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Die DEUTSCHE AKADEMIE FÜR FERNSEHEN soll in der öffentlichen Diskussion über die Medien und ihre Inhalte zu einer Stimme der Fernsehschaffenden werden und das Bewusstsein für die kreativen und künstlerischen Leistungen derjenigen, die die Fernsehprogramme gestalten, fördern und stärken.

Zweck laut Satzung der DEUTSCHEN AKADEMIE FÜR FERNSEHEN ist die Entwicklung des deutschen Fernsehens als wesentlichen Bestandteil der deutschen Kultur sowie der deutschen Kulturwirtschaft zu fördern und deren Vielfalt zu erhalten, das Gespräch und den Austausch von Ideen und Erfahrungen zwischen den deutschen Fernsehschaffenden insbesondere auch zwischen freiberuflichen und in Sendern festangestellten anzuregen, zu stärken und zu pflegen, den Diskurs zu inhaltlichen und wirtschaftlichen Aspekten des deutschen Fernsehens zu führen.

Dazu werden öffentliche Veranstaltungen zu kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Themen im audiovisuellen Bereich organisiert, Weiterbildungsveranstaltungen für im audiovisuellen Bereich tätige Personen unter Leitung von Mitgliedern des Vereins oder externen Experten durchgeführt, und die Verleihung einer Fernsehauszeichnung, gegebenenfalls mit noch zu bestimmenden Partnern, vorbereitet und durchgeführt.

Die Akademie hat ihren Sitz in Berlin und München. Sie wird allen kreativen Fernsehschaffenden mit langjähriger Erfahrung und besonderer Leistung bei der Herstellung deutscher Fernsehwerke aus den Bereichen Fiction, Non-Fiction, Unterhaltung und Journalismus offen stehen.
Ab 2024 ist der normale Beitragssatz € 180, in Ausnahmefällen ist er reduziert.

Bitte beachten Sie unsere angepassten Mitgliedsbeiträge ab Januar 2024.

Diese entnehmen Sie der aktualisierten Beitragssatzung unter https://daff.tv/wp-content/uploads/2023/09/Beitragsanpassung_Anlage3_MVDAfF_2023_final.pdf

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Empfänger: Deutsche Akademie für Fernsehen e.V.
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Satzung

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2023

2022
5. Dezember 2022

Auszeichnung 2023

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Impressionen & Fotosets

Fotosets:

Hier haben Sie die Möglichkeit die Fotos der Veranstaltungen als Komplettsets herunterzuladen.

Bitte beachten Sie bei Verwendung die Nennung des Copyrights:
DAfFNE 2023_©_DAfF_Hauter&Eichentopf

Klicken sie zum Download des Fotosets jeweils auf das dazugehörige Foto.

Sollten Sie ein Foto ohne Beschriftung finden und die Namen der Personen kennen, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns diese unter Nennung der Fotonummer mitteilen.

Verleihung

Gewinnerinnen & Gewinner

Roter Teppich

Party

Empfang

Gewinner & Gewinnerinnen 2023

Bildgestaltung

Martin Langer © Ennenbach
Kleo | Netflix | Zeitsprung Pictures GmbH |

Tobias Koppe © JuliaTerjung
Kleo | Netflix | Zeitsprung Pictures GmbH |

In der Welt des Films ist die Kamera oft die Unsichtbare, die die Essenz einer Geschichte einfängt. Martin Langer und Tobias Koppe haben die Gabe, mit dieser Unsichtbaren etwas Sichtbares und Magisches zu schaffen. Ihre Arbeit an „Kleo“ ist eine Hommage an die Macht der visuellen Erzählkunst.
Jede Einstellung, jeder Kamerawinkel und jedes Lichtsetzen in „Kleo“ sind wie ein eigenes Kunstwerk, das die Handlung vertieft und die Zuschauer in die Welt der Serie zieht.
Doch ihre Fähigkeiten gehen weit über technische Expertise hinaus. Martin Langer und Tobias Koppe besitzen ein außergewöhnliches Gespür für Ästhetik und Atmosphäre. Sie verstehen es, die Stimmung einer Szene so zu gestalten, dass sie die Gefühle der Charaktere widerspiegelt und das Publikum auf einer emotionalen Reise mitnimmt.
Ihre kreative Herangehensweise und ihr Engagement haben „Kleo“ auf ein höheres künstlerisches Niveau gehoben.
Herzlichen Glückwunsch, Martin Langer und Tobias Koppe, zu dieser wohlverdienten Auszeichnung, und vielen Dank für Ihre inspirierende Arbeit in der Welt des Fernsehens.

Casting

Dorothee Weyers © Gerhard Kasper
Bonn – Alte Freunde, neue Feinde| ARD | Odeon Fiction GmbH |

Der ARD-Mehrteiler „Bonn – Alte Freunde, neue Feinde“ führt in die 50er Jahre der Bundesrepublik und erzählt vom Kampf des ersten Verfassungsschutzpräsidenten Otto John gegen die Seilschaften der Alt-Nazis und deren geheime Aktivitäten zur Wiederbewaffnung. Ein solcher Stoff lässt Zeitgeschichte anhand von historischen und fiktiven Figuren für die Nachwelt erlebbar werden, ist jedoch für das Casting eine besondere Herausforderung.
Dorothee Weyers meistert sie äußerst gelungen mit der Zusammenstellung eines facettenreichen und stimmigen Ensembles. Sebastian Blomberg spielt den Nazi-Jäger Otto John nicht als fehlerlosen Helden, sondern als klugen und entschlossenen, aber zuweilen rücksichtslos vorgehenden Geheimdienstchef. Als Gegenspieler ist Martin Wuttke besetzt, der den Chef der Organisation Gehlen als Intriganten und Siegertyp darstellt.
Innerhalb dieses von zwei charismatischen Schauspielern gestalteten Duells muss sich eine junge Schauspielerin behaupten. Die Besetzung dieser Hauptrolle mit der noch nicht so prominenten Mercedes Müller erweist sich als Glücksfall. Sie spielt eine junge Frau, die zwischen die politischen Fronten und in Konflikt mit dem eigenen Vater gerät. Voller Leidenschaft und Authentizität gestaltet Mercedes Müller nicht nur das Dilemma ihrer Figur. Sie verkörpert zugleich den mutigen Aufbruch der jungen Frau, die sich von den Konventionen ihrer Zeit emanzipiert. Und obgleich der gesamte Cast mit überzeugenden Darstellern in vielschichtigen Rollen aufwartet, ist die Besetzung der Hauptrolle mit Mercedes Müller das Highlight der Drama-Serie.
Ein Hoch auf das brillante Casting von Dorothee Weyers!

Dokumentarfilm

Florian von Stetten © Laura Leick
Stell dir vor, es ist Krieg… | ARD | WDR, NDR |

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs untersucht Florian von Stetten unser kompliziertes Verhältnis zur Bundeswehr. Seine eigene Biografie – von Stetten verweigerte den Kriegsdienst während seiner Bundeswehrzeit – spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Frage nach dem Töten. Seine Gesprächspartner konfrontiert er mit einer Waffe und einem Pappkameraden als Zielscheibe. So unterschiedlich ihr Umgang mit diesen Requisiten, so unterschiedlich sind die Antworten der intelligent ausgewählten Positionen auf die Frage nach dem jeweiligen „Ernstfall“. Niemand antwortet mit oft gehörten Floskeln, alle hatten persönliche Geschichten in Erinnerung.
Die deutsche Geschichte ist dabei der rote Faden, vor dem das Thema Waffen und Bewaffnung erörtert wird. Sehr intelligent nützt Florian von Stetten das Archiv. Etwa den ergreifenden Vortrag von Celans „Todesfuge“ durch Ida Ehre vor dem Bundestag. Aber auch Schlager oder Werbefilme werden klug eingesetzt. So die angeblich „weiße Weste“ der Deutschen bei der Wiederbewaffnung in den 50er Jahren oder den vorgeblich einfachen Lösungen durch Putzmittel wie dem „General“. Auch die unterschiedlichen Sichtweisen in der BRD und der DDR werden thematisiert. Dramaturgisch hervorragend gebaut, gibt der Film keine eindeutigen Antworten. Er stellt viel mehr Fragen an seine Zuschauer:innen. Die Antworten muss jeder für sich selbst finden. Essayfilme wie dieser finden sich viel zu selten in der heutigen Fernsehlandschaft. Umso erfreulicher ist es, dass Florian von Stettens Film „Stell dir vor, es ist Krieg…“ entstehen konnte.
Dazu gratulieren wir herzlich!

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Drehbuch

Silke Zertz
Laufen | ZDF | Relevant Film Produktionsgesellschaft mbH |

Als der Lebenspartner der Cellistin Juliane Selbstmord begeht, bricht eine Welle von Schuldgefühlen über sie herein: Johann hatte nie überwunden, dass Juliane keine Kinder bekommen kann. – Wie konnte sie seine Verzweiflung übersehen? War sie zu sehr auf ihre Karriere fixiert?
Was folgt, ist ein langer Weg zurück ins Leben, zu ihrem Cello, zu sich selbst.
Silke Zertz lässt keine der Stationen des Schmerzes aus, reiht sie aber nicht linear auf, sondern folgt dabei den inneren Gedankensprüngen und dem mentalen Auf und Ab, welches einem Trauerprozess eigen ist.
Julia läuft – und an ihrem Stil, ihrer Ausdauer, den Gedanken, die sie beim Laufen begleiten, erkennen die Zuschauer, in welcher Phase der Aufarbeitung des Todes ihrer großen Liebe sie sich befindet.
Isabel Bogdans Roman galt als unverfilmbar, und es ist Silke Zertz‘ Kunst zu verdanken, dass LAUFEN es auf den Bildschirm geschafft hat. So kann diese Verfilmung vielleicht noch viel mehr Menschen als das ursprüngliche Buch die Hoffnung geben, dass Trauer ihre Zeit braucht.
Gekonnte Fernsehspiele dieser Qualität zu relevanten Themen sähen wir gerne häufiger.
Herzlichen Dank, Silke Zertz, für LAUFEN!

Fernseh-Journalismus

Anja Buwert
ProSieben THEMA. Afghanistan im Griff der Taliban | ProSieben | PQPP2 GmbH |

Thilo Mischke
ProSieben THEMA. Afghanistan im Griff der Taliban | ProSieben | PQPP2 GmbH |

Kosei Takasaki © Takasaki
ProSieben THEMA. Afghanistan im Griff der Taliban | ProSieben | PQPP2 GmbH |

Thilo Mischke und sein Team – die Produzent:in Anja Buwert und der Regisseur Kosei Takasaki – zeichnen ergreifend das Bild eines zerrütteten Landes – von verzweifelten Menschen, die sich in harte Schicksale fügen müssen. Thilo Mischke trifft sich mit Taliban-Kämpfern, die offen ihre Macht demonstrieren. Der Film stellt aber auch die Frage, wie sinnvoll das westliche Konzept für Afghanistan war. Das Team begibt sich mutig in heikle Situationen und konfrontiert sich mit Hinterbliebenen der Opfer westlicher Militäreinsätze. Die Reportage erzählt aber auch von Menschlichkeit und Hoffnung. So berührt dieses ProSieben-Thema viele verschiedene Aspekte, ohne beliebig zu sein. In jeder Sekunde ist das Herzblut der Macher:innen und Macher zu spüren.
Herzlichen Glückwunsch zu dieser Arbeit!

Fernseh-Unterhaltung

David Steinberger © Max Motel Steinberger Silverstein
Browser Ballett | ZDFneo | Steinberger Silberstein GmbH |

Raphael Selter © Max Motel-Steinberger Silberstein
Browser Ballett | ZDFneo | Steinberger Silberstein GmbH |

Elena Münker © Vincent Tautenhahn
Browser Ballett | ZDFneo | Steinberger Silberstein GmbH |

Simon Ostermann © Johannes Greise
Browser Ballett | ZDFneo | Steinberger Silberstein GmbH |

Clemens Beier © David Seising
Browser Ballett | ZDFneo | Steinberger Silberstein GmbH |

Das Browser Ballett schafft es, Themen, die wahrlich nicht lustig sind, dennoch aufs Korn zu nehmen, indem es sich ganz auf die Parodie der typischen deutschen Satire-Prototypen konzentriert.
Zum Beispiel: Eine fiktive monothematische Politik-Talkshow zu einem russischen Atomschlag auf Deutschland scheut keine Tabus. Sie geht mit einem Countdown zur Apokalypse dahin, wo es inhaltlich richtig weh tut – und das mit einer erfrischenden Respektlosigkeit.
Das Gespräch, das sich zwar zeitweise abgefahren, aber stellenweise durchaus echt anfühlt, ist nicht nur humoristisch, sondern regt zum Nachdenken an. Vielleicht ja auch diejenigen, die als Vorbilder für die an Eitelkeit und Ignoranz nicht zu übertreffenden Talkgäste gedient haben.
In der Folge „Fire For Future“ des Browser Ballets – das sich selbst als ‚das offizielle Organ der deutschen Gegenwartsbewältigung mit Satiren zu den Krisen der Zeit‘ bezeichnet – gerät eine gut gemeinte Klimademo vollständig aus den Fugen und endet im größten Torfbrand der Geschichte.
Danke für so viel Mut und herzliche Gratulation!

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Filmschnitt

Tina Freitag © Christian Mai
Rammstein – Das durchstoßene Herz | ARD | FFP New Media GmbH |

Große Künstler ordnen sich ihren Geschichten unter. Tina Freitag hat das beim Schnitt von „Ramstein – Das durchstoßene Herz“ beherzigt und die Spannung der einzelnen Schicksale mit den vielen Erzählperspektiven der Beteiligten in verschiedenen Zeitebenen feinfühlig verwoben und austariert.
Der Schnitt ist nicht laut. Er ist kaum sichtbar. Er folgt dem Fluss der Intensität der Protagonisten, ihrer Blicke und Gesten mit feinster Präzision.
Der Wechsel zwischen den bitteren Recherchen über die Flugschau-Katastrophe und den tragischen Lebensgeschichten, die damit verbunden sind, lässt einen Sog entstehen, dem man sich schwer entziehen kann. Wie eine vollkommene Bewegung, ein eleganter Fluss treibt die Montage die einzelnen Handlungsstränge voran.
Nur einmal, wenn es um den Wendepunkt, die Katastrophe selbst geht, wird der Schnitt sichtbar. Eine jähe Zäsur, wenn die Zeit stehen bleibt! Lautlos und doch gewaltig … wenn dieser Moment das Leben der Protagonisten in ein Vorher und die Frage des Überlebens im Nachher zerteilt. Oder den Tod.
Billy Wilder hat einmal gesagt: „Man beachtet denjenigen nicht, der harte Arbeit leistet, um alles ganz mühelos aussehen zu lassen.“
Tina Freitag hat mit ihrer herausragenden, sensiblen Montage von „Ramstein – Das durchstoßene Herz“ hier wieder bewiesen, dass diese oft unsichtbare Kunst groß und auszeichnungswürdig ist.
Dazu gratulieren wir herzlich!

