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Die DEUTSCHE AKADEMIE FÜR FERNSEHEN soll in der öffentlichen Diskussion über die Medien und ihre Inhalte zu einer Stimme der Fernsehschaffenden werden und das Bewusstsein für die kreativen und künstlerischen Leistungen derjenigen, die die Fernsehprogramme gestalten, fördern und stärken.

Zweck laut Satzung der DEUTSCHEN AKADEMIE FÜR FERNSEHEN ist die Entwicklung des deutschen Fernsehens als wesentlichen Bestandteil der deutschen Kultur sowie der deutschen Kulturwirtschaft zu fördern und deren Vielfalt zu erhalten, das Gespräch und den Austausch von Ideen und Erfahrungen zwischen den deutschen Fernsehschaffenden insbesondere auch zwischen freiberuflichen und in Sendern festangestellten anzuregen, zu stärken und zu pflegen, den Diskurs zu inhaltlichen und wirtschaftlichen Aspekten des deutschen Fernsehens zu führen.

Dazu werden öffentliche Veranstaltungen zu kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Themen im audiovisuellen Bereich organisiert, Weiterbildungsveranstaltungen für im audiovisuellen Bereich tätige Personen unter Leitung von Mitgliedern des Vereins oder externen Experten durchgeführt, und die Verleihung einer Fernsehauszeichnung, gegebenenfalls mit noch zu bestimmenden Partnern, vorbereitet und durchgeführt.

Die Akademie hat ihren Sitz in Berlin und München. Sie wird allen kreativen Fernsehschaffenden mit langjähriger Erfahrung und besonderer Leistung bei der Herstellung deutscher Fernsehwerke aus den Bereichen Fiction, Non-Fiction, Unterhaltung und Journalismus offen stehen.
Ab 2024 ist der normale Beitragssatz € 180, in Ausnahmefällen ist er reduziert.

Bitte beachten Sie unsere angepassten Mitgliedsbeiträge ab Januar 2024.

Diese entnehmen Sie der aktualisierten Beitragssatzung unter https://daff.tv/wp-content/uploads/2023/09/Beitragsanpassung_Anlage3_MVDAfF_2023_final.pdf

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Empfänger: Deutsche Akademie für Fernsehen e.V.
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Satzung

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2025/2026

2024/2025
3. Dezember 2024

Die Ausgezeichneten 2026

Bildgestaltung

Florian Emmerich
© Robert Viglasky
Herrhausen – Der Herr des Geldes | ARD Degeto Film, rbb, SWR, HR für die ARD | Sperl Film- und Fernsehproduktion, X Filme Creative Pool

HERRHAUSEN – DER HERR DES GELDES, ein geschichtsträchtiges deutsches Biopic, auf der Suche nach Wahrheit.
Großartig gemeistert von Kameramann Florian Emmerich, der gemeinsam mit allen gestaltenden Departments, die Charaktere mit sensibler und akkurater Kameraarbeit in historischem Kontext Ende der achtziger Jahre zeigt.
Die Gefahr, dass visuelle Ungenauigkeiten ablenken könnten und somit Glaubhaftigkeit verschenkt wird, ist da. Aber hier hat die Bildgestaltung alles dafür getan, dass die Ausstattung unterstützt und im Sinne der Geschichte benützt wurde.
Die Geschichte, die Inszenierung und die Schauspieler werden zu den historisch bekannten Persönlichkeiten, weil sie eben maximal in ihrer Performance unterstützt werden.
Souverän setzt Florian Emmerich dafür sämtliche Tools und Methoden ein, die ein DoP zur Verfügung hat. Ein eigener visueller Polit-Thriller Stil entsteht.
Die feine Dosierung der Zutaten machen einen unverwechselbaren spannenden cinematographischen Genuss aus HERRHAUSEN – DER HERR DES GELDES.
Gratulation an alle Beteiligten, vor und hinter der Kamera und besonders an Florian Emmerich für diese sehenswerte Produktion.
Das ist eine DAfFNE wert!

Casting

Liza Stutzky
© Clara Renner
Krank Berlin | Apple TV+, ZDFneo | Violet Pictures, REAL FILM Berlin, ZDF

Andrea Rodríguez
© Oyèmi Hessou
Krank Berlin | Apple TV+, ZDFneo | Violet Pictures, REAL FILM Berlin, ZDF

Greta Baumann
Krank Berlin | Apple TV+, ZDFneo | Violet Pictures, REAL FILM Berlin, ZDF

Dieses Ensemble erzählt nicht nur eine Geschichte, es lebt sie. Jede Szene atmet ein gemeinsames Vertrauen, eine gemeinsame Haltung. Da ist etwas, das nicht gespielt werden kann: ein echtes Miteinander, das den Raum füllt, die Atmosphäre trägt und die Zuschauer*innen hineinzieht in die Geschichte.
So zeigt diese besondere Besetzung von Lisa Stutzky & Andrea Rodríguez & Greta Baumann, was entsteht, wenn man nicht nach Stars, sondern nach Wahrhaftigkeit sucht. Wenn man spürt, dass die Chemie stimmt – und sich traut, ihr zu vertrauen.
Dieser Cast ist eine Einladung zum Hinsehen: auf Nuancen, auf Zwischentöne, auf alles, was zwischen den Zeilen liegt.
Überraschende Neuentdeckungen, bekannte Schauspieler*innen in ungewohntem Licht, feine Alters-, Herkunfts- und Erfahrungsgrade machen das erzählte Universum glaubwürdig und offen. Dieses Ensemble wirkt nie zusammengestückelt – es atmet gemeinsam. Das ist Casting als dramaturgische Kraft.
Das ist eine DAfFNE wert!

Dokumentarfilm

Judith Lentze
Systemfehler: Der Cum-Ex Skandal | ZDF, 3sat | zero one film, Friedrich Moser Film

Oliver Schröm
Systemfehler: Der Cum-Ex Skandal | ZDF, 3sat | zero one film, Friedrich Moser Film

Barbara Gies
© Christine Fenzl
Systemfehler: Der Cum-Ex Skandal | ZDF, 3sat | zero one film, Friedrich Moser Film

Interessierte Kreise verbreiteten lange das Gerücht, die Cum-Ex Anlagen würden nur vorhandene Gesetzeslücken ausnutzen.
Diese Dokumentation entlarvt, dass die Cum-Ex Steuertricks bewusste Handlungen von Bankern, Anwälten und einigen sehr reichen Menschen waren und immer noch sind, um den Staat, die Gemeinschaft um Milliarden zu bestehlen.
Und diese Entlarvung findet äußerst witzig und filmisch sehr innovativ statt. – Eigentlich ist alles an diesem Film besonders! Er wirkt wie aus einem Guss.
Der dramaturgische Aufbau ist exzellent, die Bildsprache sehr erfindungsreich, der sparsame Text brillant. Die Ton-Bildkomposition – Musik und Schnitt – ist sehr kreativ und wird von Grafiken unterstützt, die trockene und komplexe Inhalte federleicht erklären. So werden nicht nur das Ausmaß dieser „Raubzüge“ deutlich, sondern auch die Blockaden und Hemmnisse, die den Ermittler*innen bei ihrer Aufklärung von Finanzlobby und ihren Erfüllungsgehilfen im Ministerium in den Weg gelegt wurden.
Den Nominierten Judith Lenze, Oliver Schröm und Barbara Gies ist ein investigatives Meisterwerk gelungen.
Das ist eine DAfFNE wert!

