

CAROLIN HAASIS & CHRISTOPH PELLANDER & JÖRG HIMSTEDT (Redaktion) für: „DIE ZWEIFLERS“

Die Redakteure Carolin Haasis ARD, Christoph Pellander (ARD Degeto) und Jörg Himstedt (Hessischer Rundfunk) und die Executive Producer Philipp Steffens und Anja Marquardt haben sich weitsichtig für ein Thema entschieden, das in einer Zeit, in der der Antisemitismus in Deutschland und weltweit erschreckend zugenommen hat, gesellschaftlich von außerordentlicher Relevanz ist. Der Serie gelingt das Kunststück, die Geschichte einer Frankfurter jüdischen Familie zwischen Tradition und Gegenwart ebenso vielschichtig und tiefgründig, wie lebendig und emotional berührend zu erzählen. Dass Stereotype vermieden werden, liegt an den höchst individuellen, sympathischen Charakteren der Familie, die ihre jüdische Identität, abhängig von ihren historischen Erfahrungen, unterschiedlich definieren oder auch darum ringen.

Die Entscheidung, die ältere Generation vor allem Jiddisch reden zu lassen, verleiht der Serie eine ungewöhnliche Authentizität und zeugt von der Risikobereitschaft der Redakteure und Producer.

Den „Deutschen“ – wie die Protagonisten ihre nicht-jüdischen Mitbürger nennen und damit eine Fremdheit in diesem Land des Holocaust ausdrücken – hält die Serie in Form mehrerer Nebenfiguren ihren fortbestehenden Antisemitismus vor, vom dumpfen Taxifahrer bis zum Arzt und Kunstprofessor. Ebenfalls ein Grund für ein anhaltendes Gefühl der Heimatlosigkeit, die betroffen macht.

Die Serie wirkt aber keineswegs deprimierend, sondern warmherzig, spannend und unterhaltsam. Sie übt den für Serien so wichtigen Sog aus, weiterschauen zu wollen. Diese herausragende Fernsehserie hat jüdischem Leben in Deutschland eine neue Sichtbarkeit verliehen

Das hat auf jeden Fall eine DAfFNE verdient!

ANJA MARQUARDT und CLARA ZOË MY-LINH VON ARNIM für: „DIE ZWEIFLERS „

Die Regisseurinnen Anja Marquardt und Clara Zoë My-Linh von Arnim haben diese herausragende Serie von Showrunner David Hadda, durch ihre visionäre und präzise Regie-Handschrift maßgeblich mitgeprägt. Die Schauspielführung der Regie zeichnet sich durch hohe Intuition und starke Nähe zu den dreidimensionalen Figuren aus, ohne den Sinn für hochwertigen Look und emotionale Bilder zu verlieren. Jedes Detail der Inszenierung ist sorgsam durchdacht und gezielt platziert – seien es pointierter Humor, große Gefühle, das toll besetzte Ensemble, die detail-orientierte Gestaltung von Set Design und Kostüm oder der ungewöhnliche Score – es wirkt alles so herrlich „nebenbei“ und lässt uns weinen, lachen … auch wenn das Lachen gelegentlich im Hals stecken bleibt.

Endlich werden Konflikte unserer Zeit stilsicher und mit Leichtigkeit inszeniert und treffen uns doch – und vielleicht gerade umso mehr ins Herz.

Das ist eine herausragende Leistung! Herzliche Gratulation, Anja Marquardt und Clara Zoë My-Linh von Arnim!

 

AXEL RANISCH für: „NACKT ÜBER BERLIN“

Was für ein wilder Genremix: Drama, Rache-Thriller, Komödie, Fantasy, Coming-of-Age Romance und auch noch Musical. Axel Ranisch schüttet mit seiner sechsteiligen Serie „Nackt über Berlin“ eine wahre Wundertüte über die Zuschauenden aus. Dass daraus aber nicht Chaos wird, sondern alle Formen und Stimmen sich zu einem ebenso wuchtigen wie amüsanten filmischen Chor vereinen – dies ist dem Regisseur Ranisch zu verdanken. Seine Ideen und seine Energie lassen zudem den hervorragenden Darstellern jenen Raum, den sie brauchen, um ihrerseits zu glänzen.