Kostümbild

Natascha Curtius-Berger
Luden – Könige der Reeperbahn | Amazon Prime Video | NEUESUPER GmbH |

Natascha Curtius-Berger hat mit Ihrer Arbeit für LUDEN einen wahren Kostümkosmos geschaffen. Die 6-teilige Serie erzählt vom Aufstieg des „schönen Klaus“ und seiner Gang in den 1980er Jahren auf der Reeperbahn in St. Pauli.
Natascha Curtius-Berger hat ein sehr eigenes, phantasievolles, oft überraschendes Kostümbild entwickelt. Es verlässt den Rahmen der historischen Zeit nicht, ist aber ein sehr stilisiertes, eigenes Werk, das den Stil dieser Serie mitbestimmt.
Es ist ihr gelungen, für die Charaktere einen eigenen Stil zu finden, der sie in ihrer Entwicklung und auf ihren Lebenswegen durch die schrille, bunte, dreckige und kaputte Welt der berühmten Hamburger Amüsiermeile begleitet. Die Figuren strahlen Faszination und Empathie – aber eben auch Abscheu und Mitleidlosigkeit aus.
Herausragend die Kostüme des „Klaus“: immer eine Spur „drüber“, sowie die Kostüme der Rolle „Jutta“, die ihre Figur zwischen mondäner Eleganz und schäbigem Elend schillern lässt.
Bemerkenswert sind in diesem Kontext die Frauenrollen: so die Figur der „Jutta“, deren Verletzlichkeit, Desillusioniertheit und Durchhaltewillen im Kostüm treffend zum Ausdruck kommt. Oder das naive, neugierige Mädchen aus der Provinz, die Mädchen aus dem Kiez, erfahrene Huren oder auch alt gewordene Frauen, Abhängige, Suchende, Ausgenutzte, Benutzte, Erschöpfte – für alle findet das Kostüm Form und Stil ganz eigener Art in einer Brandbreite, die erstaunlich ist.
Dieses Kostümbild von Natascha Curtius-Berger ist ein eigenständiges, eigensinniges Werk, welches mit seiner künstlerische Überhöhung den Stil und Look diese Serie maßgeblich mitbestimmt.
Das ist eine DAfFNE wert!

Maskenbild

Georg Korpás
Luden – Könige der Reeperbahn | Amazon Prime Video | NEUESUPER GmbH |

Beim Maskenbild zu „Luden – Könige der Reeperbahn“ schätzen wir die Liebe fürs Detail, die keine noch so kleine Rolle vernachlässigt.
Jede Figur ist voller Liebe gestaltet, der Zeitgeist ist überzeugend eingefangen. Auch Hässlichkeit und Verfall überzeugten uns über alle Maßen. Georg Korpás und seinem Team ist es gelungen, wundervoll markante Charaktere zu kreieren – sie sind hässlich und schön zugleich. Der gekonnte Einsatz von Perücken zeigt hier wieder einmal, wie viel mit Haar und Frisur erzählt werden kann.
Wir sind begeistert! Herzlichen Glückwunsch!

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Musik

Andreas Pfeiffer © Lily Erlinger
A thin line | Paramount+ | Weydemann Bros. GmbH |

Schon mit dem Titelsong „Signature“ gibt Andreas Pfeiffer in dieser Serie, die im Klimaaktivistenmilieu spielt, eindrucksvoll den Zeitgeist wieder, der die Protagonisten antreibt. Die rein synthetische, sampler-basierte Musik verschmilzt mit dem Film zu einer einzigartigen Einheit. Dabei sind die äußerst geschmackvollen Klangflächen, aus denen immer wieder meisterhaft arrangierte Pulse hervortreten, nur an exponierten, spannenden Stellen eingesetzt. Weite Strecken des Films sind musikalisch nicht vertont, wodurch die vertonten Szenen mit Musik noch eindringlicher werden. Das oft hohe Tempo der Musik drückt die Atemlosigkeit aus, die viele Menschen umtreibt, die sich der Zeitnot im Kampf gegen die Klimakrise bewusst sind.
Eine moderne, auszeichnungswürdige Filmmusik. Wir gratulieren!

Produzent:in

Amelie von Kienlin
Munich Games | Sky | Amusement Park Film GmbH |

Die Sky-Produktion um ein deutsch-israelisches Freundschaftsspiel anlässlich der Gedenkfeier zum Attentat von 1972 ist schon in der Grundidee ein Produktionswagnis höchster Kategorie und das Gespür für die Stoffentwicklung ein Teil der produzentischen Leistung: Der Nahost-Konflikt wird hier als ein – im besten Sinne – altes Thema aufgegriffen, das bis in die Gegenwart reicht. Und wie wir heute wissen, auf brutale und traurige Weise weit darüber hinaus.
Mithin ist der Plot gespickt von unsichtbaren roten Linien, die mit politischem und kulturellem Feingefühl eingehalten werden müssen. Diese heiklen politischen Themen so geschickt und erfolgreich mit einer Serien-Dramaturgie auf höchstem internationalem Niveau zu verbinden, verdient Anerkennung.
Die komplexe Handlung bedarf einer gewieften Zuschauerführung. Die Besetzung muss den kulturellen Diversitäten gerecht werden, ohne Klischees zu bedienen. Wechselnde Sprachen in überkreuzenden Dialogen verlangen enorme Einsicht in kulturelle Sprechgewohnheiten…
…und schließlich soll es über sechs Folgen vor allem spannend bleiben! All das gelingt unter der hervorragenden Regie von Philipp Kadelbach, der eleganten Kamera von Jakub Bejnarowicz und dem Buch von Martin Behnke und Michal Aviram. Aviram ist bekannt für die großartige israelische Serie „Fauda“ – und somit tief im Stoff. Es ist ein echter Coup, sie für die „Munich Games“ gewonnen zu haben. Auch hier wird die produzentische Leistung deutlich.
Die Produzentin Amelie von Kienlin hat all diese Herausforderungen erfolgreich bewältigt, alle Elemente und Talente passend zusammengeführt, so dass mit „Munich Games“ eine Serie entstanden ist, die das oft geforderte internationale Niveau wahrhaft erreicht. Wir gratulieren herzlich!

Redaktion/Producing/Dramaturgie

Rolf Bergmann © rbb
Berlin – Schicksalsjahre einer Stadt | rbb | solo:film GmbH |

Franziska Schulz-Elmalih
Berlin – Schicksalsjahre einer Stadt | rbb | solo:film GmbH |

Ulrike Gerster © Christian Möller
Berlin – Schicksalsjahre einer Stadt | rbb | solo:film GmbH |

„Berlin-Schicksalsjahre einer Stadt“ ist ein ehrgeiziges Großprojekt. Zeiträume der deutschen Hauptstadt, in denen sich bedeutende historische Veränderungen ereigneten, werden anhand von chronologisch geordneten Archivaufnahmen dokumentiert.
Das Mosaik kleinteiliger Filmdokumente wird durch einen sparsamen, informativen Erzähltext und multi-perspektivische Interviews mit Zeitzeugen zu einer spannenden Chronik verbunden. Eine besondere Stärke dieses Dokumentarformats liegt darin, dass es das zeitgeschichtlich Übergreifende mit dem Individuellen und Persönlichen verbindet. Die klug ausgewählten Interviewpartner, vom Regierenden Bürgermeister bis zum AfD-Aussteiger, spiegeln die unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven der Zeitzeugen. Die ruhige Atmosphäre der Interviews setzt einen Kontrapunkt zu den teilweise erschütternden Ereignissen und gibt dem Zuschauer Raum für eigene Reflexion.
Besonders hervorzuheben ist, dass es sich bei dieser Dokumentarserie um eine Eigenproduktion des RBB handelt, bei der mit Rolf Bergmann & Franziska Schulz-Elmahli & Ulrike Gerster Redakteure aus verschiedenen Redaktionen erfolgreich zusammengearbeitet haben.
Eine auszeichnungswürdige Leistung!

Danke an:

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Regie

Laura Lackman © players
Luden – Könige der Reeperbahn | Amazon Prime Video | NEUESUPER GmbH |

Stefan A. Lukacs
Luden – Könige der Reeperbahn | Amazon Prime Video | NEUESUPER GmbH |

Manchmal schwer auszuhalten, immer konsequent und rasant; insgesamt meisterhaft: Laura Lackmann und Stefan A. Lukacs haben mit ihrer Serie „LUDEN – KÖNIGE DER REEPERBAHN“ einen künstlerisch anspruchsvollen Blick in die bundesdeutsche Zeitgeschichte geworfen. Cast, Bildgestaltung, Montage, Ausstattung und Mise-en-scène verschmelzen zu einem organischen Ganzen, das so selten zu sehen und zu erleben ist. Die außerordentlich harte, dichte und zugleich poetische Inszenierung vom Aufstieg des Zuhälters Klaus Barkowski nimmt all ihre Protagonistinnen und Protagonisten ernst, räumt Jeder und Jedem Platz und Respekt ein. Vor allem die Frauenfiguren werden hier nicht zum „Schauwert“ degradiert, sondern handeln im Guten wie im Schlechten mit einer eigenen Agenda.
Ein Streaming-Erlebnis, das lange nachhallt.
Herzlichen Glückwunsch!

Schauspieler Hauptrolle

Godehard Giese © Nils Böddingmeier
Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster | ARD | Bavaria Fiction GmbH |

Godehard Giese lässt uns als Fred in „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ Zeuge eines emotionalen Auftauens werden. Je mehr sich Fred aus seiner Erstarrung löst, desto mehr beginnt er uns zu fesseln. Meisterhaft und mit sparsamsten Mitteln spielt Giese auf der Klaviatur der Zwischentöne, der Uneindeutigkeit. Jede gefühlvolle Nuance von Giese geht uns durch Mark und Bein. Immer mehr öffnet er das Fenster zur Seele dieser Figur und berührt uns schließlich zutiefst. Sein Spiel ist waidwund, filigran und durchströmt von einer zarten Komik. Wir sehen auf dem Bildschirm uns, einen Menschen aus Fleisch und Blut, und keine bloße Darstellung mehr. Das ist in höchstem Maße inspirierend und unbedingt auszeichnungswürdig.
Herzlichen Glückwunsch!

Schauspieler Nebenrolle

Henning Flüsloh © Rafaela Prell
Luden – Könige der Reeperbahn | Amazon Prime Video | NEUESUPER GmbH |

Wie Henning Flüsloh seiner Rolle des Andy Leben einhaucht, ist sensationell. Er verkörpert die Gefährlichkeit des Underdogs, die Unberechenbarkeit eines zutiefst verletzten Menschen mit einer inneren Sicherheit und Glaubwürdigkeit gerade so, als wäre er als Andy geboren. Seine Figur taumelt durch emotionale Tiefen, die Flüsloh wie ein Jongleur mit Leichtigkeit und nicht selten auch großem Humor durchwandert. Dieser Andy ist ein Vulkan und Henning gibt Andy eine Körperlichkeit, die seine Emotionen deutlich zeigen. Es entsteht ein mehrschichtiger Charakter, der nicht gegen seine Gefühle ankommt, die immer wieder aus ihm herausbrechen, auch wenn Andy weiß, dass er besser nicht zuschlagen sollte. Flüsloh lässt uns teilhaben am Erleben des unverstandenen Underdogs, dessen Schmerz größer ist als die Vernunft.
Eine auszeichnungswürdige Leistung! Herzlichen Glückwunsch!

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Schauspielerin Hauptrolle

Jella Haase © Linda Rosasaal
Kleo | Netflix | Zeitsprung Pictures GmbH |

Mit ihrer herausragenden Verkörperung der Profi- beziehungsweise Stasi-Killerin in der achtteiligen Netflix-Serie „KLEO“ spielt sich Jella Haase in die erste Reihe.
Ihre Figur wird von ihr in beeindruckender Art und Weise facettenreich dargestellt und das in jeder Nuance.
Ihr Gesichtsausdruck und ihre körperliche Hingabe reichen aus, um dem Zuschauer die Zentralfigur dieser Serie nahe zu bringen.
Die Rolle ist vielschichtig und verlangt nach Extremen, was Jella Haase sowohl in den verschiedenen Entwicklungsbögen der Figur als auch in jeder Sequenz meisterhaft gelingt.
Eine großartige Schauspielerin, wir ziehen unseren Hut und gratulieren!

Schauspielerin Nebenrolle

Barbara Nüsse © Peter Hönnermann
Tatort: Abbruchkante | WDR| Bavaria Fiction |

Barbara Nüsse gelingt es, der betagten Pensionswirtin Karin Bongartz eine erfrischend jugendliche Leichtigkeit zu verleihen, die die Welt dieses Tatorts mit viel Herzenswärme und ansteckendem, teils trockenem Humor aufhellt.
Ihr reduziertes und aufrichtiges Spiel ist absolut überzeugend. Ihr Charme ist umwerfend; ihre Kamerapräsenz und ihre Wandelbarkeit ziehen uns in ihren Bann. Sympathisch und ehrlich ist sie sozusagen die Kirsche auf der Sahne des Projektes. Mit geballter Energie und einer Spur Sarkasmus bleibt sie absolut in Erinnerung. … Und das mit 81 Jahren! – Wunderbar!
Es ist längst an der Zeit, die Theaterkoryphäe Barbara Nüsse auch für ihre außergewöhnliche Leistung als Filmschauspielerin zu würdigen.
Das ist eine DAfFNE wert!