Danke an:

Drehbuch

Jan Peter
© Robin Kater
Die Spaltung der Welt | ARTE, SWR, ORF, CT | LOOKSfilm, IRIS GROUP, Beside Productions, MOMAKIN, HAKAfilms

Jasmin Wind
Die Spaltung der Welt | ARTE, SWR, ORF, CT | LOOKSfilm, IRIS GROUP, Beside Productions, MOMAKIN, HAKAfilms

Wernher von Braun will zum Mond – aber zuerst lässt er tausende Arbeitssklaven für Deutschland sterben, Frantz Fanon kämpft gegen die seelische Zerstörung, die Europa in Afrika angerichtet hat, und wird ignoriert, weil seine Wahrheiten zu schmerzhaft sind. Und Golda Meir vernachlässigt ihre Familie, weil sie von einem Staat träumt, der für immer Verfolgung und Vernichtung beenden soll.
Die Spaltung der Welt ist ein Kaleidoskop. Wer sich fragt, wie wir eigentlich hierher gekommen sind, dem sei diese Serie empfohlen. Anhand von romantisierten Tätern, vergessenen Visionären und Frauen, die nie in unsere Heldengalerien durften, erklären uns Jan Peter und Jasmin Wind wie die alte Welt zertrümmert wurde um einer neuen Platz zu machen, mit nur zwei Himmelsrichtungen, Ost und West, und einer Unzahl bis heute ungelöster Probleme. Dass das Ganze überbordet, liegt nicht an den Autor:innen, sondern an unserer gigantischen Verdrängungsleistung. Wenn wir nicht wollen, dass „Geschichte wiederholt sich“ zur Wahrheit wird, dann zeigt uns DIE SPALTUNG DER WELT, was wir tun müssten, wenn wir endlich aufwachen würden.
Das ist eine DAfFNE wert!

Fernseh-Journalismus

Jens Strohschnieder
Trauma in Nahost – Der 7. Oktober und seine Folgen | Deutsche Welle, ARTE | beetz brothers film production, ZDF

Gerade seit dem 7. Oktober 2023 ist die Berichterstattung über den Nahost-Konflikt von starken Gefühlen, Polarisierung und einer oftmals vereinfachenden Schwarz-Weiß-Darstellung geprägt.
Jens Strohschnieder vermeidet solche Vereinfachungen, indem er es versteht, ausgewogen und differenziert beide Perspektiven aufzuzeigen und so beiden Seiten Gehör zu verschaffen.
Die nominierte TV-Reportage TRAUMA IN NAHOST – DER 7.OKTOBER UND SEINE FOLGEN beleuchtet diesen seit Generationen schwelenden Konflikt: Fortwährende Eskalation und eine beidseits abnehmende Verantwortung für Gewalt.
Ein Satz blieb der Jury besonders haften: „Der Weg zum Frieden führt nicht über Traumatherapie, sondern über Diplomatie.“
Eine bemerkenswerte TV-Produktion, die den Zuschauer:innen sowohl versäumte Chancen, wie auch notwendige Handlungs-Optionen aufzeigt.
Das ist eine DAfFNE wert!

Fernseh-Unterhaltung

Tim Mälzer
© Philipp Rathmer
Herbstresidenz mit Tim Mälzer und André Dietz | VOX | Vitamedia Film

André Dietz
© Catja Vedder
Herbstresidenz mit Tim Mälzer und André Dietz | VOX | Vitamedia Film

Sascha Gröhl
© Mareen Fischinger
Herbstresidenz mit Tim Mälzer und André Dietz | VOX | Vitamedia Film

Simon Becker
© Kurt Becker
Herbstresidenz mit Tim Mälzer und André Dietz | VOX | Vitamedia Film

Anke Reuter
Herbstresidenz mit Tim Mälzer und André Dietz | VOX | Vitamedia Film

Hannah Walter
© Frederic Recki
Herbstresidenz mit Tim Mälzer und André Dietz | VOX | Vitamedia Film

Dieses Format erzählt von einem Generationenprojekt, das Tim Mälzer und André Dietz ins Leben gerufen haben. Im Zentrum steht die Idee: Menschen mit Behinderungen unterstützen Seniorinnen und Senioren in ihrem Alltag. Dabei entsteht nicht nur Hilfe, sondern echte Nähe, echter Austausch – und eine neue Form von Miteinander.
Die Herbstresidenz zeigt: Fürsorge ist keine Einbahnstraße. Hier helfen nicht nur die Starken den vermeintlich Schwachen. Hier lernen alle von einander. Menschen mit Behinderungen werden zu Alltagshelferinnen und -helfern qualifiziert und bekommen damit eine Perspektive außerhalb der Werkstätten. Und die Seniorinnen und Senioren erleben, dass sie Teil eines lebendigen sozialen Gefüges bleiben – mit Humor, Reibung, Herz und manchmal auch mit ordentlich Chaos.
In einer Zeit, in der oft laut geschrien wird, gewinnt hier ein Format, das leise stark ist.
Eines, das uns daran erinnert, dass Inklusion nicht aus Pressetexten besteht, sondern aus Begegnungen. Und dass gutes Fernsehen nicht nur unterhalten, sondern auch berühren und im besten Fall etwas verändern kann.
Herzlichen Glückwunsch an das gesamte Team – und danke für dieses Format, das uns zeigt, wie gemeinsames Leben aussehen kann, wenn man Menschen einfach mal zutraut, für einander wichtig zu sein.
Das ist eine DAfFNE wert!

Danke an:

Filmschnitt

Andi Pek
Zeit Verbrechen – Deine Brüder| RTL+ | X Filme Creative Pool

Andi Pek hat mit ihrer Montage dem Film ZEIT VERBRECHEN – DEINE BRÜDER eine atemberaubende Intensität verliehen. So unberechenbar wie das Verhalten von Cem und seinen Brüdern, so unberechenbar ist die Montage.
Sie kombiniert stets mutig die unterschiedlichsten Raum- und Zeitebenen. Trotzdem fängt sie uns in mancher Orientierungslosigkeit auf. Die ZuschauerInnen blicken nicht nur auf Ereignisse, in denen die Protagonisten sekundenschnell von inniger Brüderlichkeit zu Gewaltausbrüchen wechseln. Sie schauen in die Abgründe und Verfasstheiten des Geflechts aus Cem und seinen Brüdern. Sie fesselt uns mit ihrem Schnitt, der kreative Grenzen auslotet. Wir werden hineingestoßen in diese disruptiven Beziehungen. Die dadurch entstehende Nähe ist verstörend, oft fast unerträglich.
Andi Pek ist es gelungen, uns nicht wegschauen zu lassen.
Das ist eine DAfFNE wert!

Kostümbild

Tanja Gierich
© Matthias Drescher
Ein Mann seiner Klasse | SWR, BR für die ARD | Saxonia Media

Die Verfilmung des Romans EIN MANN SEINER KLASSE von Christian Baron führt uns einfühlsam, fast schmerzhaft authentisch, in das prekäre und gewaltvolle Leben einer Familie, die eigentlich niemals eine Chance hatte.
Wir nehmen Anteil an einer atemlosen, emotionsgewaltigen Kindheit, die Bedürftigkeit strahlt aus allen Ecken, Momentaufnahmen einer bedrohlichen bis gewalttätigen Grundstimmung. Dagegen gesetzt gibt es aber auch die groben Beweise von Zuneigung und trügerischem Glück, von Sonne, von Licht und Lachen. – Und hier kommt Tanja Gierig Kostümbild ins Spiel:
Blumenmuster, farbige Ringelshirts, einfach bis ärmlich, zeitlos, ohne den Finger zu zeigen auf ein bestimmtes Jahrzehnt (es spielt 1990). Das Bemühen um modischen Anschluss bietet den Protagonisten einen Anker in der Verzweiflung. Eine nahezu durchsichtig scheinende Blumenbluse, die kaum blaue Flecken verbergen kann. Oversize-Kleidung, die schmerzhafte Verlorenheit und fehlende Kontrolle über das eigene Leben zeigt. Die Fadenscheinigkeit müde gewaschener Hemden und T-Shirts bieten den Kindern keinen Schutz mehr in dieser gewaltvollen Welt. Sie tragen die Sachen der älteren Geschwister halt auf.
Gierigs Kostümauswahl, ist auf den Punkt mit den Darstellern und ihrer gnadenlos drastischen Kunst verwoben und verfolgt in ihrer Gestaltung einen bewussten Kontrast zur Verzweiflung und Brutalität der Szenen.
Hier haben alle Gewerke eine Geschichte bebildert, ehrlich, hart und stimmig, was selten so in der Fernsehlandschaft gezeigt wird.
Das ist eine DAfFNE wert.