Die Serie „Nackt über Berlin“ wird so zu mehr als der Summe ihrer so vielfältigen Teile; nämlich zu einem Stück Filmkunst der Gegenwart, das nur als „ausgezeichnet“ bezeichnet werden kann.

Herzliche Gratulation, Axel Ranisch!

 

KATJA BENRATH und MIA MAARIEL MEYER für: „PUSH“

Die Serie „Push“ beeindruckt mit einer feinfühligen Regie und einer inszenatorischen Klarheit, die das Thema Schwangerschaft und Geburt kraftvoll und realistisch auf die Bildschirme bringt. Mit einem ungeschönten Blick und fast schon dokumentarischer Präzision gelingt es, die emotionale Tiefe und die physischen Herausforderungen des Gebärens einzufangen.

Durch die hervorragende Schauspielführung, die die Protagonistinnen nicht nur als Heldinnen, sondern als verletzliche und starke Persönlichkeiten zeigt, ohne sie auch nur ansatzweise zu verraten, folgt man fasziniert den handelnden Personen. Statt überdramatisierte Krankenhausklischees zu wiederholen ist den Regisseurinnen mit „Push“ durch ihre uneitle Inszenierung und einen wunderbar klaren, unaufgeregten Stil, eine mutige und bewegende, ungewohnt realistische Serie gelungen, die uns Folge für Folge berührt hat.

Dazu gratulieren wir Katja Benrath und Mia Maariel Meyer!

THORSTEN MERTEN für: „NACKT ÜBER BERLIN“

Thorsten Merten findet sich in seiner Rolle des leicht narzisstischen Schuldirektors Lamprecht – der aus ganz egozentrischen Gründen im wahrsten Sinne des Wortes auch über Leichen geht – eingeschlossen und gefoltert im Smart Home wieder. Ein Charakter im Ausnahmezustand.

Thorsten Merten macht das brillant, spielt die komplette Palette: Den betrunkenen Vollproll, den dominanten Kontrollfreak, den Choleriker, den opportunistischen Charmeur, die Wut, Verzweiflung, Hoffnung, Reue, Demut des Inhaftierten im Überlebensmodus. Alles in ein und derselben Rolle, rauf und runter, dass einem beim Zuschauen ganz schwindlig wird. Er spielt buchstäblich um sein Leben, nicht nur in seiner Rolle – auch als Schauspieler.

Eine Figur am Rande des Wahnsinns oder auch einfach nur ein wahnsinnig guter Schauspieler!

Herzlichen Glückwunsch, Thorsten Merten!

 

FLORIAN BRÜCKNER für: „NEUE GESCHICHTEN VOM PUMUCKL“

Hurra, hurra, der Pumuckl ist wieder da!

Es wurde ein würdiger Nachfolger gesucht, und dabei ist etwas ganz Neues entstanden. Was Florian Brückner da auf den Bildschirm zaubert, ist unvergleichlich, einzigartig. Er verkörpert den Neffen vom alten Eder so pur, so offen, mit so viel Ruhe, Zuversicht und  Strahlkraft, dass man kaum von Spiel reden mag – er ist einfach der Neffe.

Die Interaktion mit dem Kobold ist dabei so einfühlsam, unaufgeregt, fein nuanciert. Danke: Florian Brückner! Was Du da machst, bewegt etwas im Zuschauenden: Es geht einem einfach das Herz auf! Die Geschichten vom Pumuckl erzählen sich durch Dich so selbstverständlich weiter, ganz automatisch neu, anders, besonders. Mit Dir und durch Dich ist etwas Großartiges entstanden, was Alt und Jung in seinen magischen Bann zieht.

Chapeau!

 

JÖRG HARTMANN für: „TATORT: CASH“

Was wäre der Tatort ohne Peter Faber? – Jörg Hartmann beweist einmal mehr, wie großartig er im Dortmunder Ermittler-Team ist.