Stunt

Daniela Stein
Babylon Berlin – Staffel 4| Sky, ARD | X Filme Creative Pool GmbH |

Ulrik Bruchholz © Ulrik Bruchholz
Babylon Berlin – Staffel 4| Sky, ARD | X Filme Creative Pool GmbH |

Billy Buff
Babylon Berlin – Staffel 4| Sky, ARD | X Filme Creative Pool GmbH |

Die 30er Jahre, kurz vor dem verhängnisvollen Wendepunkt der deutschen Geschichte. Das babylonische Berlin tanzt nahe am Abgrund und damit auch die Protagonisten der Serie. Grundstoff für Stunts unterschiedlichster Art, die den Folgen der vierten Staffel in einer Breite Dynamik verleihen, die allein eine Würdigung wert wäre.
Daniela „Dani“ Stein, Ulrik Bruchholz und Billy Buff haben dabei herausragende Stunts geschaffen, die im Gedächtnis haften bleiben. So zum Beispiel der Kampf in einem gläsernen Versuchslabor, in dem sich Gereon Rath alias David einem Goliath stellt. Sehr ungleiche Gegner. Das Stunt-Team hat diese Unterschiedlichkeit kreativ genutzt und einen kraftvollen Kampf mit ungewöhnlichen Kampftechniken und Bewegungsabläufen geschaffen. Mithilfe der Transparenz der Wände entstanden einprägsame Bilder, welche physikalischen Kräfte da am Werk sind. Die lassen nicht nur die Glaswand erzittern.
Eine besondere Leistung ist es, einen körperlich Unterlegenen so gewinnen zu lassen, dass es auch eine Nominierungs-Kommission der eigenen Sektion überzeugt. Das ist dem Dreierteam herausragend gelungen!
Herzlichen Glückwunsch!

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Szenenbild

Szenenbild_KLEO_IsabelvonForster

Isabel von Forster
Kleo | Netflix | Zeitsprung Pictures GmbH |

„KLEO“ ist eine Serie, die das Übertriebene zelebriert. Dies trifft nicht nur auf die Charaktere zu, sondern auch auf das Production Design von Isabel von Forster. Ihre Sets bestechen durch eine große Liebe fürs Detail von Farben, Mustern, Texturen und Licht. Alles wirkt in sich stimmig und steht für eine große Dichte der Kommunikation – sowohl innerhalb des Art Departments, das Großartiges hergestellt hat, als auch mit Regie und Kamera, die sichtbar Spaß daran hatten, den Detailreichtum anzunehmen und damit zu arbeiten.
Leichtfüßig und frech bewegt sich der Look der Serie zwischen historischer Korrektheit und fantasievoll crisper Eigenwilligkeit. Dass sich das Production Design diese Freiheiten nimmt, unterstützt die sehr überzeichneten Charaktere immens. Man spürt immer die gute Recherche, und doch baut Isabel von Forster ein eigenwilliges Szenenbild auf, das wiederholt überrascht und trotzdem eine klare Linie hat. Wunderbar.
Eine wirklich sehr gelungene Arbeit, zu der wir Isabel von Forster und Ihrem Team herzlich gratulieren!

Tongestaltung

Frank Kruse © Frank Kruse
Babylon Berlin – Staffel 4| Sky, ARD | X Filme Creative Pool GmbH |

Alexander Buck
Babylon Berlin – Staffel 4| Sky, ARD | X Filme Creative Pool GmbH |

Matthias Lempert © Emmélie Lempert
Babylon Berlin – Staffel 4| Sky, ARD | X Filme Creative Pool GmbH |

Klaus-Peter Schmitt
Babylon Berlin – Staffel 4| Sky, ARD | X Filme Creative Pool GmbH |

Bernhard Joest
Babylon Berlin – Staffel 4| Sky, ARD | X Filme Creative Pool GmbH

Stefan Soltau
Babylon Berlin – Staffel 4| Sky, ARD | X Filme Creative Pool GmbH |

Benjamin Hörbe
Babylon Berlin – Staffel 4| Sky, ARD | X Filme Creative Pool GmbH |

Das vielschichtige Sounddesign von Frank Kruse, Alexander Buck, Matthias Lempert, Klaus-Peter Schmitt, Bernhard Joest, Stefan Soltau und Benjamin Hörbe hat, in Verbindung mit der klaren und dynamisch ausgewogenen Mischung dieser Staffel von Babylon Berlin ein wahrhaftes Hörerlebnis beigefügt.
Der Wechsel von lauten zu atmosphärischen Passagen hilft, den Figuren und der Handlung näher zu kommen und das Berlin der 30er Jahre erlebbar und lebendig werden zu lassen.
Die jederzeit stimmige Mischung der Produktion schafft eine hervorragende Balance zwischen der teilweise sehr stilprägenden Musik und den nuanciert eingesetzten Elementen des Soundkonzepts.
Dabei fügt sich das Sounddesign mit den klaren Dialogen zu einem harmonischen Gesamtbild, das ausgewogen zwischen natürlicher, subtiler Präsenz und emotionaler Erweiterung der Dramaturgie changiert.

Es sind nicht zuletzt diese handwerklich ausgereiften und kreativen Eckpfeiler des Tons, die „Babylon Berlin“ zu einem bemerkenswerten Gesamtkunstwerk vollenden.

Eine wunderbare Leistung der Tongestaltung!

Danke an:

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VFX/Animation

Christian Kaestner
1899 | Netflix | Dark Ways GmbH |

Marlene Nehls
1899 | Netflix | Dark Ways GmbH |

Jack Banks
1899 | Netflix | Dark Ways GmbH |

Alyssa Mello
1899 | Netflix | Dark Ways GmbH |

Gerd Nefzer
1899 | Netflix | Dark Ways GmbH |

Das Mystery-Drama „1899“ spielt auf einem Schiff, das von Europa nach Amerika unterwegs ist.
Die VFX-Teams um Supervisor Christian Kaestner – genannt seien hier Marlene Nehls, Jack Banks, Alyssa Mello und Gerd Nefzer – haben dabei zahlreiche verschiedene Techniken eingesetzt, um die historische Atmosphäre des späten 19. Jahrhunderts authentisch wiederzugeben.
Hierbei arbeiteten sie überwiegend an einem Virtual Production Set, bei dem die digital erschaffenen Hintergründe „on set“ von den VFX-Teams eingespielt und mit dem vorhandenen Set-Design „in camera“ kombiniert wurden.
Es wurde dabei eine nahezu perfekte visuelle Umsetzung erreicht, welche die Seriendramaturgie im höchstmöglichen Spannungsaufbau unterstützt.
Herzlichen Glückwunsch zu dieser großartigen Arbeit!

Die Nominierungsbegründungen finden Sie hier

MARTIN LANGER & TOBIAS KOPPE FÜR
KLEO

In der Welt des Films ist die Kamera oft die Unsichtbare, die die Essenz einer Geschichte einfängt. Martin Langer und Tobias Koppe haben die Gabe, mit dieser Unsichtbaren etwas Sichtbares und Magisches zu schaffen. Ihre Arbeit an „Kleo“ ist eine Hommage an die Macht der visuellen Erzählkunst.
Jede Einstellung, jeder Kamerawinkel und jedes Lichtsetzen in „Kleo“ sind wie ein eigenes Kunstwerk, das die Handlung vertieft und die Zuschauer in die Welt der Serie zieht.
Doch ihre Fähigkeiten gehen weit über technische Expertise hinaus. Martin Langer und Tobias Koppe besitzen ein außergewöhnliches Gespür für Ästhetik und Atmosphäre. Sie verstehen es, die Stimmung einer Szene so zu gestalten, dass sie die Gefühle der Charaktere widerspiegelt und das Publikum auf einer emotionalen Reise mitnimmt.
Ihre kreative Herangehensweise und ihr Engagement haben „Kleo“ auf ein höheres künstlerisches Niveau gehoben.
Herzlichen Glückwunsch, Martin Langer und Tobias Koppe, zu dieser wohlverdienten Auszeichnung, und vielen Dank für Ihre inspirierende Arbeit in der Welt des Fernsehens.

 

FELIX NOVO DE OLIVIERA FÜR
LAUCHHAMMER – TOD IN DER LAUSITZ

Kameraarbeit ist eine Kunst – die Fähigkeit, Unsichtbares fühlbar zu machen, das Unterbewusste zu berühren.
Felix Novo de Oliviera hat diese Kunst auf wahrlich magische Weise gemeistert. Sein Talent, seine Hingabe und seine Professionalität haben „Lauchhammer – Tod in der Lausitz“ zu einem visuellen Meisterwerk gemacht, das die Grenzen des Erzählens durch Bilder neu definiert.
Er versteht es, mit der Kamera Geschichten ohne Worte zu erzählen. Seine Fähigkeit, die Emotionen der Charaktere in jedem Bild einzufangen, ist schlichtweg beeindruckend. Jede Einstellung, jeder Kamerawinkel, jede Bewegung der Kamera und jedes Lichtsetzen in „Lauchhammer – Tod in der Lausitz“ tragen dazu bei, die Handlung der Serie zu vertiefen und die Zuschauer in eine faszinierende Welt zu entführen. In eine Lausitz, wie man sie noch nicht gesehen hat.
Möge seine Arbeit weiterhin inspirieren und begeistern. – Wir freuen uns auf mehr.

IRIS BAUMÜLLER & CONSTANCE DEMONTOY FÜR
ALICE

Nina Gummich spielt Alice Schwarzer; besser gesagt: Gummich spielt nicht, sie impersoniert die junge Alice Schwarzer der Pariser und Berliner Tage 1968-1976, perfekt, selbstironisch witzig und authentisch. 1977 erfolgte dann die Gründung der Zeitschrift Emma.
Nina Gummich ist das beste Beispiel eines wirklich, großen Besetzungs-Glücksfalles.
Der zweite Besetzungs-Glücksfall ist Alice Schwarzers junger Pariser Freund Bruno – gespielt von Thomas Guené – der sublim, zurückhaltend die deutsche Kämpferin Schwarzer unterstützt.
Und die Glücksfälle häufen sich in dieser Produktion bis in die kleinsten Rollen: Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir, Ester Vilar, Henri Nannen, Rudolf Augstein, und so weiter, beinahe ohne Ende…
Den Caster:innen Iris Baumüller und Constance Demontoy ist es mit diesem Ensemble gelungen, durch Schauspieler ein Stück gelebtes Leben, erlebte Zeitgeschichte und erkämpften Feminismus zu vermitteln.
Eine wirklich gelungene und stimmige Besetzungsarbeit.

DOROTHEE WEYERS FÜR
BONN – ALTE FREUNDE, NEUE FEINDE

Der ARD-Mehrteiler „Bonn – Alte Freunde, neue Feinde“ führt in die 50er Jahre der Bundesrepublik und erzählt vom Kampf des ersten Verfassungsschutzpräsidenten Otto John gegen die Seilschaften der Alt-Nazis und deren geheime Aktivitäten zur Wiederbewaffnung. Ein solcher Stoff lässt Zeitgeschichte anhand von historischen und fiktiven Figuren für die Nachwelt erlebbar werden, ist jedoch für das Casting eine besondere Herausforderung.
Dorothee Weyers meistert sie äußerst gelungen mit der Zusammenstellung eines facettenreichen und stimmigen Ensembles. Sebastian Blomberg spielt den Nazi-Jäger Otto John nicht als fehlerlosen Helden, sondern als klugen und entschlossenen, aber zuweilen rücksichtslos vorgehenden Geheimdienstchef. Als Gegenspieler ist Martin Wuttke besetzt, der den Chef der Organisation Gehlen als Intriganten und Siegertyp darstellt.
Innerhalb dieses von zwei charismatischen Schauspielern gestalteten Duells muss sich eine junge Schauspielerin behaupten. Die Besetzung dieser Hauptrolle mit der noch nicht so prominenten Mercedes Müller erweist sich als Glücksfall. Sie spielt eine junge Frau, die zwischen die politischen Fronten und in Konflikt mit dem eigenen Vater gerät. Voller Leidenschaft und Authentizität gestaltet Mercedes Müller nicht nur das Dilemma ihrer Figur. Sie verkörpert zugleich den mutigen Aufbruch der jungen Frau, die sich von den Konventionen ihrer Zeit emanzipiert. Und obgleich der gesamte Cast mit überzeugenden Darstellern in vielschichtigen Rollen aufwartet, ist die Besetzung der Hauptrolle mit Mercedes Müller das Highlight der Drama-Serie.
Ein Hoch auf das brillante Casting von Dorothee Weyers!

MARION HAACK FÜR
LEGEND OF WACKEN

Mit LEGEND OF WACKEN ist eine Miniserie gelungen, in der sich die Figuren so glaubhaft verwirklichen, dass man meint, dabei zu sein.
Man schaut Charly Hübner selbst im Koma gerne zu, und in den Rückblenden überzeugt Sammy Scheuritzel. Ebenso verhält es sich mit Aurel Manthei und Sebastian Jakob Doppelbauer. Die vier Protagonisten sind genial besetzt.
Doch am liebsten würde man alle Schauspieler:innen aufzählen, die Marion Haack hier zu einem fabelhaften Ensemble zusammengebracht hat.
Sie hat es geschafft, bekannte und unbekannte Gesichter ausbalanciert zu besetzen, und besonders ihre Neuentdeckungen machen ihren Cast so spannend.
Also zieht die Lederjacken an, stellt ein Bier kalt und dreht die Glotze laut auf – für ein Beispiel, wie man mit tollen Typen ein fast totes Dorf belebt!
Danke und Chapeau, Marion Haack.

JAN TENHAVEN FÜR
ADAM & IDA – DIE LANGE SUCHE DER ZWILLINGE

Wer glaubt, die Shoa sei auserzählt, der wird von Jan Tenhavens Dokumentarfilm ADAM & IDA eines Besseren belehrt. Unendlich viele Geschichten lassen sich auch heute noch erzählen, und jede ist einzigartig. Die der KZ-Überlebenden Adam & Ida ist besonders bewegend. Die Zwillinge wurden als Dreijährige in einem polnischen Ghetto auseinandergerissen und fanden sich dank der Beharrlichkeit von Ida im Alter wieder.
Behutsam, mit viel Zeit und psychologischem Feingefühl lässt Jan Tenhaven Adam und Ida ihre Biografien des Überlebens erzählen, die in ein scheinbares Happy End münden. Doch das Glück ist brüchig. Denn die Verletzungen, die das Leben den Beiden zugefügt hat, sind nicht zu heilen.
Meisterlich inszeniert, mit eindrucksvoll animierten Illustrationen, emotional sehr bewegend, ist der Film nie sentimental oder kitschig. Und am Ende stellt der Regisseur noch einmal alles in Frage, was wir in 81 Minuten erfahren haben. Die hohe Kunst des Dokumentarfilms!
Wir gratulieren Jan Tenhaven zu dieser Arbeit!