Maskenbild

Nadia Homri
Ich bin Dagobert | RTL+ | Zeitsprung Pictures

Vanessa Schneider
Ich bin Dagobert | RTL+ | Zeitsprung Pictures

Ursel Frank
Ich bin Dagobert | RTL+ | Zeitsprung Pictures

Nina Goyert
© Stephanie Kunde
Ich bin Dagobert | RTL+ | Zeitsprung Pictures

Die Serie ICH BIN DAGOBERT hat sich durch ihr herausragendes Maskenbild hervorgetan, das nicht nur die Charaktere lebendig werden lässt, sondern auch die gesamte Atmosphäre der Serie mit prägt. Die kunstvollen Maskendesigns und das geschickte Make-up tragen entscheidend zur Glaubwürdigkeit der Figuren bei und ermöglichen es den Zuschauern, in die fesselnde Welt der Erzählung einzutauchen.
Jeder einzelne Look ist sorgfältig gestaltet, um die Persönlichkeit und die Emotionen der Charaktere widerzuspiegeln, was die visuelle Erzählung wunderbar intensiviert. Nadia Homri & Vanessa Schneider & Ursel Frank & Nina Goyert und ihr Team haben mit viel Liebe zum Detail gearbeitet, um den unverwechselbaren Stil der 90er einzufangen. Diese Hingabe hat dazu beigetragen, dass „Dagobert“ nicht nur ein Fernseherlebnis, sondern ein echtes Stück Nostalgie ist.
Mit ihrem Können und ihrer Kreativität haben sie maßgeblich zum Erfolg von ICH BIN DAGOBERT beigetragen und verdienen höchste Anerkennung für ihre bemerkenswerte Arbeit.
Das ist eine DAfFNE wert!

Danke an:

Musik

Kyan Bayani
Das zweite Attentat | WDR, ARD Degeto Film für die ARD | EIKON Media, deal Productions

Matthias Weber © Michael Roud
Die Stille am Ende der Nacht | ZDF | Network Movie Köln

Vera Weber © Marissa Mooney
Die Stille am Ende der Nacht | ZDF | Network Movie Köln

Nach dem fulminant orchestrierten Titelthema ist klar – Kyan Bayanis Score gibt sich nicht mit Konvention und Durchschnitt zufrieden, sondern arbeitet mit ausgefeilter, sehr moderner Klangsprache. Sie ist allerdings kein Selbstzweck, sondern präzise ins Narrativ und die Psychologie der Serie eingewebt. So findet Bayanis brillante Musik auch in ruhigeren Momenten durch feine Instrumentierung und genaue Setzung Nuancen, die andernfalls verloren gegangen wären. Seine Musik legt somit perfekt die Tiefenschichten der perfiden politischen Vorgänge der Serie offen.
Das ist DAfFNE wert!

Der Film erzählt eine undurchsichtige Kriminalgeschichte, die von Matthias und Vera Weber mit einer Klarheit vertont worden ist, die sich durch ein modernes Klangbild in Verbindung mit eingängigen musikalisch zeitgemäßen Motiven und subtilen, unaufdringlichen Pulsen auszeichnet. Die Musik hat eine eigenständige Kraft, wird dabei aber nie zum Selbstzweck und verliert nie ihren dienenden Charakter.
Das ist eine DAfFNE wert!

Produzent:in

Alexis von Wittgenstein
© VioletPic
Krank Berlin | Apple TV+, ZDFneo | Violet Pictures, REAL FILM Berlin, ZDF

Henning Kamm
Krank Berlin | Apple TV+, ZDFneo | Violet Pictures, REAL FILM Berlin, ZDF

Gilda Weller
© Tim Kuhn
Krank Berlin | Apple TV+, ZDFneo | Violet Pictures, REAL FILM Berlin, ZDF

Doris Büning
© Marc Meyerbroeker
Krank Berlin | Apple TV+, ZDFneo | Violet Pictures, REAL FILM Berlin, ZDF

KRANK BERLIN ist hart, dreckig und tut weh. Die adrenalingeladene Serie zieht ihr Publikum von der ersten Minute an kompromisslos in ihren Bann. Sie ist dicht erzählt und auf höchstem handwerklichen Niveau umgesetzt.
Alexis von Wittgenstein und Henning Kamm hatten den Mut, die Deutsche Krankenhausserie aus ihrer klinischen Makellosigkeit zu befreien. Sie haben herausragende Kreative zusammengebracht, die mit erzählerischem Feingefühl und innovativer Ästhetik gleichermaßen emotional berühren und intellektuell fordern.
KRANK BERLIN ist ein aufrüttelnder Kommentar zu den Abgründen unseres Gesundheitswesens und ein Meilenstein für originäres deutsches Impact-Storytelling.
Die gesamte Branche hielt den Atem an, als die Produktion kurz vor Drehbeginn auf der Kippe stand. Umso bemerkenswerter ist die Leistung der Produzenten, die im letzten Moment die Finanzierung sicherten und dieses außergewöhnliche Projekt mit unerschütterlicher Überzeugungskraft realisierten. Chapeau!
Das ist eine DAfFNE wert.

Redaktion/Producing/Dramaturgie

Monika Denisch
Ein Mann seiner Klasse | SWR, BR für die ARD | Saxonia Media

Patricius Mayer
© Andreas Antseder
Ein Mann seiner Klasse | SWR, BR für die ARD | Saxonia Media

Catharina Rittmann
© Stefan Behringer
Ein Mann seiner Klasse | SWR, BR für die ARD | Saxonia Media

EIN MANN SEINER KLASSE ist ein Film, der weh tut – und genau das soll er. Mit großer Ruhe und unerbittlicher Wahrhaftigkeit erzählt er die Geschichte eines Jungen, der seinen gewalttätigen Vater liebt und dennoch beinahe an ihm zerbricht. Es stockt einem der Atem, wenn die Hand des Vaters niederfährt – nicht wegen der Brutalität, sondern wegen der Verzweiflung, die dahinter steckt. Der Film zeigt, was sonst verborgen bleibt: die Würde in der Armut. Jedes Detail und jede Rolle – grandios besetzt, allen voran der Junge, Camille Loup Moltzen, und der Vater, Leonard Kunz – tragen zu einer schonungslos ehrlichen Erzählung bei. Dieses Sozialdrama fordert Empathie statt Urteil, Mitgefühl statt Mitleid.
EIN MANN SEINER KLASSE wurde mit Mut und Klarheit von Patricius Mayer (BR) und Monika Denisch (SWR) redaktionell betreut. Es ein Werk, das uns verändert, weil es uns nicht entkommen lässt.
Das ist eine DAfNE wert!