Jede Szene erspielt er sich, als sei es sein wichtigster Fall. Ein wegweisender Schauspieler, der es schafft, dem Part des Hauptkommissars Persönlichkeit, Eigenwilligkeit, schonungslose Direktheit, Brutalität, einen ganz eigenen Witz, Wahn- und Tiefsinn zu verleihen. Eine Charakterzeichnung, der man sich schwer entziehen kann, derer man nie müde oder überdrüssig wird. Jede Szene spielt er unvorhergesehen, klug, neu, geradezu spielwütig, schonungslos und das alles, als würde er sein Spiel locker aus dem Ärmel schütteln.

Für den Tatort im Ersten ist Jörg Hartmann ein Geschenk.

Herzliche Gratulation!

ALESSANDRO SCHUSTER für: „WAS WIR FÜRCHTEN“

Wir würdigen Alessandro Schuster, einen jungen Schauspieler, der mit außergewöhnlichem Talent und großer emotionaler Tiefe beeindruckt in seiner herausragenden Darstellung des Leon in der Serie „Was wir fürchten“.

Hier zeigt Alessandro Schuster nicht nur die Komplexität eines jungen Mannes, der mit inneren Konflikten und äußeren Erwartungen kämpft, sondern auch die Zerbrechlichkeit und Kraft eines Charakters, der uns durch seine Nahbarkeit fasziniert.

Ihn zeichnet besonders die Fähigkeit aus, Emotionen ohne Worte zu transportieren. Ein kurzer Blick, ein zögerndes Lächeln oder die Stille zwischen den Dialogen. Er erschafft durch sein Spiel einen Raum für Transparenz, die eine gesamte Welt innerer Kämpfe sichtbar macht. Seine Darstellung ist ehrlich, authentisch und von einer Tiefe geprägt, die einer  DAfFNE-Auszeichnung würdig ist.

Herzlichen Glückwunsch!

 

FLORIAN GEIßELMANN für: „WER WIR SIND“

In der Serie „Wer wir sind“ verkörpert Florian Geißelmann die Rolle des Dennis Petzold mit einer Intensität und Tiefe, die den Charakter auf eindrucksvolle Weise lebendig werden lässt.

Dennis ist ein Jugendlicher, der zwischen Wut und innerer Zerrissenheit schwankt und immer wieder durch aggressive Ausbrüche auffällt. Geißelmann spielt diesen Konflikt bemerkenswert authentisch: Er bringt die rohe Kraft und Aggression des Charakters ebenso überzeugend zum Ausdruck wie die zarte, beinahe verletzliche Seite von Dennis.

Besonders eindrucksvoll ist, wie Geißelmann die Zerrissenheit von Dennis’ Gefühlen vermittelt: Die Zuneigung zu seinem jüngeren Bruder, die Sehnsucht nach Anerkennung durch seine Mutter und die tiefe innere Unsicherheit. Mit großer Sensibilität lässt er das Publikum die inneren Kämpfe des Charakters miterleben, was eine starke emotionale Verbindung schafft. Seine Darstellung berührt und verstört zugleich. Das zeugt von seinem hohen schauspielerischen Können.

Herzlichen Glückwunsch!

 

SHENJA LACHER für: „WER WIR SIND“

Shenja Lacher brilliert als Alexandr Koga in der Rolle des Sozialpädagogen, der um seine ihm Anvertrauten und um seine Ehe gleichzeitig kämpft. Shenja schafft es mühelos, diesen vielschichtigen Charakter mit Leben und Nuancen zu füllen und das Publikum vergessen zu lassen, dass es hier einem Schauspieler bei der Arbeit zusieht.

Mit Empathie und Zugewandtheit verleiht er der Serie WER WIR SIND Realismus und Idealismus zugleich. Er kämpft für jeden seiner Klienten, die er im Leben begleitet. Er lockt die Jugendlichen mit Bodenständigkeit, offenem Herz und Kreativität aus der Reserve und sieht in ihnen stets das Gute. Die Rolle ist mit vielen Aufgaben gleichzeitig konfrontiert: Einer scheiternden Beziehung zu seiner Frau (Franziska Weisz), einer sich radikalisierenden Tochter (Lea Drinda), seinem eigenwilligen Vater (Küf Kaufmann) und seinem Beruf, der immer auch Herzensangelegenheit ist.