VANESSA SCHLESIER & RONALD RIST & ANTJE BOEHMERT FÜR
MISSION KABUL – LUFTBRÜCKE

Die vierteilige Dokumentarserie MISSION KABUL – LUFTBRÜCKE von Vanessa Schlesier, Ronald Rist und Antje Boehmert geht weit über das übliche Maß an persönlichem Einsatz, Professionalität, Kreativität und vor allem auch Mut hinaus. Ihnen ist mit diesen reportagehaften Filmen ein ganz besonderes Stück Fernsehen gelungen.
Zunächst ist Vanessa Schlesier zu erwähnen, die Filmemacherin, die die riskanten Drehs in Afghanistan und insbesondere auf der Fluchtroute zur pakistanischen Grenze allein bestritt – als „Ein-Frau-Team“, nur in Begleitung eines afghanischen Übersetzers.
Dabei sind beeindruckende Bilder entstanden, ganz nah dran an Menschen und Situationen, an Angst, Trauer und Freude der Flüchtenden – und an Anspannung und Nervosität der Fluchthelfer vor Ort. In vier halbstündigen Episoden verweben Antje Boehmert, als Produzentin für das Gesamtkonzept zuständig, und Ronald Rist, der Editor der Filme, die verschiedenen Erzählstränge raffiniert und spannend ineinander. Der häufige Wechsel der Schauplätze zwischen der Zentrale der Luftbrücke in Berlin, dem Geschehen in Kabul oder am Grenzübergang Torkham, wie auch am wichtigen Fluchtziel Islamabad, manifestiert beeindruckend die komplexe Organisation der Evakuierungen und den Druck zu schnellen Entscheidungen.
Die logistischen Vorteile einer kleinen, vom persönlichen Engagement ihrer Mitarbeiter getragenen NGO wie „Kabul Luftbrücke“ gegenüber den labyrinthischen Strukturen einer Ministerialbürokratie, der erkennbar die Entschlossenheit zum Helfen fehlte, verstören geradezu.
Entstanden ist mit dieser Dokumentation ein dramatisches Zeitdokument, das zeigt, wie Mut und Engagement Leben retten und engagierte Einzelne den Unterschied machen können.
Dazu unseren herzlichen Glückwunsch!

FLORIAN VON STETTEN FÜR
STELL DIR VOR, ES IST KRIEG…

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs untersucht Florian von Stetten unser kompliziertes Verhältnis zur Bundeswehr. Seine eigene Biografie – von Stetten verweigerte den Kriegsdienst während seiner Bundeswehrzeit – spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Frage nach dem Töten. Seine Gesprächspartner konfrontiert er mit einer Waffe und einem Pappkameraden als Zielscheibe. So unterschiedlich ihr Umgang mit diesen Requisiten, so unterschiedlich sind die Antworten der intelligent ausgewählten Positionen auf die Frage nach dem jeweiligen „Ernstfall“. Niemand antwortet mit oft gehörten Floskeln, alle hatten persönliche Geschichten in Erinnerung.
Die deutsche Geschichte ist dabei der rote Faden, vor dem das Thema Waffen und Bewaffnung erörtert wird. Sehr intelligent nützt Florian von Stetten das Archiv. Etwa den ergreifenden Vortrag von Celans „Todesfuge“ durch Ida Ehre vor dem Bundestag. Aber auch Schlager oder Werbefilme werden klug eingesetzt. So die angeblich „weiße Weste“ der Deutschen bei der Wiederbewaffnung in den 50er Jahren oder den vorgeblich einfachen Lösungen durch Putzmittel wie dem „General“. Auch die unterschiedlichen Sichtweisen in der BRD und der DDR werden thematisiert. Dramaturgisch hervorragend gebaut, gibt der Film keine eindeutigen Antworten. Er stellt viel mehr Fragen an seine Zuschauer:innen. Die Antworten muss jeder für sich selbst finden. Essayfilme wie dieser finden sich viel zu selten in der heutigen Fernsehlandschaft. Umso erfreulicher ist es, dass Florian von Stettens Film „Stell dir vor, es ist Krieg…“ entstehen konnte.
Dazu gratulieren wir herzlich!

HANNO HACKFORT & RICHARD KROPF & BOB KONRAD & ELENA SENFT FÜR
KLEO

Hätte Leos Carax einen Film für die DEFA gedreht, wäre vielleicht etwas wie KLEO dabei herausgekommen.
Eine unerschrockene Auftragskillerin für den Arbeiter- und Bauernstaat, deren Karriere rüde unterbrochen wird, als ein ehrgeiziger Schupo sie bei ihrem letzten Einsatz in Westberlin beobachtet. Damit die Stasi nicht als Killer-Organisation enttarnt wird, lassen ihre Genossen Kleo lieber im Knast verrotten. Es folgt der Mauerfall, Kleo kommt als politische Gefangene frei und beginnt einen blutigen Rachefeldzug im neuen Deutschland.
Das „Schreibkombinat“ Hackfort, Kropf, Konrad und Senft zeichnet mit Kleo eine Figur, die ‚bigger than life‘ ist, und einmal mehr muss man als Zuschauer „Danke Streamer!“ sagen. Denn solche Figuren sind im deutschen Fernsehen ungewöhnlich, um nicht zu sagen: unbekannt. Dass die vier sich den neu entstandenen Freiraum genommen und ihn so bunt, krachend und unterhaltsam ausgemalt haben, muss man ihnen hoch anrechnen. KLEO zeigt, welche Geschichten aus Deutschland kommen können, wenn die Kreativen die Chance dazu bekommen.
Gratulation zu dieser Arbeit!

SILKE ZERTZ FÜR
LAUFEN

Als der Lebenspartner der Cellistin Juliane Selbstmord begeht, bricht eine Welle von Schuldgefühlen über sie herein: Johann hatte nie überwunden, dass Juliane keine Kinder bekommen kann. – Wie konnte sie seine Verzweiflung übersehen? War sie zu sehr auf ihre Karriere fixiert?
Was folgt, ist ein langer Weg zurück ins Leben, zu ihrem Cello, zu sich selbst.
Silke Zertz lässt keine der Stationen des Schmerzes aus, reiht sie aber nicht linear auf, sondern folgt dabei den inneren Gedankensprüngen und dem mentalen Auf und Ab, welches einem Trauerprozess eigen ist.
Julia läuft – und an ihrem Stil, ihrer Ausdauer, den Gedanken, die sie beim Laufen begleiten, erkennen die Zuschauer, in welcher Phase der Aufarbeitung des Todes ihrer großen Liebe sie sich befindet.
Isabel Bogdans Roman galt als unverfilmbar, und es ist Silke Zertz‘ Kunst zu verdanken, dass LAUFEN es auf den Bildschirm geschafft hat. So kann diese Verfilmung vielleicht noch viel mehr Menschen als das ursprüngliche Buch die Hoffnung geben, dass Trauer ihre Zeit braucht.
Gekonnte Fernsehspiele dieser Qualität zu relevanten Themen sähen wir gerne häufiger.
Herzlichen Dank, Silke Zertz, für LAUFEN!

 

MARTIN BEHNKE & MICHAL AVIRAM FÜR
MUNICH GAMES

Zum fünfzigsten Jahrestag des palästinensischen Attentats auf das israelische Olympia-Team 1972 in München soll zu Ehren der ermordeten Athleten ein Freundschaftsspiel der beiden Nationalteams stattfinden. Eine koordinierte Aktion von BND, Polizei und Mossad soll die Sicherheit garantieren. Während sich die deutschen Dienststellen munter über Zuständigkeiten streiten, macht sich Oren Simon, ein ins deutsche Team eingebetteter Mossad-Mitarbeiter, eigenmächtig daran, die Lage zu checken. Sehr zum Unmut der arabischstämmigen deutschen Polizistin Maria Koehler.
Oren entdeckt schnell eine massive Bedrohung des Events. Maria hat einen Undercover-Mann in der Immigranten-Community platziert, von der die Gefahr auszugehen scheint. Was sie Oren verschweigt ist, dass sie mit dem selben Mann auch ins Bett geht. Aber dann kommt sowieso alles anders als gedacht.
Schon in der ersten Folge dieser Serie kommt man aus dem Staunen kaum heraus: Da werden Themen offen angesprochen, die es in Deutschland nur selten ins Fernsehen schaffen: Die heillose Überforderung der Behörden mit der Einwanderung, die misslingende Integration großer Teile derer, die da zu uns kommen, die fatalen Folgen der Untätigkeit, zu der Geflüchtete verdammt sind, das Einschleppen von brandgefährlichen ethnischen Konflikten.
Das von Aviram und Behnke geschaffene Polizisten-Duo Oren und Maria, ist desillusioniert, aber fest entschlossen, eine Wiederholung des Grauens von 1972 zu verhindern. Geschickt gelingt es den beiden Autoren, die Situation so zu drehen, dass die beiden schließlich nichts mehr haben, als das Vertrauen in den jeweils anderen. Von der ersten bis zur letzten Folge ist MUNICH GAMES ein spannender Thriller, der sich neben internationalen Formaten aus dem Genre glänzend behaupten kann. Dass es der Serie auch noch gelingt, ein ungeschminktes Bild von Deutschland 2022 zu zeichnen, ist ein besonderes Verdienst der Autoren.

BROKA HERRMANN FÜR
37 GRAD – RADIKAL, GEHASST, VERZWEIFELT – DIE LETZTE GENERATION

Die 37 Grad-Reportage über Motive, Ängste und Aktionen der „Letzten Generation“ zeichnet sich durch hautnahe Kameraarbeit und sensibles Zuhören aus. Sie verzichtet auf Verurteilung oder Suggestion und gibt dem Publikum die Möglichkeit zur eigenen Standortbestimmung. Ein hochemotionales Thema der Zeit wird ruhig und facettenstark ausgebreitet: Menschen und ihre Motive hinter den Schlagzeilen.
Ein großes Glück, dass Broka Herrmann die Ausstrahlung dieser Reportage im Sender ZDF durchsetzen konnte.

ANJA BUWERT & THILO MISCHKE & KOSEI TAKASAKI FÜR
PROSIEBEN THEMA. AFGHANISTAN IM GRIFF DER TALIBAN

Thilo Mischke und sein Team – die Produzent:in Anja Buwert und der Regisseur Kosei Takasaki – zeichnen ergreifend das Bild eines zerrütteten Landes – von verzweifelten Menschen, die sich in harte Schicksale fügen müssen. Thilo Mischke trifft sich mit Taliban-Kämpfern, die offen ihre Macht demonstrieren. Der Film stellt aber auch die Frage, wie sinnvoll das westliche Konzept für Afghanistan war. Das Team begibt sich mutig in heikle Situationen und konfrontiert sich mit Hinterbliebenen der Opfer westlicher Militäreinsätze. Die Reportage erzählt aber auch von Menschlichkeit und Hoffnung. So berührt dieses ProSieben-Thema viele verschiedene Aspekte, ohne beliebig zu sein. In jeder Sekunde ist das Herzblut der Macher:innen und Macher zu spüren.
Herzlichen Glückwunsch zu dieser Arbeit!

TIM EVERS FÜR
UNSER VEREIN: „EISERN UNION“

Tim Evers schafft es, uns durch seine herausragende Dokumentation „Unser Verein: Eisern Union!“ mitzunehmen in eine Fußballwelt, in der nicht nur Geld und Profit zählen.
Bei „Eisern Union“ geht es um Heimat, Gemeinschaft, Zusammenhalt. Und dabei gelingt es dem Autor wie nebenbei ein Stück Deutsch-Deutsche Geschichte zu erzählen: Von der Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg, über die Wendejahre bis heute.
Virtuos verknüpft er mannigfaltige Perspektiven, macht uns mit Menschen bekannt, die im Gedächtnis bleiben und lässt uns mit dem guten Gefühl zurück, dass Fußball doch mehr sein kann als ein großes Geschäft.

DAVID STEINBERGER & RAPHAEL SELTER & ELENA MÜNKER & SIMON OSTERMANN & CLEMENS BEIER FÜR BROWSER BALLETT

Das Browser Ballett schafft es, Themen, die wahrlich nicht lustig sind, dennoch aufs Korn zu nehmen, indem es sich ganz auf die Parodie der typischen deutschen Satire-Prototypen konzentriert.
Zum Beispiel: Eine fiktive monothematische Politik-Talkshow zu einem russischen Atomschlag auf Deutschland scheut keine Tabus. Sie geht mit einem Countdown zur Apokalypse dahin, wo es inhaltlich richtig weh tut – und das mit einer erfrischenden Respektlosigkeit.
Das Gespräch, das sich zwar zeitweise abgefahren, aber stellenweise durchaus echt anfühlt, ist nicht nur humoristisch, sondern regt zum Nachdenken an. Vielleicht ja auch diejenigen, die als Vorbilder für die an Eitelkeit und Ignoranz nicht zu übertreffenden Talkgäste gedient haben.
In der Folge „Fire For Future“ des Browser Ballets – das sich selbst als ‚das offizielle Organ der deutschen Gegenwartsbewältigung mit Satiren zu den Krisen der Zeit‘ bezeichnet – gerät eine gut gemeinte Klimademo vollständig aus den Fugen und endet im größten Torfbrand der Geschichte.
Danke für so viel Mut und herzliche Gratulation!

 

TIM MÄLZER & ANDRE DIETZ & MARCEL AMRUSCHKEWITZ & SASCHA GRÖHL & ULRICH KLUGIUS FÜR
ZUM SCHWARZWÄLDER HIRSCH – EINE AUSSERGEWÖHNLICHE KÜCHENCREW UND TIM MÄLZER

Die prämierte Sendung hat uns bewegt: Nicht nur, weil es in diesen Zeiten so unglaublich wichtig ist, die Menschlichkeit nicht zu verlieren, sondern weil sie neue Perspektiven und Möglichkeiten aufzeigt.
Zwei charmante Herren wagen ein Experiment und begleiten 13 Personen mit Down-Syndrom dabei, über sich hinaus zu wachsen. „Ein Restaurant eröffnen und leiten“ – so das Ziel, das in 13 Monaten erreicht werden soll. Dabei läuft natürlich nicht immer alles glatt. Doch genau das ist es, was es für den Zuschauer so spannend macht, zuzusehen und mitzufiebern.
Ehrlich und mit ganz viel Leben gefüllt – ein Format wie dieses ist Gold wert für Zuschauer, die sich darauf einlassen. Gern mehr davon!