Danke an:

Regie

Marc Philip Ginolas
Tschappel | ZDFneo | Fiction Magnet, Apollonia Film, LAX Entertainment

Carly Coco
© Katharina Kraft
Tschappel | ZDFneo | Fiction Magnet, Apollonia Film, LAX Entertainment

Mit TSCHAPPEL gelingt es Carly Coco und Marc Philip Ginolas, ein selten gesehenes Stück deutscher Wirklichkeit lebendig und authentisch zu erzählen. Ihr Blick auf das Leben junger Menschen jenseits der großen Städte ist präzise, liebevoll und frei von jedem Zynismus. Mit feinem Gespür verbindet die Regie Alltag und Aufbruch, Unsicherheit und Witz, Nähe und Freiheit – und schafft so eine Atmosphäre, die warm, leicht und zugleich tiefgründig ist. Jeder Moment ist sorgfältig beobachtet, jede Szene offenbart eine echte Neugier auf die Menschen, von denen erzählt wird. Die Provinz erscheint hier nicht als Rand, sondern als Welt voller eigener Schönheit, Komik und Sehnsucht. Dafür verdienen Carly Coco und Marc Philip Ginolas höchste Anerkennung – für eine Serie, die uns mit großer Zärtlichkeit erinnert, wie lebendig Geschichten sein können.
Das ist eine DAfFNE wert!

Schauspieler Hauptrolle

Philip Günsch
© Sasha Ilushina
Wir für immer | WDR für die ARD | Lieblingsfilm

Philip Günsch spielt in WIR FÜR IMMER Janns Zerrissenheit durch die toxische Beziehung zu seiner kranken Mutter einfühlsam und vielschichtig. Er zeigt in seinem Spiel liebevolle Fürsorge für seine Mutter einerseits und tiefe Verzweiflung bis hin zu wütender Hilflosigkeit anderseits.
Und dann zeigt uns Günsch, wie seine Figur aus dieser emotionalen Sackgasse heraus langsam den Weg findet, sich der Liebe eines Mädchens hinzugeben. Großartig!
Philip Günschs Schauspielkunst arbeitet mit beinahe dokumentarischer Genauigkeit, so dass man den Eindruck gewinnt: Günsch spielt gar nicht, er ist seine Figur.
Das ist eine DAfFNE wert!

Schauspieler Nebenrolle

Nico Marischka
© Stella Traub
Turmschatten | SKY Deutschland | The Amazing Film Company, Paramount Television International Studios

Nico Marischka überzeugt in TURMSCHATTEN mit einer beeindruckenden darstellerischen Wucht. In der Rolle eines jungen Mannes, der in einer Gruppe gewaltbereiter Rechtsradikaler Zuflucht sucht, gelingt ihm ein bemerkenswert vielschichtiges Porträt – roh, intensiv und zutiefst berührend. Mit präzisem Spiel und mutiger Präsenz zeichnet er das Bild einer verlorenen Seele, die zwischen Härte und Sehnsucht schwankt. Marischka lässt uns die innere Zerrissenheit seines Charakters körperlich spüren: Seine Aggression wird zum Ausdruck einer tiefen Verletzlichkeit, seine Stärke zur Offenbarung einer stillen Verzweiflung. Diese Mischung aus Energie, Sensibilität und Glaubwürdigkeit macht seine Darstellung zu einem Schauspielmoment, der lange nachhallt.
Das ist eine DAfFNE wert!

Danke an:

Schauspielerin Hauptrolle

Lavinia Wilson
© Jeanne Degraa
Cassandra | Netflix | Rat Pack Film

Die Figur der Cassandra macht im Verlauf der Serie eine bemerkenswerte Entwicklung durch, die nur eine so vielseitige und hochbegabte Schauspielerin wie Lavinia Wilson in all ihrer Tiefe und Vielschichtigkeit darzustellen vermag. Dennoch wahrt sie dabei ein Geheimnis. Sie spielt Cassandra kraftvoll, hart, bisweilen zerbrechlich – und überrascht immer wieder mit trockenem, zynischem Humor, den sie ganz organisch in die Figur einwebt.
Mit einer großen Leichtigkeit gelingt es Lavinia Wilson, Cassandra tief authentisch zu verkörpern. So macht sie sie gleichermaßen nahbar und beängstigend: verletzlich, sodass wir mit ihr mitfühlen – aber auch unnachgiebig, kalt, zuweilen schroff und voller Haß. Diese anspruchsvolle Balance meistert Lavinia Wilson mit solcher Bravour, dass sie der Serie eine starke emotionale Mitte verleiht und sie letztlich trägt.
Das ist eine DAfFNE wert!

Schauspielerin Nebenrolle

Şafak Şengül
© Johannes Schembs
Krank Berlin | Apple TV+, ZDFneo | Violet Pictures, REAL FILM Berlin, ZDF

Wir befinden uns in einer Berliner Notaufnahme.
Eine junge Ä̈rztin gibt ihr Bestes, weiß, dass die neue Chefin nicht lange bleiben wird. Şafak Şengül als Dr.Emina Ertan ist Teil dieses großartig besetzten Ensembles, doch wir hängen an ihren brodelnden Blicken.
Zu Beginn wirkt sie funktional, kühl, fast überfordert, doch langsam öffnet sich hinter der Fassade eine Frau voller Widersprüche und Wärme.
Als ihr Bruder ins Koma fällt, sie sich gegenüber ihren Eltern behaupten muss, eine zarte Liebesgeschichte mit einer jungen Notfallsanitäterin entsteht und sich neue Karrierechancen auftun, zeigt sie eine Tiefe, die uns berührt.
Mit direkter Präsenz und unaufgeregter Authentizität lässt sie uns spüren, welche Konflikte sie umtreiben.
Sie verkörpert eine Ä̈rztin, die eine Realität sichtbar macht, die im Fernsehen noch zu selten vorkommt: Brillant, klug und oft unsichtbar.
Das ist eine DAfFNE wert!

Stunt

Cornelia Dworak
Ohne jede Spur – Der Fall Nathalie B. | ARD Degeto Film, ORF für die ARD | Zeitsprung Pictures, Graf Filmproduktion

Joe Toedtling 
Ohne jede Spur – Der Fall Nathalie B. | ARD Degeto Film, ORF für die ARD | Zeitsprung Pictures, Graf Filmproduktion

Erzählt wird – nach einer wahren Begebenheit – die Entführung einer jungen Mutter und Triathletin. Brutale Schläge, Misshandlungen, Zweikämpfe – der physische und psychische Kampf zwischen Täter und Opfer steht im Mittelpunkt dieses TV-Films. Stunt Coordinatorin Cornelia Dworak und Joe Toedtling nutzen virtuos alle gestalterischen Mittel, um die Gewalt unmittelbar erfahrbar zu machen. Die körperlichen Auseinandersetzungen, das Ringen um Macht und der Widerstand wirken nie gestellt, sondern organisch und authentisch. Es gelingt, die Stunts so zu gestalten, dass die Zuschauer die Perspektive des Opfers nachempfinden können.
Mit großem Fachwissen, Präzision und Einfühlungsvermögen erarbeiteten sie die Szenen gemeinsam mit den Hauptdarstellern – etwa beim Waterboarding, wo jede Bewegung, jeder Griff und jede Reaktion exakt abgestimmt sein müssen. Nur durch Vertrauen und Sicherheit konnte die Darstellerin in dieser real gefährlichen Situation so glaubwürdig spielen.
Für die Nominierungskommission ist Cornelia Dworaks und Joe Toedtlings Arbeit eine herausragende künstlerische Leistung von emotionaler Intensität.
Das ist eine DAfFNE wert.

Danke an:

Szenenbild

Szenenbild_ Rosenthal_Knut Loewe

Knut Loewe
Rosenthal | ZDF | if… Productions

Szenenbild_Rosenthal_CoraWimbauer_NatalieStrohmaier

Cora Wimbauer
© Natalie Strohmaier
Rosenthal | ZDF | if… Productions

Ein starker Film, der in den 1970er Jahren spielt und sich nicht an den gängigen Klischees diese Zeit bedient. Vielmehr zeigt die Ausstattung herausragend, wie sie der Geschichte eines Filmes dramaturgisch zuarbeiten kann. Hier wird gnadenlos an die spießige Bürgerlichkeit der 50er Jahre erinnert, in deren gestrigen Strukturen die westdeutsche Gesellschaft noch steckte. Vom „Dalli Dalli“-Studio über den Lerchenberg bis hin zum typischen BRD Bungalow wird alles detailreich dargestellt, in einer sehr eigenen, zurückhaltenden Farbwelt, die von Kamera und Licht noch unterstützt wird. Dem Szenenbild von Knut Löwe gelingt es, die Doppelmoral dieser Zeit mit darzustellen und einzufangen.
Das ist eine DAfFNE wert!