Shenja Lacher ist mit Authentizität und Leichtigkeit in dieser Rolle zuhause, und in seinen Augen spiegelt sich der Balanceakt, den die Figur Alexandr Koga meistern muss.

Eine preiswürdige Leistung!

KIM RIEDLE für:  „LIEBES KIND“

Kim Riedle spielt in der sechs-teiligen Thriller-Miniserie „Liebes Kind“ die Gefangene eines Psychopathen absolut überzeugend, transparent, in jeder Sequenz authentisch und außergewöhnlich glaubhaft.

Ihre schauspielerische Leistung in dieser anspruchsvollen, schwierigen Opferrolle hat eine Tiefe, die in die Abgründe der Figur blicken lassen und die Zuschauenden bis zum letzten Moment in Atem hält. Ein großartiges, intensives Spiel, dem allein wegen der immensen Kraft der Protagonistin besondere Wertschätzung gebührt.

„Wir ziehen unseren Hut.“ – Herzlichen Glückwunsch, Kim Riedle

 

KATJA RIEMANN für: „RESET – WIE WEIT WILLST DU GEHEN“

Katja Riemann überzeugt in der ZDF-Serie „Reset – Wie weit willst du gehen?“ in der Rolle der Flo Bohringer, einer bekannten TV-Moderatorin und engagierten Feministin, die mithilfe einer Zeitreise-Agentur in die Vergangenheit reist, um den Suizid ihrer Tochter zu verhindern.

Riemann taucht tief in die komplexe Psyche einer Frau ein, die sich mit aller Kraft gegen das Unvermeidliche stemmt und dabei Gefahr läuft, sich selbst zu verlieren. Sie verleiht ihrer Figur ein komplexes emotionales Spektrum: Von der willensstarken, durchsetzungsfähigen und attraktiven Karrierefrau bis hin zur liebevollen, fast zerbrechenden Mutter, die von der Sorge um ihr Kind aufgerieben wird und zunehmend ihre eigenen Werte infrage stellt. Ihr Spiel ist souverän und präsent und zugleich außergewöhnlich durchlässig. Riemann lässt das Publikum hautnah am Innenleben ihrer Figur teilhaben, indem sie ihre Emotionen fein und zurückgenommen durchscheinen lässt, ohne sie demonstrativ auszuspielen.

Bemerkenswert ist dabei, wie Riemann sämtliche Alters- und Lebenszustände ihrer Figur ohne Weiteres glaubwürdig verkörpert. Durch ihre differenzierte Darstellung und kluge Interpretation der Rolle lässt sie das Publikum tief in die Gefühlswelt der Flo Bohringer eintauchen und dieser komplexen Figur von Anfang bis Ende gebannt folgen.

Eine außergewöhnliche schauspielerische Leistung. Gratulation!

 

LAURA TONKE für: „SEXUELL VERFÜGBAR“

Laura Tonke spielt Miki Walter, eine alleinerziehende Mutter, die sich mitten in einem Sorgerechtsstreit mit ihrem Exmann befindet. Ein flüchtiges Online-Date zeigt sie wegen Vergewaltigung an. In Wahrheit hat sie ihn auf seinen eigenen Wunsch hin mit einem Umschnalldildo penetriert.

Ihr freies und unkonventionelles Leben gerät nun vollkommen aus den Fugen. Aus dem Ehekäfig und tausend Zuschreibungen als Frau befreit, droht ihr nun der echte Knast. – Laura Tonke bewegt ihre Figur Miki im Auge ihres persönlichen Tornados mit einer Trockenheit und Lakonie durch alle Anfechtungen und Anfeindungen, dass man nur niederknien kann. Sie zeichnet ihre Figur als komplexe, nach Halt suchende Person, die sich ständig gegen Konventionen und Rollenbilder wehrt und dabei im Grunde genau das für sich reklamiert, was Männer seit Jahrhunderten ungebremst ausleben: Sexuelle Freiheit, berufliche und finanzielle Unabhängigkeit und trotzdem Elternschaft.