 

STEFAN WIEDUWILT & BERIT SCHWARZ FÜR
MEYER-BURCKHARDTS ZEITREISEN

Lehrreich und doch nicht belehrend, nostalgisch aber nicht verklärend, höchst unterhaltsam und dabei klug und faktisch genau – so geht Hubertus Meyer- Burckhardt in dieser liebevoll gestalteten Dokureihe auf Spurensuche im norddeutschen Sendegebiet.
Dabei stellt er die Frage, ob man mit einem gut einhundert Jahre alten Reiseführer auch heute noch auf Entdeckungsreisen gehen kann. Welche der Attraktionen von damals sind noch da, was ist im Rausch der Moderne gewichen, wie haben sich touristische Kleinode und das Erkunden derselben verändert?
Präzise ausgewähltes historisches Original-Filmmaterial wird mit authentischen und pointierten Momenten aus dem Hier und Jetzt zusammengeführt und von Hubertus Meyer-Burckhardt kongenial und höchst vergnüglich präsentiert.

MECHTHILD BARTH & LARS JORDAN FÜR
PARA – WIR SIND KING STAFFEL 2

Was für ein fulminantes Werk! Die Serie „Para – Wir sind King“ überzeugt besonders im Editing. Mechthild Barth und Lars Jordan gelingt es, die Freude an ihrer Arbeit über die Montage direkt auf den Film und damit auf den Zuschauer zu übertragen. Der punktgenaue Rhythmus unterstützt sehr emphatisch die emotionalen Zustände der Figuren und treibt gleichzeitig die Geschichten voran.
Die Montage nimmt die Choreographie von Darstellern und Kamera perfekt auf. Kein Schnitt zu viel. Damit erreichen die beiden Editor:innen ein sehr hohes Maß an Authentizität.
Die Musik entspricht hervorragend der Welt, die erzählt wird, ohne jemals anbiedernd zu wirken.
Nicht zuletzt zeugt die gelungene Figurenführung über alle sechs Folgen von einem intensiven Austausch und einem großen Verständnis des Teams für die gemeinsame Arbeit.

TINA FREITAG FÜR
RAMSTEIN – DAS DURCHSTOSSENE HERZ

Große Künstler ordnen sich ihren Geschichten unter. Tina Freitag hat das beim Schnitt von „Ramstein – Das durchstoßene Herz“ beherzigt und die Spannung der einzelnen Schicksale mit den vielen Erzählperspektiven der Beteiligten in verschiedenen Zeitebenen feinfühlig verwoben und austariert.
Der Schnitt ist nicht laut. Er ist kaum sichtbar. Er folgt dem Fluss der Intensität der Protagonisten, ihrer Blicke und Gesten mit feinster Präzision.
Der Wechsel zwischen den bitteren Recherchen über die Flugschau-Katastrophe und den tragischen Lebensgeschichten, die damit verbunden sind, lässt einen Sog entstehen, dem man sich schwer entziehen kann. Wie eine vollkommene Bewegung, ein eleganter Fluss treibt die Montage die einzelnen Handlungsstränge voran.
Nur einmal, wenn es um den Wendepunkt, die Katastrophe selbst geht, wird der Schnitt sichtbar. Eine jähe Zäsur, wenn die Zeit stehen bleibt! Lautlos und doch gewaltig … wenn dieser Moment das Leben der Protagonisten in ein Vorher und die Frage des Überlebens im Nachher zerteilt. Oder den Tod.
Billy Wilder hat einmal gesagt: „Man beachtet denjenigen nicht, der harte Arbeit leistet, um alles ganz mühelos aussehen zu lassen.“
Tina Freitag hat mit ihrer herausragenden, sensiblen Montage von „Ramstein – Das durchstoßene Herz“ hier wieder bewiesen, dass diese oft unsichtbare Kunst groß und auszeichnungswürdig ist.
Dazu gratulieren wir herzlich!

 

BENJAMIN ENTRUP & JULIA KOVALENKO & MORITZ POTH & ROBERT STUPRICH FÜR
SOULS

Murmeltier-Schleife, Flugzeugabsturz, Seelenwanderung – das sind gern verwendete Motive der Film- und Fernsehdramaturgie mit großem Potential, aber auch vielen Risiken.
Die vier Editor:innen dieser achtteiligen Serie verstehen die Kunst, einen Sog zu entwickeln, dem man sich nicht entziehen kann. Zuschauende werden weder durch zu viel inhaltliche Wiederholung gelangweilt, noch zum falschen Zeitpunkt mit Informationen überfordert. In bezwingender Weise werden sie an der Story fest gehalten: Spannung von außergewöhnlicher Intensität.
Oft ist nicht entscheidend, was gezeigt wird, sondern ob und wann es weggelassen wird. Dies wird deutlich beim schrittweisen Offenlegen der Geschehnisse sowie beim präzisen Gefühl, das das Editor:innen-Team für das Schauspiel entwickelt. Handlungsmomente werden gekonnt gestreckt, Erzählzeit und erzählte Zeit fallen weit auseinander. Es entsteht ein bestechender Flow, ein gleichmäßig fließender Atem, der erstaunt und begeistert.
In SOULS erleben wir Montage als kreativen Prozess, der mit seiner Entscheidung, was wann in welchem Umfang erzählt wird, wesentlich zum Erfolg beiträgt. Wir bedanken uns bei Benjamin Entrup, Julia Kovalenko, Moritz Poth und Robert Stuprich für die Erfahrung, dass Mystery nicht bedeutungsschwanger überladen sein muss, sondern sich durch nüchterne Selbstverständlichkeit und brillanten Rhythmus auszeichnen kann.

NATASCHA CURTIUS-BERGER FÜR
LUDEN – KÖNIGE DER REEPERBAHN

Natascha Curtius-Berger hat mit Ihrer Arbeit für LUDEN einen wahren Kostümkosmos geschaffen. Die 6-teilige Serie erzählt vom Aufstieg des „schönen Klaus“ und seiner Gang in den 1980er Jahren auf der Reeperbahn in St. Pauli.
Natascha Curtius-Berger hat ein sehr eigenes, phantasievolles, oft überraschendes Kostümbild entwickelt. Es verlässt den Rahmen der historischen Zeit nicht, ist aber ein sehr stilisiertes, eigenes Werk, das den Stil dieser Serie mitbestimmt.
Es ist ihr gelungen, für die Charaktere einen eigenen Stil zu finden, der sie in ihrer Entwicklung und auf ihren Lebenswegen durch die schrille, bunte, dreckige und kaputte Welt der berühmten Hamburger Amüsiermeile begleitet. Die Figuren strahlen Faszination und Empathie – aber eben auch Abscheu und Mitleidlosigkeit aus.
Herausragend die Kostüme des „Klaus“: immer eine Spur „drüber“, sowie die Kostüme der Rolle „Jutta“, die ihre Figur zwischen mondäner Eleganz und schäbigem Elend schillern lässt.
Bemerkenswert sind in diesem Kontext die Frauenrollen: so die Figur der „Jutta“, deren Verletzlichkeit, Desillusioniertheit und Durchhaltewillen im Kostüm treffend zum Ausdruck kommt. Oder das naive, neugierige Mädchen aus der Provinz, die Mädchen aus dem Kiez, erfahrene Huren oder auch alt gewordene Frauen, Abhängige, Suchende, Ausgenutzte, Benutzte, Erschöpfte – für alle findet das Kostüm Form und Stil ganz eigener Art in einer Brandbreite, die erstaunlich ist.
Dieses Kostümbild von Natascha Curtius-Berger ist ein eigenständiges, eigensinniges Werk, welches mit seiner künstlerische Überhöhung den Stil und Look diese Serie maßgeblich mitbestimmt.

 

RAMONA KLINIKOWSKI FÜR
KLEO

Das Kostümdesign von Ramona Klinikowski in der historischen Serie „KLEO“, die während des Falls der Berliner Mauer spielt, ist sehr bemerkenswert. Die Serie ist nicht so sehr der Wahrheit verpflichtet. Es ist eine Mischung aus realen und fiktiven Elementen. Das gibt dem Kostümbild einen ungeheuren Spielraum. Ramona Klinikowskis Kostüme sind schon in dieser Zeit zu Hause, sie sind aber so spielerisch überhöht und abstrahiert, dass das Kostümbild als farbiges, schräges, schrilles, poppiges Element einen sehr eigenen Teil der visuellen Wirkung dieser Serie darstellt.
Die Charaktere sind dabei sehr eigen und speziell kreiert. In allen Bereichen dieser Serie werden die Verletzlichkeiten und Eigenheiten der Menschen aus den noch sehr unterschiedlichen Teilen Deutschlands gezeigt, aber nie benutzt oder achtlos behandelt. Es herrscht Humor und Leichtigkeit.
Ein sehr selbstbewusstes, präsentes, manchmal eckiges und oft überraschendes Kostümbild voller schöner Ideen bis ins Detail. Die Serie lebt von und mit dem gelungen Kostümbild.

GEORG KORPÁS FÜR LUDEN – KÖNIGE DER REEPERBAHN

Beim Maskenbild zu „Luden – Könige der Reeperbahn“ schätzen wir die Liebe fürs Detail, die keine noch so kleine Rolle vernachlässigt.
Jede Figur ist voller Liebe gestaltet, der Zeitgeist ist überzeugend eingefangen. Auch Hässlichkeit und Verfall überzeugten uns über alle Maßen. Georg Korpás und seinem Team ist es gelungen, wundervoll markante Charaktere zu kreieren – sie sind hässlich und schön zugleich. Der gekonnte Einsatz von Perücken zeigt hier wieder einmal, wie viel mit Haar und Frisur erzählt werden kann.
Wir sind begeistert! Herzlichen Glückwunsch!

 

GERDA VAN HOOF & DAPHNE ZWANENBERG & ANNE VAN NYEN & SABINE DRÄGER FÜR
RAMSTEIN – DAS DURCHSTOSSENE HERZ

Eine äußerst komplexe und absolut hervorragend gelungene Arbeit bietet das Maskenbild zu „Ramstein – Das durchstoßene Herz“!
Das Maskendesign erfasst den Zeitgeist zurückhaltend und stimmig. Im besten Sinne schlicht spiegelt es die Achtziger Jahre wider. Das Publikum wird mitgenommen und kann sich in dieser Epoche wiederfinden.
Eine bewundernswerte Arbeit hat das Maskenteam bei den unzähligen Verletzungen – und in der Folge Narben – realisiert und fantastisch umgesetzt! Das Feine und Zurückhaltende dieser Gestaltung bewirkt, dass die äußerlich dargestellten Narben diejenigen, die die Protagonisten in sich tragen, nicht überdecken, sondern das Schauspiel beides nutzt, um die Betroffenheit der Zuschauer zu intensivieren.
Maskenbild at its best: einfach wundervoll!

ANDREAS PFEIFFER FÜR
A THIN LINE

Schon mit dem Titelsong „Signature“ gibt Andreas Pfeiffer in dieser Serie, die im Klimaaktivistenmilieu spielt, eindrucksvoll den Zeitgeist wieder, der die Protagonisten antreibt. Die rein synthetische, sampler-basierte Musik verschmilzt mit dem Film zu einer einzigartigen Einheit. Dabei sind die äußerst geschmackvollen Klangflächen, aus denen immer wieder meisterhaft arrangierte Pulse hervortreten, nur an exponierten, spannenden Stellen eingesetzt. Weite Strecken des Films sind musikalisch nicht vertont, wodurch die vertonten Szenen mit Musik noch eindringlicher werden. Das oft hohe Tempo der Musik drückt die Atemlosigkeit aus, die viele Menschen umtreibt, die sich der Zeitnot im Kampf gegen die Klimakrise bewusst sind.

MATTHIAS WEBER FÜR
SPREEWALDKRIMI: DIE SIEBTE PERSON

In dem Film „Die siebte Person“ gelingt es dem Komponisten Matthias Weber, Musik und filmische Erzählung idealtypisch miteinander zu verbinden. Die faszinierende und gleichsam verstörende Geschichte wird musikalisch auf herausragende Weise erzählt.
Mithilfe orchestral perkussiver Klangflächen, die in ihrer Schichtung fast improvisiert wirken, ermöglicht die Musik den Blick in das Innere der Hauptperson Maya und macht den Stress und die Anspannung der Hauptperson mit ihren ständig wechselnden Identitäten unmittelbar erfahrbar.
Mit weitgefächertem Instrumentarium setzt Matthias Weber zudem auch musikalische Krimi-Elemente ein, verliert dabei jedoch nie das eigentliche Kernmotiv des Films, die dissoziative Identitätsstörung der Hauptperson, aus dem Auge.

INA MEREDI ARAKELIAN FÜR
TATORT – HOCHAMT FÜR TONI

Der Komponistin Ina Meredi Arakelian gelingt es im „Tatort: Hochamt für Toni“ mit einer Symbiose aus Stimme, Klavier und synthetischen Klängen eine einzigartige Klangwelt zu erschaffen.
Dabei arbeitet sie im ersten Teil des Films weniger mit Krimi-typischer, spannungsgeladener Musik, sondern erzeugt eine emotionale Tiefe, die entscheidend dazu beiträgt, wie die Hauptfiguren eingeführt und erlebt werden. Im weiteren Verlauf der Handlung lässt die Musik dem Film genau den Raum, den er braucht, um immer wieder an den dramaturgisch wichtigen Stellen stilsicher in den Vordergrund zu treten. Die Action-reichen Szenen vertont sie dabei spannungsvoll, ohne aber zu sehr auf generische, viel gehörte Stilmittel zurückzugreifen, sondern lässt auch hier ihre ganz eigene Handschrift erkennen.