Tongestaltung

Alain Goniva
Die Spaltung der Welt | ARTE, SWR, ORF, CT | LOOKSfilm, IRIS GROUP, Beside Productions, MOMAKIN, HAKAfilms

Carlo Thoss
Die Spaltung der Welt | ARTE, SWR, ORF, CT | LOOKSfilm, IRIS GROUP, Beside Productions, MOMAKIN, HAKAfilms

Steffen Graubaum
Die Spaltung der Welt | ARTE, SWR, ORF, CT | LOOKSfilm, IRIS GROUP, Beside Productions, MOMAKIN, HAKAfilms

Céline Bodson
Die Spaltung der Welt | ARTE, SWR, ORF, CT | LOOKSfilm, IRIS GROUP, Beside Productions, MOMAKIN, HAKAfilms

Loïc Collignon
Die Spaltung der Welt | ARTE, SWR, ORF, CT | LOOKSfilm, IRIS GROUP, Beside Productions, MOMAKIN, HAKAfilms

Anthony Juret
Die Spaltung der Welt | ARTE, SWR, ORF, CT | LOOKSfilm, IRIS GROUP, Beside Productions, MOMAKIN, HAKAfilms

Kai Hoffmann
Die Spaltung der Welt | ARTE, SWR, ORF, CT | LOOKSfilm, IRIS GROUP, Beside Productions, MOMAKIN, HAKAfilms

Die Tongestaltung von DIE SPALTUNG DER WELT trägt entscheidend dazu bei, die komplexe Erzählung über Länder, Sprachen und Jahrzehnte hinweg zu verbinden.
Originalsprachige Dialoge, sorgfältig gestaltete Atmosphären und präzise gesetzte Geräusche verleihen den Spielszenen große Authentizität.
Besonders hervorzuheben ist die Vertonung der kolorierten Archivaufnahmen, die historisches Material lebendig, nahbar und emotional erfahrbar macht.
Klangliche Kontraste – zwischen Kriegsmaschinen und stillen Momenten, zwischen politischem Druck und persönlichen Entscheidungen – verstärken die dramatische Spannung.
Der Ton fungiert als dramaturgische Brücke zwischen Zeiten und Perspektiven und macht die Serie nicht nur verständlich, sondern spürbar.
Dadurch wird Geschichte zu einem immersiven Erlebnis, das nachhaltig wirkt.
Das ist eine DAfNE wert!

Danke an:

VFX/Animation

Frank Schlegel
Cassandra | Netflix | Rat Pack Film

Jonas Potthoff
© Sina Scheying
Cassandra | Netflix | Rat Pack Film

Stephan Schäfholz
Cassandra | Netflix | Rat Pack Film

Bernd Nalbach
Cassandra | Netflix | Rat Pack Film

Rouven Dombrowski
Cassandra | Netflix | Rat Pack Film

Stefan Schorer
Cassandra | Netflix | Rat Pack Film

Die VFX-Arbeit bei CASSANDRA überzeugt besonders durch den präzisen Einsatz von In-Camera Visual Effects, bei denen eine Kombination aus Game Engine und Motion Capturing genutzt wurde. Dadurch entstand bereits am Set ein interaktiver, direkt reagierender digitaler Charakter, der das Schauspiel und die technische Ebene eng miteinander verzahnt.
Hinzu kommen noch weitere sorgfältig ausgeführte Visual Effects: der nahtlose Austausch von Gliedmaßen, sowie die Full-CG-Versionen von Cassandra, die stilistisch und technisch konsistent in die Bildwelt integriert wurden.
Begleitet wurde all dies von einem Produktionsansatz, der Echtzeitprozesse – wie Performance Capture, Facial Tracking und On-Set-Previs – schon früh im Entstehungsprozess verankert hat. Dadurch wurden die visuellen Effekte nicht als nachträglicher Zusatz, sondern als integraler Bestandteil der Erzählwelt behandelt.
Diese Leistung verdient besondere Anerkennung – für ihre technische Ausführung, ihre klare gestalterische Haltung und den respektvollen Umgang mit den erzählerischen Anforderungen der Serie CASSANDRA.
Das ist eine DAfFNE wert!

Die Nominierten

Doro Götz für ANGEMESSEN ANGRY
Die Zuschauer:innen merken bei ANGEMESSEN ANGRY sofort: Hier schaut eine Kamera nicht nur zu – sie ist dabei.
Doro Götz gelingt es, leichtfüßig ein schwieriges Thema mit Mut und Witz zu erzählen – mit einer Kamera, die mitatmet, statt nur zu beobachten.
Immer nah an den Figuren, nie kühl, niemals distanziert. Sie hat die mannigfaltigen schwierigen Voraussetzungen dieses Formats klug, präzise und mit einem feinen Gespür für Timing und Rhythmus inspiriert umgesetzt.
Denn leichtfüßig inszenieren kann man nur, wenn auch leichtfüßig fotografiert wird – das eine ist ohne das andere nicht möglich. Und genau das hat Doro Götz geschafft: eine Kamera, die Haltung hat, Herz zeigt und Humor zulässt.
Ganz großartig – weiter so! Die Welt braucht mehr Bilder wie diese. Richtig, richtig gut, liebe Doro!
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Florian Emmerich für HERRHAUSEN – DER HERR DES GELDES
HERRHAUSEN – DER HERR DES GELDES, ein geschichtsträchtiges deutsches Biopic, auf der Suche nach Wahrheit.
Großartig gemeistert von Kameramann Florian Emmerich, der gemeinsam mit allen gestaltenden Departments, die Charaktere mit sensibler und akkurater Kameraarbeit in historischem Kontext Ende der achtziger Jahre zeigt.
Die Gefahr, dass visuelle Ungenauigkeiten ablenken könnten und somit Glaubhaftigkeit verschenkt wird, ist da. Aber hier hat die Bildgestaltung alles dafür getan, dass die Ausstattung unterstützt und im Sinne der Geschichte benützt wurde.
Die Geschichte, die Inszenierung und die Schauspieler werden zu den historisch bekannten Persönlichkeiten, weil sie eben maximal in ihrer Performance unterstützt werden.
Souverän setzt Florian Emmerich dafür sämtliche Tools und Methoden ein, die ein DoP zur Verfügung hat. Ein eigener visueller Polit-Thriller Stil entsteht.
Die feine Dosierung der Zutaten machen einen unverwechselbaren spannenden cinematographischen Genuss aus HERRHAUSEN – DER HERR DES GELDES.
Gratulation an alle Beteiligten, vor und hinter der Kamera und besonders an Florian Emmerich für diese sehenswerte Produktion.
Das ist eine DAfFNE wert!