Ist bereits die Geschichte und die unberechenbare, allen Genre-Mustern einen Stinkefinger zeigende Inszenierung ein Knüller, so ist Laura Tonkes ebenso unkonventionelles Spiel eine kleine Sensation. Die Purheit ihres Spiels, so klar, offen und direkt, mit der sie das Erstaunen, die Fassungslosigkeit und das Entsetzten ihrer Figur zeichnet, entlarvt alle überholten, bürgerlichen Zuschreibungen für Frauen auf humorigste und überraschende Art und Weise.

Chapeau, Laura Tonke!

MARIE-LOU SELLEM für: „37 SEKUNDEN“

Marie-Lou Sellem beeindruckt mit ihrem subtilen, aber dennoch sehr kraftvollen, präzisen Spiel. Wird ihre Figur in der Anfangsfolge noch recht stiefmütterlich behandelt, so erarbeitet sie sich von Folge zu Folge eine immer größere Präsenz und Strahlkraft. Dies schafft sie, ohne dabei in typische Fallen von Nebenrollen zu tappen, die sich mehr Aufmerksamkeit erhoffen. Sie bleibt ihrem natürlichen, feinfühligen Stil treu und zieht uns gerade dadurch, auch aus dem Hintergrund, intensiv in den Bann.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser fabelhaften Wandlungsfähigkeit.

 

JULIANE KÖHLER für: „HAUS AUS GLAS“

Mit großer Spielfreude und Wachheit zeigt uns Juliane Köhler die vielen Facetten ihrer Figur. Sie ist Ehefrau, Mutter, Künstlerin, Liebhaberin, hungrig nach Freiheit. Sie erfüllt diese ambivalente Figur mit höchster Stimmigkeit, Nachvollziehbarkeit und Glaubwürdigkeit. Sie versteht es gekonnt, uns Einblick in ihren inneren Kampf zu erlauben, in ihre Stärke, aber auch in ihre Verletzlichkeit. Dadurch erschafft sie diese unglaublich spannende, facettenreiche Figur, deren Licht und Schatten wir uns nicht entziehen können, und auch nicht entziehen wollen.

Herzliche Gratulation zu dieser herausragenden Leistung.

 

LUISE HEYER für: „SÖRENSEN FÄNGT FEUER“

Eine großartige Leistung von Luise Heyer, die es schafft, in nur wenigen Auftritten der scheinbar makellosen Fassade ihrer Figur zuerst kleine Risse zu verpassen und schließlich das ganze Haus zum Einstürzen zu bringen. Sie glänzt durch hochgradig glaubwürdiges Spiel, großartiges Timing und die Kunst, Spannungsbögen ganz wunderbar aufzubauen. Dies macht sie ganz unaufgeregt, ja fast beiläufig. Eine Kollegin mit großer Wandelbarkeit! – In der Inszenierung zwischen künstlerischer Überhöhung und Naturalismus fühlt sie sich sichtlich wohl. Eine wirklich preiswürdige Leistung!

Herzlichen Glückwunsch, Luise Heyer!

Stunt Coordinator WANJA GÖTZ & TEAM für: „HELGOLAND 513“

Was passiert, wenn der Firnis der Zivilisation reißt?

Die Serie Helgoland 513 zeigt es. – Wenn es ums pure Überleben geht, um Essen, Wasser und Benzin, begehen Menschen Taten von Grausamkeit, Tücke, Verrat und Rohheit. Gewalt ist das probate Mittel zur Konfliktlösung, und wo das im Film verbildlicht werden soll, ist es Stunt-Arbeit.

Stunt Coordinator Wanja Götz und sein Team zeigen in den sieben Folgen der Serie ein breites Repertoire ihres Könnens. Die Stunts als künstlerisches Mittel zeigen Wirkung. Sie machen die physische Gewalt erfahrbar, zeigen das Brutale. Sie entwickeln in unseren Köpfen aber auch eine Vorstellung davon, welche psychische Gewalt auf die Protagonisten wirken muss, dass sie derartiges tun.

Diese Qualität möchten wir heute würdigen. Herzliche Gratulation, Wanja Götz und seinem Stunt-Team!