HEIKE VOSSLER & KATHRIN BULLEMER FÜR
LAUCHHAMMER – TOD IN DER LAUSITZ

Die Krimi-Miniserie „Lauchhammer – Tod in der Lausitz“ als Koproduktion von MDR, rbb, ARD Degeto, ARTE und MOOVIE GmbH erweist sich als ein herausragendes Beispiel für die deutsche Fernsehproduktion. Diese Serie beeindruckt in vielen Aspekten und bietet so gute Gründe, die Produzent:innen Heike Voßler und Kathrin Bullemer mit der DAfFNE für herausragende produzentische Leistung auszuzeichnen.
Neben der fesselnden Handlung und dem geschickten Einsatz von verschiedenen Zeitebenen gelingt es „Lauchhammer“ meisterhaft, ein Verbrechen von heute mit dem Unrecht der DDR-Zeiten zu verweben. Das Drehbuch, verfasst von Frauke Hunfeld und Silke Zertz, schafft es, die Zuschauer:innen in die düstere Atmosphäre an der Abbruchkante des Niederlausitzer Braunkohle-Tagebaus zu ziehen, wo Hitze und Schwüle förmlich spürbar sind. Die Serie vermittelt auf beeindruckende Weise, wie die harte Realität der ausgebrannten Landschaft und die Geschichte der Region in die Ermittlungen einfließen.
Die visuelle Gestaltung der Serie ist bemerkenswert. Die Landschaftsaufnahmen und eindringlichen Portraits nehmen uns in einen schwitzenden Bann und verleihen der Serie eine einzigartige visuelle Identität.
Die schauspielerische Leistung des Darsteller:innen-Ensembles in „Lauchhammer“, angeführt von Misel Maticevic und Odine Johne als ungleiches Ermittler:innen-Paar, ist beeindruckend und überzeugend. Ihre Charaktere sind tiefgründig und facettenreich, und ihre Beziehung entwickelt sich auf natürliche und glaubwürdige Weise im Verlauf der Serie.
Die Serie taucht tief in die Mentalitäten- und Industriegeschichte ein und stellt ein Generationen-Drama sowie eine Emanzipationsgeschichte dar. Gleichzeitig bietet sie eine konkrete Zustandsbeschreibung der Region und entwirft vorsichtige Visionen für die Zukunft. Dieser Ansatz verleiht „Lauchhammer“ eine bemerkenswerte Tiefe und Relevanz.

MAREN KNIELING & LARS JESSEN & ANNE SOLÁ FERRER FÜR
LEGEND OF WACKEN

Wenn mehr als 85.000 Musik-Begeisterte einmal im Jahr ein kleines, unscheinbares Dorf irgendwo im Nirgendwo in Norddeutschland überrennen, dann weiß man – auch als Nicht-Heavy-Metal-Fan – dass etwas Großes ansteht. In Wacken.
Etwas Großes, Einzigartiges ist auch den Produzent:innen Maren Knieling, Lars Jessen und Anne Solá Ferrer mit „Legend of Wacken“ gelungen. Auf Basis real existierender Vorbilder erzählt die Serie die einzigartige Geschichte der Gründerväter Holger Hübner und Thomas Jensen – virtuos leicht gespielt von Charly Hübner und Aurel Manthei, in der jüngeren Version dargestellt von Sammy Scheuritzel und Sebastian Doppelbauer –, die 1990 gegen alle Widerstände und gegen jede Vernunft das größte Heavy-Metal-Event der Welt gestartet haben.
Die Produzent:innen haben, gemeinsam mit ihrem Kreativteam, erzählerisch etwas Bemerkenswertes erschaffen: Im Verlauf der Serie wird man leichtfüßig als Zuschauer:in davon überzeugt, dass es sich immer lohnt, für seine Träume einzustehen, zu kämpfen – und dass scheinbar Unmögliches möglich ist … auch mit unmöglichen Frisuren … und vielleicht auch mit unmöglicher Musik.
An das Verwirklichen ihrer Vision, eine herausragende Serie zu schaffen, haben auch die Macher:innen geglaubt, als sie das Projekt an Hauke Bartel und Markus Böhlke von RTL+ herangetragen haben. Man kann nur erahnen, mit welcher Kraftanstrengung, welchem Durchhaltevermögen und unter welchen herausfordernden Produktionsbedingungen die sechsteilige Serie entstanden sein muss. Dreharbeiten unter Corona-Bedingungen auf einem laufenden Festival im Nirgendwo! Ein detailverliebtes Kostüm- und Szenenbild! All das, aber auch alle visuellen und akustischen Elemente tragen maßgeblich dazu bei, die Atmosphäre eines solchen Festivals der Zuschauerschaft glaubhaft nahe zu bringen.
Wenn die unabhängige Produktionsfirma „Florida Film“ ein Projekt wie „Legend of Wacken“ in dieser Größenordnung und Komplexität stemmt, ist das die Leistung der Produzent:innen Maren Knieling, Lars Jessen und Anne Solá Ferrer.

AMELIE VON KIENLIN FÜR
MUNICH GAMES

Die Sky-Produktion um ein deutsch-israelisches Freundschaftsspiel anlässlich der Gedenkfeier zum Attentat von 1972 ist schon in der Grundidee ein Produktionswagnis höchster Kategorie und das Gespür für die Stoffentwicklung ein Teil der produzentischen Leistung: Der Nahost-Konflikt wird hier als ein – im besten Sinne – altes Thema aufgegriffen, das bis in die Gegenwart reicht. Und wie wir heute wissen, auf brutale und traurige Weise weit darüber hinaus.
Mithin ist der Plot gespickt von unsichtbaren roten Linien, die mit politischem und kulturellem Feingefühl eingehalten werden müssen. Diese heiklen politischen Themen so geschickt und erfolgreich mit einer Serien-Dramaturgie auf höchstem internationalem Niveau zu verbinden, verdient Anerkennung.
Die komplexe Handlung bedarf einer gewieften Zuschauerführung. Die Besetzung muss den kulturellen Diversitäten gerecht werden, ohne Klischees zu bedienen. Wechselnde Sprachen in überkreuzenden Dialogen verlangen enorme Einsicht in kulturelle Sprechgewohnheiten…
…und schließlich soll es über sechs Folgen vor allem spannend bleiben! All das gelingt unter der hervorragenden Regie von Philipp Kadelbach, der eleganten Kamera von Jakub Bejnarowicz und dem Buch von Martin Behnke und Michal Aviram. Aviram ist bekannt für die großartige israelische Serie „Fauda“ – und somit tief im Stoff. Es ist ein echter Coup, sie für die „Munich Games“ gewonnen zu haben. Auch hier wird die produzentische Leistung deutlich.
Die Produzentin Amelie von Kienlin hat all diese Herausforderungen erfolgreich bewältigt, alle Elemente und Talente passend zusammengeführt, so dass mit „Munich Games“ eine Serie entstanden ist, die das oft geforderte internationale Niveau wahrhaft erreicht.

ROLF BERGMANN & FRANZISKA SCHULZ-ELMAHLI & ULRIKE GERSTER FÜR
BERLIN – SCHICKSALSJAHRE EINER STADT

„Berlin-Schicksalsjahre einer Stadt“ ist ein ehrgeiziges Großprojekt. Zeiträume der deutschen Hauptstadt, in denen sich bedeutende historische Veränderungen ereigneten, werden anhand von chronologisch geordneten Archivaufnahmen dokumentiert.
Das Mosaik kleinteiliger Filmdokumente wird durch einen sparsamen, informativen Erzähltext und multi-perspektivische Interviews mit Zeitzeugen zu einer spannenden Chronik verbunden. Eine besondere Stärke dieses Dokumentarformats liegt darin, dass es das zeitgeschichtlich Übergreifende mit dem Individuellen und Persönlichen verbindet. Die klug ausgewählten Interviewpartner, vom Regierenden Bürgermeister bis zum AfD-Aussteiger, spiegeln die unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven der Zeitzeugen. Die ruhige Atmosphäre der Interviews setzt einen Kontrapunkt zu den teilweise erschütternden Ereignissen und gibt dem Zuschauer Raum für eigene Reflexion.
Besonders hervorzuheben ist, dass es sich bei dieser Dokumentarserie um eine Eigenproduktion des RBB handelt, bei der mit Rolf Bergmann & Franziska Schulz-Elmahli & Ulrike Gerster Redakteure aus verschiedenen Redaktionen erfolgreich zusammengearbeitet haben.

 

FRIEDEMANN GOEZ & CHARLOTTE GROTH & RAFFERTY THWAITES & FRANK BUCHS & TOBIAS GERGINOV & JACOB GLASS FÜR
DER SCHWARM

Die Producer:innen von „Der Schwarm“ haben sich über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren der Verwirklichung dieses deutschen Bestsellers gewidmet, der zuvor als „unverfilmbar“ galt. Besonders hervorzuheben ist die Leistung, die anspruchsvolle und hoch komplexe Handlung des ursprünglichen Romans von Frank Schätzing, der auf globaler Ebene stattfindet, in ein Seriendrehbuch für ein breites TV-Publikum zu übersetzen. Zusätzlich galt es, eine internationale Finanzierungsstruktur in die Geschichte und Arbeitsweise zu integrieren. Senderpartner und/oder Kreativschaffende von Japan über Skandinavien bis nach Kanada mussten koordiniert werden und dennoch der lokale deutsche Kern der Geschichte stets im Blick bleiben.
Die Serie sollte zur ersten Hochphase der Corona-Pandemie gedreht werden. Die Umstände trafen diese komplexe Produktion besonders hart, da u.a. die gesamte Drehplanung für Südafrika kurzfristig abgesagt werden musste. In einem Kraftakt hat es das Team geschafft, diese weltweit verortete Handlung fast zu 100% in Italien umzusetzen und mit einem hohen internationalen Production Value, trotz der herausfordernden Umstände positiv herauszustechen.

 

SIMON BECKER & GESINE KRUG & ANNA WALTERMANN & HANNAH WALTER & BRITTA ESCHENBACH & LAURA PERZER FÜR
ZUM SCHWARZWÄLDER HIRSCH – EINE AUSSERGEWÖHNLICHE KÜCHENCREW UND TIM MÄLZER

In der Sendung „Zum Schwarzwälder Hirsch“ sind Menschen mit Down-Syndrom die Hauptdarsteller:Innen. Ihre Persönlichkeiten und Talente stehen im Mittelpunkt, umrahmt von den persönlichen Geschichten und Themen innerhalb der seit Jahrzehnten hochbelasteten Kernfamilien.
Die Show traut sich vorbildlich, Behinderung und Inklusion zu thematisieren. Und das gelingt vor allem durch ihre fortschrittliche Haltung. Tim Mälzer und André Dietz sind in ihrer sehr unterschiedlicher Art offen, eigene Vorstellungen zu hinterfragen. Sie reiben sich an ihren teils sehr konträren Haltungen und Zielen und begreifen Inklusion als Aushandlungsprozess. Wie es in unserer Gesellschaft wünschenswert wäre, lebt das Format davon, dass Rahmen-Bedingungen ständig angepasst und neu „gedacht“ werden.
Mit Feingefühl und dramaturgischer Raffinesse gelingt Simon Becker, Gesine Krug, Anna Waltermann, Hannah Walter, Britta Eschenbach und Laura Pelzer auf allen Produktionsebenen das Kunststück, eine unterhaltsame, spannende Sendung zu produzieren und parallel gelebte Inklusion zu zeigen sowie gesellschaftliche Debatten anzustoßen.
Das Wichtigste aber: Barrieren werden aufgehoben – in Köpfen und Herzen – und die Zuschauenden verändern sich beim Zusehen mit.
Diese, bis auf ihre Protagonist:Innen scheinbar normale Kochsendung verändert Menschen und damit unsere Gesellschaft.

STEPHAN LACANT FÜR
KALT

Stephan Lacant behandelt mit seinem unbehaglichen Film „Kalt“ ein schwieriges Thema: Den Todesfall eines Kindes beim Ausflug einer Kindertagesstätte.
Ihm gelingt es dabei, die Beklemmung, die Trauer, die Zerrissenheit und die Überforderung aller Beteiligten eindringlich einzufangen und so den Zuschauer latent mit der unfassbaren Situation in all ihren Facetten und Nuancen zu konfrontieren. Dies schafft er überaus intensiv mittels seiner konsequenten Bildsprache, dem bewussten Farbkonzept, den reduzierten Szenenbildern, der präzisen Führung der Schauspieler, sowie deren nuancierter Choreografie und der gekonnt distanzierten aber eindringlichen Erzählweise. Klar und präzise erzählt. Ohne falsches Pathos!
Dabei muss der Betrachter das Geschehene – ganz für sich allein – bewerten und einordnen. Kein Filmgenuss im Sinne des Wortes, aber ein meisterhaftes und mutiges Stück Erzählkunst über ein starkes, eindringliches Thema.

FLORIAN BAXMEYER FÜR
LOST IN FUSETA

Florian Baxmeyer ist mit LOST IN FUSETA ein Kunststück gelungen: Er hat das bisher eher filmtouristisch verstandene Genre des ARD-Auslandskrimis vom Kopf auf die Füße gestellt und neu erfunden.
Plötzlich fühlt sich Portugal nicht mehr wie eine Kulisse an: die Hitze brennt nicht nur auf, sondern in den Dingen; der Staub flirrt vor der Kamera und liegt auf den Autoscheiben. Ein portugiesischer Cast agiert auf Augenhöhe mit den deutschen Kolleginnen und Kollegen. Und dort hinein, in diese ernst genommene Fremde, inszeniert Florian Baxmeyer, zugleich unaufdringlich und vor Ideen sprühend, die Innenwelt seines genial geführten Titelhelden. So viel Freude am Spiel mit der Wirklichkeit gab es im deutschen Fernsehen selten zu sehen.

LAURA LACKMANN & STEFAN A. LUKACS FÜR
LUDEN – KÖNIGE DER REEPERBAHN

Manchmal schwer auszuhalten, immer konsequent und rasant; insgesamt meisterhaft: Laura Lackmann und Stefan A. Lukacs haben mit ihrer Serie „LUDEN – KÖNIGE DER REEPERBAHN“ einen künstlerisch anspruchsvollen Blick in die bundesdeutsche Zeitgeschichte geworfen. Cast, Bildgestaltung, Montage, Ausstattung und Mise-en-scène verschmelzen zu einem organischen Ganzen, das so selten zu sehen und zu erleben ist. Die außerordentlich harte, dichte und zugleich poetische Inszenierung vom Aufstieg des Zuhälters Klaus Barkowski nimmt all ihre Protagonistinnen und Protagonisten ernst, räumt Jeder und Jedem Platz und Respekt ein. Vor allem die Frauenfiguren werden hier nicht zum „Schauwert“ degradiert, sondern handeln im Guten wie im Schlechten mit einer eigenen Agenda.
Ein Streaming-Erlebnis, das lange nachhallt.