 

Felix Cramer für ICH BIN DAGOBERT
Die Kameraarbeit von ICH BIN DAGOBERT unter der Leitung von Kameramann Felix Cramer besticht durch klare visuelle Haltung und kompromisslosem erzählerischem Anspruch.
Mit präzisem Blick und durchdachter  Komposition fängt sie die Welt des Bankräubers Arno Funke ein – im Berlin der frühen 1990er, grau, flirrend und voller Zwischentöne.
Handkamera und statische Einstellungen wechseln sich ab, schaffen so Spannung zwischen Kontrolle und Chaos. Das Spiel von Neonlicht, Schatten und Überwachungskameras, Spiegelbild des verirrten Geistes eines Genies.
Jeder Schwenk, jedes Detail erzählt von Einsamkeit, Witz und Wahnsinn – von der Inszenierung eines Mannes, der sich selbst zum Phantom machte.
Die Kamera beobachtet nicht und folgt nicht – sie seziert, verdichtet, poetisiert. Für diese visuelle Konsequenz und Tiefe ist Felix Cramer uneingeschränkt auszuzeichnen.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

Simone Bär & Alexandra Montag für HERRHAUSEN – DER HERR DES GELDES
Vor 2 Jahren erschütterte uns die Nachricht vom Tode der renommierten Casting-Direktorin Simone Bär. Die Branche verneigte sich tief vor ihr und nahm Abschied. Vergessen haben wir sie keineswegs. Bis heute hat ihre Arbeit eine enorme Strahlkraft.
Simone Bär ist es zum wiederholten Male gelungen, gemeinsam mit Alexandra Montag, ein stimmiges Ensemble mit viel Fingerspitzengefühl zusammenzustellen, das keine Frage, keine Irritation hinterlässt – dafür aber die eine oder andere Überraschung bereithält.
Hinter jeder Besetzung ist eine Idee erkennbar, die die Geschichte unterstützt. Gebannt bleiben wir an den Figuren dran, entdecken ihre Tiefe und Abgründe, ohne sie zu verlieren. Alle Schauspieler:innen befinden sich in ihrem Können auf absoluter Augenhöhe, bis in die kleinste Nebenrolle hinein. Das ist wahre Besetzungskunst!
Die besondere Herausforderung – das Besetzen von historischen Figuren, deren Ähnlichkeiten getroffen werden wollen – hat dieses Casting hervorragend gelöst.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Lisa Stutzky & Andrea Rodríguez & Greta Baumann für KRANK BERLIN
Dieses Ensemble erzählt nicht nur eine Geschichte, es lebt sie. Jede Szene atmet ein gemeinsames Vertrauen, eine gemeinsame Haltung. Da ist etwas, das nicht gespielt werden kann: ein echtes Miteinander, das den Raum füllt, die Atmosphäre trägt und die Zuschauer*innen hineinzieht in die Geschichte.
So zeigt diese besondere Besetzung von Lisa Stutzky & Andrea Rodríguez & Greta Baumann, was entsteht, wenn man nicht nach Stars, sondern nach Wahrhaftigkeit sucht. Wenn man spürt, dass die Chemie stimmt – und sich traut, ihr zu vertrauen.
Dieser Cast ist eine Einladung zum Hinsehen: auf Nuancen, auf Zwischentöne, auf alles, was zwischen den Zeilen liegt.
Überraschende Neuentdeckungen, bekannte Schauspieler*innen in ungewohntem Licht, feine Alters-, Herkunfts- und Erfahrungsgrade machen das erzählte Universum glaubwürdig und offen. Dieses Ensemble wirkt nie zusammengestückelt – es atmet gemeinsam. Das ist Casting als dramaturgische Kraft.
Das ist eine DAfFNE wert!

 

Cornelia Mareth & Maria Rölcke für MARZAHN – MON A AMOUR
Es gibt Geschichten, die nur deshalb funktionieren, weil sich die Menschen darin gegenseitig Raum geben. Weil jede Figur ernst genommen wird, auch die kleinste. Weil jede Stimme zählt und jede Bewegung Bedeutung hat.
Diese Serie ist so ein Glücksfall. Ihre Figuren bilden ein Ensemble, das nicht nebeneinander existiert, sondern miteinander.
Das Spiel bleibt nah, direkt, voller Humor und Menschlichkeit, manchmal schmerzhaft, oft zärtlich. Jede Figur trägt etwas Eigenes – und gemeinsam entsteht daraus ein Panorama, das größer ist als seine Teile.
Man spürt, dass hier nicht nur Rollen besetzt, sondern Beziehungen komponiert wurden.
Die beiden Casting-Direktorinnen Cornelia Mareth & Maria Rölcke haben mit feinem Gespür und großem Mut eine Besetzung geformt, die die Geschichte nicht nur trägt, sondern ihr erst Atem, Reibung und Tiefe gibt.
Solche Präzision fällt nicht vom Himmel. Sie verlangt Recherche, Geduld, Zuhören – und den Mut, auch einmal gegen Erwartungen zu besetzen, weil es der Geschichte dient.
Dafür gebührt den beiden unser ausdrücklicher Dank und Respekt.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung !

Judith Lentze & Oliver Schröm & Barbara Gies für SYSTEMFEHLER – DER CUM-EX SKANDAL
Interessierte Kreise verbreiteten lange das Gerücht, die Cum-Ex Anlagen würden nur vorhandene Gesetzeslücken ausnutzen.
Diese Dokumentation entlarvt, dass die Cum-Ex Steuertricks bewusste Handlungen von Bankern, Anwälten und einigen sehr reichen Menschen waren und immer noch sind, um den Staat, die Gemeinschaft um Milliarden zu bestehlen.
Und diese Entlarvung findet äußerst witzig und filmisch sehr innovativ statt. – Eigentlich ist alles an diesem Film besonders! Er wirkt wie aus einem Guss.
Der dramaturgische Aufbau ist exzellent, die Bildsprache sehr erfindungsreich, der sparsame Text brillant. Die Ton-Bildkomposition – Musik und Schnitt – ist sehr kreativ und wird von Grafiken unterstützt, die trockene und komplexe Inhalte federleicht erklären. So werden nicht nur das Ausmaß dieser „Raubzüge“ deutlich, sondern auch die Blockaden und Hemmnisse, die den Ermittler*innen bei ihrer Aufklärung von Finanzlobby und ihren Erfüllungsgehilfen im Ministerium in den Weg gelegt wurden.
Den Nominierten Judith Lenze, Oliver Schröm und Barbara Gies ist ein investigatives Meisterwerk gelungen.
Das ist eine DAfFNE wert!

 

Lucio Mollica & Philipp Gromov & Lena Noad für VIETNAM– GEBURT EINER NATION
Vietnam = Napalmbomben = Vietnamkrieg, so die übliche Assoziationskette. Schon der Einstieg in diese Serie setzt uns eine andere Brille auf: Wir sehen Archivbilder, auf denen Kinder mit Wasserbüffeln baden. „Das ist Vietnam, was für ein Leben!“, erinnert sich eine Schriftstellerin.
Die Filmemacher:innen stellen die Menschen Vietnams in den Mittelpunkt – selbstbewusst und voller Würde. Ob Nachfahrin der Königsfamilie, Freiheitskämpferin, Sohn eines Kommunistenführers -und viele mehr.
Parallelen zu heute werden klar: Wie in Afghanistan ließen die USA Menschen, die sie unterstützten, zurück und setzten sie der Verfolgung aus. Wie in Gaza wurden Menschen den Interessen Dritter untergeordnet. Hier wird die ganze Historie Vietnams erzählt, mit nie gesehenem Archivmaterial. Und so unsere Wahrnehmung der Welt über Nachrichtenbilder hinterfragt. Die aus Vietnam haben sich uns ikonographisch eingebrannt. Die Menschen sind dahinter verschwunden. Die Filmemacher:innen geben ihnen ihre Stimmen und ihre Gesichter zurück.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Bence Máté & Anna Herbst für WER ERMORDETE OURY JALLOH?
Die 6-teilige True Crime Serie rollt den Fall des 2005 in einer Dessauer Polizeizelle verbrannten Oury Jalloh detailgenau auf. Der immer noch ungeklärte Tod beschäftigt seit damals die Öffentlichkeit. Anna Herbst und Bence Máté graben tief und präsentieren uns nach und nach immer neue Ungereimtheiten, die uns in Atem halten. Eine Dokumentation mit Binge-Faktor.
Geschickt kombinieren sie Ton,- Video- und Filmaufnahmen mit nachgestellten Szenen auf hohem bildlichem Niveau. Die Dramaturgie verrät nie zu viel, bis sich in der Gesamtschau ein Staatsversagen abzeichnet, das uns schaudern lässt.
Herbst und Máté zeigen dabei nicht nur die Geschichte von Oury Jalloh, sie arbeiten die menschenverachtenden Einstellungen in einem Polizeirevier heraus, in dem schon zuvor zwei Menschen unter ähnlich mysteriösen Umständen zu Tode kamen.
Die Serie zeigt nicht nur ein Justizversagen, sie offenbart auch die Kälte eines Rechtsstaates, der den tief in seinen Behörden sitzenden Rassismus nicht wahrhaben will.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