 

Stunt Coordinator RAINER WERNER & TEAM für: „KLEO (2. STAFFEL)“

Wenn Rezensenten eine Serie mit Action-Comedy-Drama bezeichnen, dann haben die Stunts der Serie „Kleo, 2. Staffel“ ihre Wirkung voll entfaltet.

In einer Welt, die von Hindernissen geprägt ist, konnten Rainer Werner und sein Team in Verfolgungsjagden und spannenden Kämpfen den unverwechselbaren Kleo-Humor gut vermitteln. Die Stunt-Szenen und -Choreografien sind schräg und witzig, und sie steigern die Herausforderungen, denen sich die Protagonisten gegenübersehen.

Ein besonderes Highlight ist die Verfolgungsjagd mit dem Motorrad, die wunderbar zur Charakterisierung der Titelfigur Kleo beiträgt.

Einen Glückwunsch an die Stunt-Spezialisten Rainer Werner und sein Team, die zur Qualität dieser Serie maßgeblich beigetragen haben!

MERLE VORWALD für: „DIE ZWEIFLERS“

Diese Serie begeistert, inhaltlich wie visuell. Merle Vorwald nimmt uns mit in die faszinierende Welt einer jüdischen Großfamilie und deren Umfeld in Frankfurt. So einzigartig, spannend, bunt und schrill das ist, die erzählte Welt behält ihre Glaubwürdigkeit. Die Szenerie verführt und bezaubert und bleibt doch auf dem Boden der Realität. Die Bilder tragen in die Geschichte und verströmen dabei ein wohltuend internationales Flair.

Merle Vorwalds tiefgründige Arbeit ebnet den Weg für einen mühelosen Zugang zu den anspruchsvollen und tief zwischen verschiedenen Weltanschauungen zerrissenen Charakteren. Hier wurde im besten Sinne psychologisch gearbeitet.  Chapeau für dieses visuelle und inhaltliche Geschenk, das zeigt, was für einen wichtigen Anteil Szenenbild an dem Zusammenspiel aller Gewerke hat.

Herzlichen Glückwunsch, Merle Vorwald!

 

TIM PANNEN für: „EINE BILLION DOLLAR“

In dieser Bestseller-Verfilmung sticht das sehr gelungene Szenenbild von Tim Pannen heraus.

Die anspruchsvollen, faszinierend gestalteten Locations, von Berlin über Italien quer um den gesamten Globus, sind inhaltlich breit gefächert und visuell stark umgesetzt. Tim Pannen bedient sie auf den Punkt, gestaltet sie um und komponiert sie gekonnt. Seine gebauten Räume fügen sich nahtlos und unaufdringlich in die neu erschaffene Filmrealität – und das ohne große Showeffekte. Das Zusammenspiel von Sets und Lichtgestaltung ist sehr gelungen. Und nicht nur hier lässt sich eine besondere Zusammenarbeit zwischen den Gewerken erkennen.

Die Farbigkeit, die Abfolge der Räume, die Genauigkeit im Detail, entsprechen den Charakteren und ihrem sozialen Status. Tim Pannen versucht nicht zu überhöhen. Er liefert eine feine Arbeit ab, die auf Realismus setzt, aber nicht oberflächlich oder übertrieben daherkommt.

Zu dieser gelungenen Leistung gratulieren wir herzlich, Tim Pannen!

MIROSLAV BABIC & FLORIAN HOLZNER & JULIAN KOSSMAN & ANSGAR FRERICH für: „KLEO (STAFFEL 2)“

In der zweiten Staffel von KLEO erschafft das Sound-Team um Miroslav Babic (Originalton), Florian Holzner & Julian Kossmann (Sound Design) und Ansgar Frerich (Mischung) eine spannende und kraftvolle Sound-Kulisse, die den turbulenten Plot unterstützt, sowie die Actionszenen und Stunts mit Wucht zum Klingen bringt. Durch eine vielschichtige Geräuschgestaltung können die Zuschauer*innen die Mächtigkeit und Gefährlichkeit der Fäuste und Waffen förmlich fühlen, aber auch in die Leichtigkeit der rauschhaften Partyszenen versinken.

In einer Welt, in der Niemandem zu trauen ist, wirken die Stimmen der Hauptfiguren räumlich wenig verortbar und unterstreichen so die Desorientierung der Menschen in diesem besonderen Zeitfenster der deutschen Geschichte.