BEN MÜNCHOW FÜR
LIKE A LOSER

Ben Münchow führt in der Rolle des unverhofften Vaters Julian Beil in „Like a loser“ Tragik und Komik so wunderbar zusammen, dass es eine wahre Freude ist, ihm dabei zuzusehen. Er nimmt uns mit auf eine Reise durch sämtliche Höhen und Tiefen des Älter- und Elternwerdens, stets mit einer gehörigen Portion Mut, den der Humor einer Komödie braucht, voll und ganz darin aufzugehen.
Glaubhaft, sympathisch trotz oder gerade wegen so einiger Ecken und Kanten, leben, leiden und lieben wir mit ihm. Mit großartiger Finesse zieht er die Register seiner Schauspielkunst und lässt uns im geeigneten Moment immer wieder auch hinter Julians Fassade blicken.

 

AARON HILMER FÜR
LUDEN – KÖNIGE DER REEPERBAHN

Vom ersten Moment an kreiert Aaron Hilmer in „Luden – Könige der Reeperbahn“ mit Klaus Barkowski eine Figur, so charismatisch und präsent, dass man sich ihr kaum zu entziehen vermag. Pur und sympathisch, für eine Kiezgröße in spe nahezu zu offen und zu kindlich, seine Gedanken auf der Zunge tragend, unterschätzt man „den schönen Klaus“. Und genau das ist seine große Stärke. Die von Aaron Hilmer so wunderbar geschaffene Figur taktiert nicht, bleibt stets bei sich und setzt sich aus genau diesem Grund letztlich doch durch.
Selbst in den lächerlichsten Momenten meint Hilmers Klaus es ernst und verliert in dieser spannenden Naivität dennoch nie seine Glaubwürdigkeit. Er lässt die Zuschauer:innen ganz nah an ihn herankommen.
Im fortgeschrittenen Stadium der Serie lernt und bricht Klaus die Regeln des Kiezes. Da zeigt Aaron Hilmer die Vielseitigkeit seiner Schauspielkunst, nimmt uns mit in die dunkelsten Abgründe der Unterwelt.

 

GODEHARD GIESE FÜR
UND DANN STEHT EINER AUF UND ÖFFNET DAS FENSTER

Godehard Giese lässt uns als Fred in „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ Zeuge eines emotionalen Auftauens werden. Je mehr sich Fred aus seiner Erstarrung löst, desto mehr beginnt er uns zu fesseln. Meisterhaft und mit sparsamsten Mitteln spielt Giese auf der Klaviatur der Zwischentöne, der Uneindeutigkeit. Jede gefühlvolle Nuance von Giese geht uns durch Mark und Bein. Immer mehr öffnet er das Fenster zur Seele dieser Figur und berührt uns schließlich zutiefst. Sein Spiel ist waidwund, filigran und durchströmt von einer zarten Komik. Wir sehen auf dem Bildschirm uns, einen Menschen aus Fleisch und Blut, und keine bloße Darstellung mehr. Das ist in höchstem Maße inspirierend und unbedingt auszeichnungswürdig.

HENNING FLÜSLOH FÜR
LUDEN – KÖNIGE DER REEPERBAHN
Wie Henning Flüsloh seiner Rolle des Andy Leben einhaucht, ist sensationell. Er verkörpert die Gefährlichkeit des Underdogs, die Unberechenbarkeit eines zutiefst verletzten Menschen mit einer inneren Sicherheit und Glaubwürdigkeit gerade so, als wäre er als Andy geboren. Seine Figur taumelt durch emotionale Tiefen, die Flüsloh wie ein Jongleur mit Leichtigkeit und nicht selten auch großem Humor durchwandert. Dieser Andy ist ein Vulkan und Henning gibt Andy eine Körperlichkeit, die seine Emotionen deutlich zeigen. Es entsteht ein mehrschichtiger Charakter, der nicht gegen seine Gefühle ankommt, die immer wieder aus ihm herausbrechen, auch wenn Andy weiß, dass er besser nicht zuschlagen sollte. Flüsloh lässt uns teilhaben am Erleben des unverstandenen Underdogs, dessen Schmerz größer ist als die Vernunft.

OLIVER REINHARD FÜR
RAMSTEIN – DAS DURCHSTOSSENE HERZ

Was Oliver Reinhard in seinem kurzen Auftritt in Ramstein abliefert, hat uns tief berührt. Eine großartige Leistung mit gewaltiger Tiefe. Er spielt seine Figur nicht, er IST sie. Er IST dieser Vater, der seinen Sohn verloren hat und sich vom Schmerz des Verlustes nie mehr erholen wird. Dieser Schmerz befällt ihn geradezu und ist größer als er, als er vom Ablauf der Ereignisse erzählt. Er kann sich nicht dagegen wehren, es „geschieht“ ihm. Und wir sehen dabei zu. Der Intimität dieser seelischen Bewegung in seinem Herzen kann man sich nicht entziehen. Im Gegenteil, sie haut einen um. Er lässt uns als Zuschauer gar keine andere Wahl. Die Emotionen seiner Figur gehen Oliver Reinhard durch Mark und Bein und damit auch uns. Er zieht uns in seinen Bann. Und das alles spielt er mit einer Würde und Größe, die herausragend sind.

CLAUDE ALBERT HEINRICH FÜR
UND DANN STEHT EINER AUF UND ÖFFNET DAS FENSTER

Claude Albert Heinrich spielt die Rolle des 15-jährigen Phil Wiener mit großem schauspielerischen Können. Mit einer für sein Alter erstaunlichen inneren Ruhe, nimmt er uns mit in die Welt des pubertierenden Phil, wo er doch selbst auch im wahren Leben noch in der Pubertät steckt. Er versteckt nichts. Im Gegenteil, er ist sich als Schauspieler sehr im Klaren, was genau er von der tiefgründigen Seele seiner Figur zeigen will, lässt uns beim Denken zusehen und führt uns so tiefer und tiefer in deren Erleben. Mit ungewöhnlich hoher schauspielerischer Intelligenz spannt er mit großer Durchlässigkeit und Leichtigkeit den Bogen von einem fast autistischen Jungen hin zu einem freien, liebenden, jungen Mann.

JELLA HAASE FÜR
KLEO

Mit ihrer herausragenden Verkörperung der Profi- beziehungsweise Stasi-Killerin in der achtteiligen Netflix-Serie „KLEO“ spielt sich Jella Haase in die erste Reihe.
Ihre Figur wird von ihr in beeindruckender Art und Weise facettenreich dargestellt und das in jeder Nuance.
Ihr Gesichtsausdruck und ihre körperliche Hingabe reichen aus, um dem Zuschauer die Zentralfigur dieser Serie nahe zu bringen.
Die Rolle ist vielschichtig und verlangt nach Extremen, was Jella Haase sowohl in den verschiedenen Entwicklungsbögen der Figur als auch in jeder Sequenz meisterhaft gelingt.
Eine großartige Schauspielerin, wir ziehen unseren Hut und gratulieren!

 

NINA GUMMICH FÜR
ALICE

Nina Gummich ist „Alice“ – von der ersten Minute an. Man braucht keine Anwärm – oder Umdenkphase, um die junge Alice Schwarzer in ihrer Verkörperung zu erkennen. Wie sie spricht, wie sie sich gibt, wie sie sich die Haarsträhne trotzig aus dem Gesicht streicht, ihre Kraft, ihre Strenge werden von Nina Gummich grandios in Szene gesetzt.
Aber was Nina Gummichs Darstellung der Alice so exquisit und besonders macht ist, dass sie alle Gedanken der realen Alice Schwarzer wirklich gedacht zu haben scheint. Als ob sie das komplette Gedankengut, der ihr zur Darstellung anvertrauten Person vollständig verinnerlicht habe. Der Zuschauer folgt mühelos allem, was sich hinter ihrer Stirn gedanklich abspielt. Sie ist nicht nur Körper, sondern auch so gekonnt der Geist von „Alice“, dass die Grenzen zwischen der historischen Person und der Schauspielerin sich aufzulösen scheinen.

 

ANNE RATTE-POLLE FÜR
ZWEI SEITEN DES ABGRUNDS

Anne Ratte-Polle spielt in der Thriller-Mini-Serie „Zwei Seiten des Abgrunds“ die Rolle von Luise Berg – einer Frau, Mutter und Polizistin. Sie hat ihre ältere Tochter durch einen brutalen Mord verloren und begegnet deren frühzeitig entlassenem Mörder durch Zufall in einem Baumarkt
Anne Ratte-Polle nimmt uns mit auf eine Reise der Emotionen und zeigt uns einen Menschen – vom Leben, vom Kummer und Leid gezeichnet. Durch ihre Bitterkeit und ihre harsche Art erscheint ihre Figur zunächst abgebrüht, und man bleibt als Zuschauer distanziert. Doch Anne zieht einen in ihren Bann und lässt uns mit Intensität und Intuition an der Wut und dem Gefühl des Ausgeliefertseins ihrer Figur so intensiv teilhaben, dass wir Mitgefühl für diese verzweifelte Frau entwickeln.
Souverän meistert Anne Ratte-Polle auch die Rückblenden in das einst glückliche und fast klischeehaft aufgeräumte Familienleben vor der Katastrophe. Die emotionale Reise, die uns ihr Spiel in diesem Stück miterleben lässt, lotet einen weiten Bogen zwischen Glück und verbitterter Dunkelheit aus.
Das Alles spielt Anne Ratte-Polle in jedem Augenblick in ihrer Intensität, in ihrer Durchlässigkeit der Gefühle, in kleinen Gesten, in den Momenten der Stille, in ihrer Präsenz auf der Leinwand mit Perfektion und Feinheit.
Eine großartige Leistung!

LINDE PRELOG FÜR
DER PASS STAFFEL 3

Linde Prelog beherrscht ihr Handwerk perfekt. Ihr gelingt eine ausgesprochen differenzierte, authentische, mutige und ergreifende Darstellung der gehörlosen Frau Markstein, deren Sohn in den Fokus der Mordermittlungen gerät.
Beeindruckend wahrhaftig umgesetzt – die Sprachbarriere drückt sie mit Gesten und eindringlicher Emotion aus, wie u.a. auch bei Aphasikern zu beobachten, ohne dass ihre Figur dabei in Leid oder Drama verfällt. Die Rolle der Kämpferin mit eigenem Sprachgestus wird von ihr durchgängig gehalten.
Ihre Besetzung kann im Kontext der aktuellen Debatte um mehr Inklusion und Diversität im Castingprozess durchaus kontrovers diskutiert werden. Ihre persönliche schauspielerische Leistung jedenfalls ist bemerkenswert.

 

MARTA KIZYMA FÜR
POLIZEIRUF 110: PARANOIA

Marta Kizymas‘ präzise Darstellung der Paranoia zwischen scheinbarer Normalität und dem ausbrechenden Wahnsinn ist von beeindruckender Natürlichkeit. Sie spielt es nicht, sie ist es.
Auf eine differenzierte und atemberaubende Weise zeigt sie uns die Gefühlswelt einer Figur, die sich zwischen eigener Paranoia und realer Bedrohung immer tiefer in eine kriminelle Verschwörung verwickelt sieht. Die Gefahr von zuständlichem, klischiertem Spiel umschifft die Schauspielerin geschickt, indem sie uns kompromisslos beim Kampf ihrer Figur um Kontrolle und Integrität zusehen und mitfiebern lässt.
Dabei überzeugt sie mit einer außergewöhnlichen Kamerapräsenz. Durch einen spürbaren inneren Monolog hält sie über den gesamten Film hinweg eine Spannung, die nie einbricht.

 

BARBARA NÜSSE FÜR
TATORT: ABBRUCHKANTE

Barbara Nüsse gelingt es, der betagten Pensionswirtin Karin Bongartz eine erfrischend jugendliche Leichtigkeit zu verleihen, die die Welt dieses Tatorts mit viel Herzenswärme und ansteckendem, teils trockenem Humor aufhellt.
Ihr reduziertes und aufrichtiges Spiel ist absolut überzeugend. Ihr Charme ist umwerfend; ihre Kamerapräsenz und ihre Wandelbarkeit ziehen uns in ihren Bann. Sympathisch und ehrlich ist sie sozusagen die Kirsche auf der Sahne des Projektes. Mit geballter Energie und einer Spur Sarkasmus bleibt sie absolut in Erinnerung. … Und das mit 81 Jahren! – Wunderbar!
Es ist längst an der Zeit, die Theaterkoryphäe Barbara Nüsse auch für ihre außergewöhnliche Leistung als Filmschauspielerin zu würdigen.
Das ist eine DAfFNE wert!

DANIELA STEIN & ULRIK BRUCHHOLZ & BILLY BUFF FÜR
BABYLON BERLIN – STAFFEL 4

Die 30er Jahre, kurz vor dem verhängnisvollen Wendepunkt der deutschen Geschichte. Das babylonische Berlin tanzt nahe am Abgrund und damit auch die Protagonisten der Serie. Grundstoff für Stunts unterschiedlichster Art, die den Folgen der vierten Staffel in einer Breite Dynamik verleihen, die allein eine Würdigung wert wäre.
Daniela „Dani“ Stein, Ulrik Bruchholz und Billy Buff haben dabei herausragende Stunts geschaffen, die im Gedächtnis haften bleiben. So zum Beispiel der Kampf in einem gläsernen Versuchslabor, in dem sich Gereon Rath alias David einem Goliath stellt. Sehr ungleiche Gegner. Das Stunt-Team hat diese Unterschiedlichkeit kreativ genutzt und einen kraftvollen Kampf mit ungewöhnlichen Kampftechniken und Bewegungsabläufen geschaffen. Mithilfe der Transparenz der Wände entstanden einprägsame Bilder, welche physikalischen Kräfte da am Werk sind. Die lassen nicht nur die Glaswand erzittern.
Eine besondere Leistung ist es, einen körperlich Unterlegenen so gewinnen zu lassen, dass es auch eine Nominierungs-Kommission der eigenen Sektion überzeugt. Das ist dem Dreierteam herausragend gelungen!
Herzlichen Glückwunsch!