Doron Wisotzky & Anneke Janssen & Michael Kenda für ACHTSAM MORDEN
Wir alle kennen das Problem von Björn Diemel: Der Job ist stressig, die Kunden unverschämt, und das Privatleben ein Scherbenhaufen. Es muss etwas passieren. Warum nicht mit einem Kurs in Mindfulness anfangen? Die Radikalität, mit der Björn die Learnings von Softi Joschka umsetzt, indem er “Stressfaktoren abbaut” und seinen nervigsten Kunden einfach schreddert, ist so komisch wie lange nichts mehr auf deutschen Bildschirmen.
Achtsam Morden macht einfach Spass. In einer Zeit, in der gute Unterhaltung um ihren Platz kämpft gegen kryptischen Meme-Brei, hirnlose TikTok-Zehnsekünder und YouTube-Celebrities, ist ACHTSAM MORDEN wie eine erfrischende Brise aus einer Parallelwelt, in der Autoren intelligent die Grenzen unserer hyper-individualisierten Welt austesten und beim Publikum das therapeutische Ziel eines befreienden Lachens provozieren. Doron Wisotzky und Team rammen eine Flagge für die Kunst des Schreibens in einen gigantischen Content-Müllhaufen, der sekündlich global weiter emsig aufgestockt wird – kein Ende in Sicht.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Jan Peter & Jasmin Wind für DIE SPALTUNG DER WELT
Wernher von Braun will zum Mond – aber zuerst lässt er tausende Arbeitssklaven für Deutschland sterben, Frantz Fanon kämpft gegen die seelische Zerstörung, die Europa in Afrika angerichtet hat, und wird ignoriert, weil seine Wahrheiten zu schmerzhaft sind. Und Golda Meir vernachlässigt ihre Familie, weil sie von einem Staat träumt, der für immer Verfolgung und Vernichtung beenden soll.
Die Spaltung der Welt ist ein Kaleidoskop. Wer sich fragt, wie wir eigentlich hierher gekommen sind, dem sei diese Serie empfohlen. Anhand von romantisierten Tätern, vergessenen Visionären und Frauen, die nie in unsere Heldengalerien durften, erklären uns Jan Peter und Jasmin Wind wie die alte Welt zertrümmert wurde um einer neuen Platz zu machen, mit nur zwei Himmelsrichtungen, Ost und West, und einer Unzahl bis heute ungelöster Probleme. Dass das Ganze überbordet, liegt nicht an den Autor:innen, sondern an unserer gigantischen Verdrängungsleistung. Wenn wir nicht wollen, dass „Geschichte wiederholt sich“ zur Wahrheit wird, dann zeigt uns DIE SPALTUNG DER WELT, was wir tun müssten, wenn wir endlich aufwachen würden.
Das ist eine DAfFNE wert!

 

Bilâl Bahadır für UNCIVILIZED
Sahra, muslimische Lehramtskandidatin, setzt sich zwischen alle Stühle, als sie am 11. September 2001 Verständnis einfordert für die Verweigerung eines muslimischen Schülers an der verordneten Solidaritätskundgebung mit den USA teilzunehmen. Katja übt WIllkommenskultur, indem sie einem Flüchtling ein Zuhause bieten will, um an die Grenzen ihrer Toleranz zu stoßen, als “ihr” Flüchtling keine leidensromantisierte Ukrainerin, sondern ein selbstbewusster junger Syrer ist.
Die sechsteilige Anthologie UNCIVILIZED ist eine notwendige Provokation, die Bahadır, mutig und emotional so effektiv wie genau in sechs Folgen umgesetzt haben. Zuschauer werden zu der dringenden Übung aufgefordert, sich in “die Anderen” hineinzuversetzen, die zivilisierte Gesellschaft aus der Perspektive derer zu sehen, die von ihr – mit Recht – einfordern, ihre Zivilität gerade in kritischen Momenten unter Beweis zu stellen. Das tut weh, und das muss es auch, denn wenn wir behalten wollen, was wir erreicht haben, dann müssen wir unsere Zivilgesellschaft mit Großherzigkeit und Toleranz verteidigen. Täglich.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

Johanna Rose Jastram & Anja Buwert für PRO SIEBEN THEMA – RADIKALE CHRISTEN UND IHR GRIFF NACH DER MACHT
Wenn jahrelange, fundierte Recherche Einblicke in eine Welt ermöglichen, die vielen von uns sonst verborgen bliebe … wenn uns eine Fernsehdokumentation Szenen miterleben lässt, die im Gedächtnis bleiben, zum Nachdenken bringen und den Blick auf ein Phänomen nachhaltig prägen … dann ist das herausragender Fernsehjournalismus zu einem erschreckend relevanten Thema! Das verdient eine Auszeichnung der Deutschen Akademie für Fernsehen!
Johanna Rose Jastram und Anja Buwert begeben sich in Ihrer Dokumentation RADIKALE CHRISTEN UND IHR GRIFF NACH DER MACHT tief in die Szene fundamentalistischer, evangelikaler Christen. Sie lassen uns die Faszination, die Gottesdienste fundamentaler Christen ausüben, miterleben. Dabei gehen sie respektvoll mit Ihren Protagonisten um und decken doch schonungslos auf, welche Gefahr von radikalen Demagogen für unsere Gesellschaft und das politische System ausgehen. Es geht nicht um Glauben – es geht darum, ob (?) diese Gruppierungen unsere Gesellschaft verändern wollen.
Die Recherche für diesen Film begann bereits im Jahr 2022, zwei Jahre vor dem Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump. Die aktuelle Entwicklung in den USA zeigt auf erschreckende Weise, was es bedeutet, wenn radikale Christen ihre Vorstellung eines Gottesstaates durchsetzen. Diese Recherche sollte uns alle wachrütteln: Dnn gemeinsam müssen wir eintreten für Toleranz, Gleichberechtigung und die Demokratie.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Claus Hanischdörfer für SWR STORY: ACHTUNG FÄLSCHER! AUF DER SPUR VON AUSWEIS-BETRÜGERN
Es ist ein Albtraum: Wenn der eigene Name, die Adresse, die ganze Identität für kriminelle Geschäfte gestohlen und missbraucht werden oder man mit einem falschen Ausweis betrogen wird.
Wie sich das anfühlt und was das bedeutet, zeigt diese Fernseh-Reportage nicht nur mit zwei eindrucksvollen Beispielen, sondern auch sehr emphatisch. Als Zuschauer dreht sich einem sofort der Magen um, weil sich dieses Gefühl „Das hätte mir auch passieren können“ durch den ganzen Film zieht. Das liegt nicht nur an den gut recherchierten Fällen, sondern auch an der Art, wie die Betroffenen erzählen dürfen.
Gleichzeitig schafft die Reportage einen Spannungsbogen, der mitfiebern lässt: Wird der Betroffenen und ihrer Familie endlich geholfen? Kann den Betrügern das Handwerk gelegt werden? Zwischenzeitlich ist der Zuschauer inmitten eines packenden Katz- und Mausspiels. Obwohl dies gewiss kein besonders bildstarkes Thema ist, werden die Szenen visuell so gestaltet, dass der Film kurzweilig ist – ohne dabei die harten Fakten zu verspielen.
Eine tolle Rechercheleistung, die zeigt, welches Ausmaß der Betrug für den Einzelnen erreichen kann, spannend erzählt und bildlich hervorragend umgesetzt!
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Jens Strohschnieder für TRAUMA IN NAHOST – DER 7.OKTOBER UND SEINE FOLGEN
Gerade seit dem 7. Oktober 2023 ist die Berichterstattung über den Nahost-Konflikt von starken Gefühlen, Polarisierung und einer oftmals vereinfachenden Schwarz-Weiß-Darstellung geprägt.
Jens Strohschnieder vermeidet solche Vereinfachungen, indem er es versteht, ausgewogen und differenziert beide Perspektiven aufzuzeigen und so beiden Seiten Gehör zu verschaffen.
Die nominierte TV-Reportage TRAUMA IN NAHOST – DER 7.OKTOBER UND SEINE FOLGEN beleuchtet diesen seit Generationen schwelenden Konflikt: Fortwährende Eskalation und eine beidseits abnehmende Verantwortung für Gewalt.
Ein Satz blieb der Jury besonders haften: „Der Weg zum Frieden führt nicht über Traumatherapie, sondern über Diplomatie.“
Eine bemerkenswerte TV-Produktion, die den Zuschauer:innen sowohl versäumte Chancen, wie auch notwendige Handlungs-Optionen aufzeigt.
Das ist eine DAfFNE wert!