Speziell die Stimme der Hauptfigur Kleo erscheint auf wunderbare Weise körperlos, atemlos und dadurch für Zuschauer*innen geheimnisvoll, unnahbar und undurchschaubar.

Die daraus entstandene Unverbindlichkeit der Dialoge zwischen den  Agent*innen erinnert sogar an den Verfremdungs-Effekt im Brechtschen Sinne. Durch dieses besondere, subtil und zugleich meisterhaft gestaltete Sound-Design entsteht eine künstlerische Distanz zu den Figuren, die es den Zuschauer*innen ermöglicht, mit Leichtigkeit und Humor durch diese turbulenten Zeiten zu reisen.

Ein großes Kompliment an das Tongestaltung-Team! – Gratulation!

 

BEA O´SULLIVAN & JÖRG ELSNER & CHRISTOPH MERKELE für: „SILBER UND DAS BUCH DER TRÄUME“

Bea O´Sullivan (Originalton) Jörg Elsner (Sound Design), Christoph Merkele (Mischung) und dem gesamten Sound-Team ist es in diesem Fantasy-Spielfilm gelungen, ein Spannungsfeld zwischen Wirklichkeit und Traumwelt zu erschaffen, das die Geschichte der Hauptfigur vorantreibt und die Zuschauer*innen in deren Erlebenswelt hinein saugt.

Besonders der symbolische Charakter der Geräuschpalette aus wässrigen Elementen, körperlich-realen Schallereignissen und tieffrequenten Atmosphären verdeutlicht die Reise der Protagonistin, die ihren tiefenpsychologischen Bedürfnissen nachforscht.

Es gelingt dem Tonteam nicht nur, die Sprache als künstlerisches Ausdrucksmittel des Schauspiels vielschichtig einzufangen, sondern auch, das Kontinuum zwischen direktem und indirektem Sprachschall zu nutzen, um Zuschauer*innen einen auditiven Fokus auf die Hörperspektive der Hauptfigur zu generieren.

Der Mut des Tonteams, auch Dissonanzen zwischen visueller und akustischer Erzählweise zu erzeugen, ermöglicht den Zuschauer*innen, den Thrill der Protagonist*innen nachzuvollziehen, wenn diese zunächst unwillkürlich und später absichtsvoll zwischen Traum und Wirklichkeit wandeln.

Mit viel Liebe zum Detail, großer Präzision und viel Fantasie wurde hier in der Tongestaltung und Mischung gearbeitet.

Ein besonderer Film, dessen besonderer Sound unbedingt Anerkennung verdient. Herzliche Gratulation!

 

URS KRÜGER & KAI STORCK & TOBIAS FLEIG für: „SÖRENSEN FÄNGT FEUER“

Das Team um Urs Krüger (Originalton), Kai Storck (Sound Design) und Tobias Fleig (Mischung) kreiert eine Tonebene, die Raum für Zwischentöne schafft und die Zuschauer*innen in die Weite der Handlungsorte in Nordfriesland eintauchen lässt.

Die hervorragende Sprachverständlichkeit über Bewegungen, Raumwechsel und Intentionsänderungen hinweg lässt das Spiel fließend erscheinen und ermöglicht eine differenzierte sowie vielschichtige Darstellung der Figuren.

Besonders in leisen Dialogen glänzt die Tongestaltung durch eine technisch saubere Qualität, die alle Farben der Stimmen abbildet und so einen akustischen Raum für die Beziehung der Figuren zueinander erschafft. Dadurch entsteht eine intelligente Komik im Dialog, die der düsteren Thematik des Films eine menschliche Farbe verleiht.

Diese Tongestaltung wirkt ehrlich, gleichzeitig reduziert und lässt die Zuschauer*innen in die Wirklichkeit der Figuren in Nordfriesland eintauchen, ganz im Sinne des nordischen Handlungsortes. Die große Glaubwürdigkeit macht den Charme dieser hervorragenden Tongestaltung aus. Geräusche und Atmosphären vermitteln die Feuchtigkeit in der Luft, das Wasser in den Schuhen und den Nebel über der weiten Landschaft.