 

KATJA JERABEK FÜR
LUDEN – KÖNIGE DER REEPERBAHN

Bunt, schrill, frei stellt sich die Reeperbahn ihren Besuchern seit jeher dar. So ist auch die Amazon-Prime-Serie „Luden – Könige der Reeperbahn“ inszeniert, die in den 1980er Jahren spielt. Doch unter der Oberfläche gibt es brutale Revierkämpfe und die Frauen, als Sexarbeiterinnen unverzichtbar, sind direkter und indirekter Gewalt ausgesetzt.
Mit ihren meisterlich inszenierten Stunts und der perfekten Auswahl von Stunt-Spezialisten unterstützt Stunt-Koordinatorin Katja Jerabek beides. Das dekadente Leben des Hauptprotagonisten Klaus Barkowski alias „der schöne Klaus“, wird mit seinem Ritt auf einem Schimmel mitten hinein in feiernde Menschenmassen versinnbildlicht. Mit einer wilden Fahrt im Lamborghini, Prügeleien (sogar eine unter Kindern), einem Boxkampf im 80er-Look, Schießereien, Schlägereien, mit Gewalt in diversester Form zieht Katja Jerabek die Zuschauer immer wieder unter die bunte, scheinbar fröhliche Oberfläche.
Diese Arbeit zeigt, dass sie zu den Besten ihres Fachs gehört!

 

ROLAND LEYER & JOSHUA GROTHE FÜR
SAM – EIN SACHSE

Die Mini-Serie „Sam – ein Sachse“ beruht auf der Lebensgeschichte Samuel Njankouo Meffires, der als erster afrodeutscher Polizist Sachsens, als Gesicht einer PR-Kampagne für Toleranz, später als Straftäter bekannt geworden ist. Es ist eine Geschichte von Gewalt und Gegengewalt, von Aufstieg und Fall. Die Stunts wurden von Roland Leyer kreativ und im richtigen Maße in die Handlung eingefügt und mit großem Stunt-Team realisiert. Die Kampf-Choreografien Joshua Grothes machen die Szenen spannend und glaubwürdig. Beeindruckt hat beispielsweise eine Szene, in welcher Sam als jugendlicher Sportler von Hooligans verfolgt, verprügelt und fast getötet wird, und er sich nur durch einen Sprung in die Elbe retten kann. Hauptdarsteller Malick Bauer wurde hier unterstützt, seine körperlichen und schauspielerischen Talente voll auszuspielen.
Die Aktion ist nie als Effekt ausgelegt, sondern charakterisiert die Protagonisten und die Zeit und macht Handlungen nachvollziehbar. So macht die Action sichtbar, dass Gewalt und Ablehnung innere Anspannung erzeugt, die sich irgendwann entladen muss.

SUSANNA HANEDER FÜR
A THIN LINE

Das Szenenbild für „A thin line“ ist spektakulär, ohne laut oder aufdringlich zu sein. Es ist aufwendig, ohne bemüht zu sein. Es ist dicht gestaltet, ohne dabei dekorativ zu werden.
Susanna Haneder zeichnet präzise Bilder und Stimmungen und bleibt dabei respektvoll im Hintergrund, ihre Arbeit weist einen starken Gestaltungswillen auf und kommt dabei so locker und cool daher, dass die Arbeit absolut mühelos und das Ergebnis selbstverständlich wirkt. Was hier geschaffen wurde ist einfach großartig und macht Spaß beim Betrachten.
Susanna Haneders Arbeit glänzt auch dadurch, dass der Film wie eine inhaltliche Einheit aller Gewerke wirkt. Man hat sich blind verstanden oder viel miteinander geredet und vor allen Dingen Gewerke-übergreifend in die gleiche Richtung gearbeitet. Die so entstandene Ausdruckskraft spürt man in jedem Bild.
Gerade in Serien mit einer großen Anzahl von Handlungsorten, dem üblichen Zeit- und Kostendruck, ist das keine Selbstverständlichkeit. Die dramaturgischen Wendungen des Drehbuchs, die Kameraführung, die Wege der Schauspieler werden bedient, ergänzt, stimmig bebildert.
Eine absolut poetische und gelungene Arbeit. Wir gratulieren Susanna Haneder und Ihrem Team zu dieser Leistung!

 

ISABEL VON FORSTER FÜR
KLEO

„KLEO“ ist eine Serie, die das Übertriebene zelebriert. Dies trifft nicht nur auf die Charaktere zu, sondern auch auf das Production Design von Isabel von Forster. Ihre Sets bestechen durch eine große Liebe fürs Detail von Farben, Mustern, Texturen und Licht. Alles wirkt in sich stimmig und steht für eine große Dichte der Kommunikation – sowohl innerhalb des Art Departments, das Großartiges hergestellt hat, als auch mit Regie und Kamera, die sichtbar Spaß daran hatten, den Detailreichtum anzunehmen und damit zu arbeiten.
Leichtfüßig und frech bewegt sich der Look der Serie zwischen historischer Korrektheit und fantasievoll crisper Eigenwilligkeit. Dass sich das Production Design diese Freiheiten nimmt, unterstützt die sehr überzeichneten Charaktere immens. Man spürt immer die gute Recherche, und doch baut Isabel von Forster ein eigenwilliges Szenenbild auf, das wiederholt überrascht und trotzdem eine klare Linie hat. Wunderbar.
Eine wirklich sehr gelungene Arbeit, zu der wir Isabel von Forster und Ihrem Team herzlich gratulieren!

 

MYRNA WOLFF FÜR
LUDEN – KÖNIGE DER REEPERBAHN

Das Szenenbild, bzw. das Production Design, von „LUDEN“ ist in jeder Hinsicht ein Erlebnis. Das Zusammenspiel der Drehorte, der Kulissen, der Raumausstattung und der Dekorationen in Kombination mit den künstlerisch gestalteten Lichtstimmungen ist einfach gelungen. Das Szenenbild unterstützt und liefert zusätzliche Informationen über die Welt, in der diese Geschichte angesiedelt ist.
Vom ersten Moment an taucht man mit Hilfe des Szenenbildes sofort in eine Welt ein, die offensichtlich von Armut und Reichtum gleichermaßen geprägt ist. Die Umgebungen der Prostituierten, der Freier und der Zuhälter ist bis ins kleinste Detail ausgearbeitet worden.
Myrna Wolff schafft es auf sehr unterhaltsame Weise, diese drei Gruppen und ihre jeweiligen Aktionsräume, in denen sie agieren, präzise und respektvoll darzustellen. Sie schafft ein Passepartout, das die Handlungen unterstützt, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen.
Die Serie spielt in einer vergangenen Zeit. Die Interieurs und Exterieurs sind fantasievoll und liebevoll gestaltet und interpretiert und geben den Figuren, den großartigen Schauspieler:innen, den Raum, den diese brauchen, um die Rollen zum Leben zu erwecken. Auf subtile und unterhaltsame Weise liefert das Szenenbild dem Zuschauer zusätzliche Informationen. Das Hamburger Rotlicht-Milieu wurde schon oft filmisch dargestellt. Hier schafft es das Szenenbild, Bekanntes wieder in Erinnerung zu rufen, und dennoch einen eigenen „LOOK“ zu präsentieren. Die Serie hat „Wiedererkennungswert“ und schafft es, den Zuschauer nicht nur in ihren Bann zu ziehen, sondern ihn auch zu binden.
„LUDEN“ hat alles, um sowohl künstlerisch als auch kommerziell zu überzeugen. Wir gratulieren Myrna Wolff zu dieser gelungenen Arbeit.

FRANK KRUSE & ALEXANDER BUCK & MATTHIAS LEMPERT & KLAUS-PETER SCHMITT & BERNHARD JOEST & STEFAN SOLTAU & BENJAMIN HÖRBE FÜR

BABYLON BERLIN – STAFFEL 4

Das vielschichtige Sounddesign von Frank Kruse, Alexander Buck, Matthias Lempert, Klaus-Peter Schmitt, Bernhard Joest, Stefan Soltau und Benjamin Hörbe hat, in Verbindung mit der klaren und dynamisch ausgewogenen Mischung dieser Staffel von Babylon Berlin ein wahrhaftes Hörerlebnis beigefügt.
Der Wechsel von lauten zu atmosphärischen Passagen hilft, den Figuren und der Handlung näher zu kommen und das Berlin der 30er Jahre erlebbar und lebendig werden zu lassen.
Die jederzeit stimmige Mischung der Produktion schafft eine hervorragende Balance zwischen der teilweise sehr stilprägenden Musik und den nuanciert eingesetzten Elementen des Soundkonzepts.
Dabei fügt sich das Sounddesign mit den klaren Dialogen zu einem harmonischen Gesamtbild, das ausgewogen zwischen natürlicher, subtiler Präsenz und emotionaler Erweiterung der Dramaturgie changiert.

Es sind nicht zuletzt diese handwerklich ausgereiften und kreativen Eckpfeiler des Tons, die „Babylon Berlin“ zu einem bemerkenswerten Gesamtkunstwerk vollenden.

Eine wunderbare Leistung der Tongestaltung!

 

NOEMI HAMPEL & GREGOR BONSE & ADRIANO DI LORENZO & LAJOS WIENKAMP MARQUES & EBERHARD WECKERLE FÜR

DER SCHWARM

Die Meere sind Hauptschauplatz der Geschichte. Das Wasser und seine vielfältigen Geräusche nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise rund um den Globus und in die Tiefen der Ozeane.

Das Sounddesign von Noemi Hampel, Gregor Bonse, Adriano di Lorenzo, Lajos Wienkamp Marques und Eberhard Weckerle nutzt dieses essentielle Element in all seinen Erscheinungsformen sehr innovativ: mal um subtil die maritime Atmosphäre der verschiedenen Schauplätze zu intensivieren, mal um offensiv die Dramaturgie zu unterstützen.
Dieses dichte und atmosphärisch stimmige Soundkonzept bildet dabei die Brücke zwischen realer und imaginärer Welt. Die transparente Mischung ergänzt die Tongestaltung mit ausgewogenen Akzenten bei den Charakteren, ohne die Hintergründe zu vernachlässigen, und setzt im richtigen Moment Spezialeffekte ein, die das Fiktive überzeugend realistisch erscheinen lassen.

Dazu gratulieren wir dem gesamten Team!

 

ECKHARD KUCHENBECKER & MAX SÖLLNER & ALEX OBERRADER & BENEDIKT UEBE & CHRISSI REBAY FÜR

LUDEN – KÖNIGE DER REEPERBAHN

Die Teamarbeit zwischen O-Ton, Sounddesign, Geräuschemacher und Mischung von Eckhard Kuchenbecker, Max Söllner, Alex Oberrader, Benedikt Uebe und Chrissi Rebay trägt maßgeblich zu der dichten Authentizität bei, die für das Gesamtkonzept dieser Geschichte der sehr gemischten Milieus auf der Reeperbahn entscheidend ist.

Die sehr guten O-Tonaufnahmen und das gekonnte Sounddesign machen die Hamburger Amüsier- und Kampfmeile nicht nur durch die Bilder, sondern auch durch jeden einzelnen Ton und jedes Geräusch erlebbar. Nichts wird zu sehr in den Vordergrund gerückt, gleichzeitig werden wichtige atmosphärische Akzente gesetzt. Eine perfekt austarierte Tongestaltung, die ihrer unterstützenden Funktion für die Dramaturgie der Geschichte voll gerecht wird.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Teamarbeit!

CHRISTIAN KAESTNER & MARLENE NEHLS & JACK BANKS & ALYSSA MELLO & GERD NEFZER FÜR
1899

Das Mystery-Drama „1899“ spielt auf einem Schiff, das von Europa nach Amerika unterwegs ist.
Die VFX-Teams um Supervisor Christian Kaestner – genannt seien hier Marlene Nehls, Jack Banks, Alyssa Mello und Gerd Nefzer – haben dabei zahlreiche verschiedene Techniken eingesetzt, um die historische Atmosphäre des späten 19. Jahrhunderts authentisch wiederzugeben.
Hierbei arbeiteten sie überwiegend an einem Virtual Production Set, bei dem die digital erschaffenen Hintergründe „on set“ von den VFX-Teams eingespielt und mit dem vorhandenen Set-Design „in camera“ kombiniert wurden.
Es wurde dabei eine nahezu perfekte visuelle Umsetzung erreicht, welche die Seriendramaturgie im höchstmöglichen Spannungsaufbau unterstützt.
Herzlichen Glückwunsch zu dieser großartigen Arbeit!

 

DENIS BEHNKE & ANNABELLE TROUKENS & JENS DOELDISSEN FÜR
DER GREIF

Die in dieser Serie eingesetzten Visual Effects zeigen auf ganz besondere Weise, wie Geschichten in ihrer ganzen Dramatik vom Einsatz digitaler Techniken profitieren.
Den VFX-Teams, unter Leitung von Denis Behnke und Anabelle Troukens, gelingt es, Wolfgang Hohlbeins Fantasy-Epos visuell eindrucksvoll darzustellen – seien es die aufwendig animierten Kreaturen, wie auch die komplexen Matte Paintings und 3D Set Extensions.
Es ist ihnen vollauf gelungen, die stimmungsvolle Atmosphäre der Romanvorlage visuell spannend und mitreißend umzusetzen. Durch die Verschmelzung virtueller Elemente mit der realen Umgebung und Welt haben sie die Geschichte eindrucksvoll erlebbar gemacht.
Herzliche Gratulation zu dieser Leistung!

 

JAN STOLTZ & FRANZISCA PUPPE FÜR
DER SCHWARM

Die visuellen Effekte in „Der Schwarm“ wurden von einem Team erfahrener VFX-Artists unter der Leitung von Jan Stoltz und Franzisca Puppe entwickelt und umgesetzt. Sie tragen maßgeblich dazu bei, die faszinierende Welt des Romans an Land und unter Wasser zum Leben zu erwecken, um den Zuschauern ein visuell beeindruckendes Erlebnis zu bieten.
Es gelingt ihnen, die Bedrohung des Meeres und seiner Bewohner in realistischen Unterwasserszenen, mittels fotorealistisch animierter Meerestiere, anschaulich und wirkungsvoll vor Augen zu führen.
Fachlich gesprochen hat das VFX Team eine sehr gute Arbeit bei der CG- Animation, der Crowd-Simulation und der optimalen Integration von Lighting und Compositing erreicht.
Dazu gratulieren wir herzlich!

Danke an:

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