So macht ein Krimi im Norden Spaß. – Wir gratulieren!

ASHKAN RAHGOZAR & ALFONSO MAESTRO & STEFANIE KICK & CORNELIA FRECHE & NILS ECKHARDT für: „FRIEDEFELD“

„Friedefeld“ bringt einen frischen Impuls in die deutsche Animationslandschaft und nimmt das Publikum in zehn dynamischen Episoden voller satirischer Abenteuer mit auf eine Reise durch das moderne Leben.

Die Figuren – Paul, der ewige Prokrastinator, Barbie, die durchsetzungsstarke CEO, und Ludwig, der leidenschaftliche Weltverbesserer – entfalten ihren ganz eigenen Charme, der typisch für das Genre der animierten Sitcoms ist.

Die Serie trifft den Nerv der Zeit und jongliert geschickt mit aktuellen Themen wie Klimawandel, Greenwashing, sozialer Ungleichheit und den skurrilen Tücken unserer technologisierten Welt.

„Friedefeld“ stellt radikale, oft existenzielle Fragen und setzt dabei auf einen Humor, der die Absurdität unserer Alltagsfragen und die großen moralischen Dilemmata gleichermaßen anspricht. Mutig beschreitet die Serie neue Wege im deutschen Fernsehen und zeigt, dass Animationsserien auch hierzulande kluge Unterhaltung für Erwachsene sein können.

Für diesen kreativen und innovativen Beitrag verdient Friedefeld besondere Anerkennung in der deutschen Fernsehlandschaft. – Gratulation!

 

PASCAL BUSSMANN & JOHANNA BISCHOPINK & TIMO STAMPA & MATTHIAS BACKMANN für: „KLEO, STAFFEL 2“

Die Visual Effects in „Kleo, Staffel 2“ überzeugen durch ihren zeitgemäßen Einsatz, um die wichtigen Beats der Geschichte erzählen zu können.

Die Set-Extensions, wie das Hotel, der Flughafen Moskau, die alte DDR-Architektur und die übertriebene Statue im Garten von Kleos Großmutter sind nicht nur technisch einwandfrei und auf dem qualitativen Niveau, das man mittlerweile auch von heimischen Streamer-Produktionen erwartet, sondern tragen in wesentlichem Maße dazu bei, die Schauplätze zu verorten.

Sie unterstützen vor allem bei der brutalistischen Stalin-Architektur wesentliche Aspekte des Storytellings, ohne in irgendeiner Form künstlich oder falsch zu wirken.

Auch die anderen Visual Effects, wie der Dampf in der Sauna, das Blut am Boden oder die zerschossene Brille sind ganz wunderbare Beispiele dafür, wie Visual Effects andere Departments unterstützen und dabei helfen, Zeit am Set einzusparen.

Herzlichen Glückwunsch für das VFX-Team!

 

MICHAEL SIEBER & MATHIAS SCHRECK & MICHAEL HOCKEY & NADINE SCHWENK & BERTER ORPAK    für: „NEUE GESCHICHTEN VOM PUMUCKL“

Die Serie „Neue Geschichten vom Pumuckl“ schafft es, den Charme der Originalserie in neuen Geschichten aufleben zu lassen.

Dies gelingt vor allem durch die visuelle Interpretation von Pumuckl und seiner Umgebung. Mittels einer Kombination aus 2D- und 3D-Animationtechniken wird eine faszinierende Ästhetik geschaffen, die Jung und Alt in ihren Bann zieht.

Der schelmische Kobold Pumuckl wird mit lebendigen Farben und dynamischen Bewegungen zum Leben erweckt, was die emotionale Tiefe und den Humor der Geschichten unterstreicht.

Es ist den Animations- und VFX Spezialisten hervorragend gelungen, einen digitalen Charakter zu erschaffen, dessen Abenteuer eine fesselnde und unterhaltsame Erfahrung bieten, die sowohl Kinder als auch Erwachsene anspricht und den Charme der Originalserie auf moderne Weise neu interpretiert.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser gelungenen „Wiederbelebung“!

Danke an:

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