Tim Mälzer & André Dietz & Sascha Gröhl & Simon Becker & Anke Reuter & Hannah Walter für HERBSTRESIDENZ MIT TIM MÄLZER UND ANDRÉ DIETZ
Dieses Format erzählt von einem Generationenprojekt, das Tim Mälzer und André Dietz ins Leben gerufen haben. Im Zentrum steht die Idee: Menschen mit Behinderungen unterstützen Seniorinnen und Senioren in ihrem Alltag. Dabei entsteht nicht nur Hilfe, sondern echte Nähe, echter Austausch – und eine neue Form von Miteinander.
Die Herbstresidenz zeigt: Fürsorge ist keine Einbahnstraße. Hier helfen nicht nur die Starken den vermeintlich Schwachen. Hier lernen alle von einander. Menschen mit Behinderungen werden zu Alltagshelferinnen und -helfern qualifiziert und bekommen damit eine Perspektive außerhalb der Werkstätten. Und die Seniorinnen und Senioren erleben, dass sie Teil eines lebendigen sozialen Gefüges bleiben – mit Humor, Reibung, Herz und manchmal auch mit ordentlich Chaos.
In einer Zeit, in der oft laut geschrien wird, gewinnt hier ein Format, das leise stark ist.
Eines, das uns daran erinnert, dass Inklusion nicht aus Pressetexten besteht, sondern aus Begegnungen. Und dass gutes Fernsehen nicht nur unterhalten, sondern auch berühren und im besten Fall etwas verändern kann.
Herzlichen Glückwunsch an das gesamte Team – und danke für dieses Format, das uns zeigt, wie gemeinsames Leben aussehen kann, wenn man Menschen einfach mal zutraut, für einander wichtig zu sein.
Das ist eine DAfFNE wert!

 

Laura-Jasmin Leick & Pascal Schröder & Kai Steinmetz & Lorelei Holtmann für WTF IS JULE ?!
WTF IS JULE ?! ist ein Format, das uns mitten ins echte Leben katapultiert. Direkt, roh und radikal ehrlich. Die Serie zeigt eine junge Frau, die sich zwischen Erwartungen, Selbstzweifeln und Freiheitssuche behauptet – und genau damit einen Nerv trifft.
Jule ist laut, verletzlich, witzig, überfordernd – und vor allem: authentisch. Das Team hinter der Produktion hat den Mut bewiesen, diese Echtheit nicht zu glätten, sondern sichtbar zu machen. Die Kamera ist nah dran, die Erzählweise mutig, die Handschrift klar.
WTF is Jule?! steht für modernes Erzählen: schnell, intensiv, unverblümt. Ein Format, das Haltung zeigt und das Publikum genau dort packt, wo es wehtut – und wo es berührt.
Die Sektion Fernsehunterhaltung zeichnet heute eine Produktion aus, die Mut macht, Fragen stellt und eine Figur geschaffen hat, die man so schnell nicht vergisst.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Jan Böhmermann & Sebastian Teitge & Constantin Timm & Laura Teipel & Markus Hennig & Marie Schäder für LASS DICH ÜBERWACHEN !
Man weiß nicht so recht, ob man lachen oder weinen soll. Jan Böhmermann führt dem Publikum im Saal und an den Geräten vor Augen, wie gläsern jeder ist, der das Internet nutzt. Daraus eine abendfüllende Show herzustellen, die unterhält aber auch nachdenklich macht, ist einer hervorragenden Redaktion und einer außergewöhnlichen Ausstattung zu verdanken und last but not least einem Moderator, dem der Schalk im Nacken sitzt.
Die Titelähnlichkeit zu Rudi Carell’s Show „Lass Dich überraschen“ kommt nicht von ungefähr: Die von der Redaktion durchleuchteten Studiogäste werden humorvoll mit privaten Angelegenheiten konfrontiert, die sie im Internet preisgegeben haben. Höhepunkt der Show ist eine Parodie des Dschungelcamps in einer im Internet buchbaren Ferienwohnung zweier Studiogäste, die ihren Augen nicht trauen, wie das Böhmermann-Team ihr Kleinod verwüstet – bis eine weitere Überraschung die Erlösung bringt.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

Susanne Erler für BLOCKPARTY – PETER FOX FEIERT MIT BERLIN
In der Dokumentation BLOCKPARTY – PETER FOX FEIERT MIT BERLIN gelingt es der Editorin Susanne Erler, eine beeindruckende Vielfalt an Material zu einem stimmigen, lebendigen Fluss zu formen.
Mit großer Sensibilität und sicherem Gespür verbindet sie Konzertaufnahmen, Porträts der NachwuchskünstlerInnen sowie den bürokratischen Hindernislauf bis zur Genehmigung der Blockparty zu einem rhythmischen Ganzen. Sie lässt die Zuschauer:innen sowohl die gewaltige Energie dieser Events als auch ihre leisen, menschlichen Zwischentöne erleben – und schafft damit ein Werk, das weit über eine bloße Konzertdokumentation hinausgeht.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Florian Böttger & Dirk Hergenhahn für FC HOLLYWOOD
Florian Böttger und Dirk Hergenhahn erschaffen mit ihrer Montage von FC HOLLYWOOD eine dramaturgisch dichte, dynamische und sehr unterhaltsame Dokuserie.
Sie verweben geschickt und witzig historische und aktuelle Statements, Schlagzeilen der Boulevardpresse über Erfolge und  Misserfolge der Mannschaft und Skandale der Spieler. All dies macht die Serie zu einem informativen und zugleich sehr unterhaltsamen  Fernseh-Erlebnis.
Man geht als Zuschauer:in mit auf die Reise in die emotionale, spannende und wilde Geschichte des FC Bayern in den 90er Jahren und um die Jahrtausendwende. Dies eröffnet einen tollen und interessanten Blick hinter die Kulissen des Vereins.
Die Dokumentation ist – auch durch die Montage – ein Erlebnis nicht nur für Bayern- Fans.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Andi Pek für ZEIT VERBRECHEN – DEINE BRÜDER
Andi Pek hat mit ihrer Montage dem Film ZEIT VERBRECHEN – DEINE BRÜDER eine atemberaubende Intensität verliehen. So unberechenbar wie das Verhalten von Cem und seinen Brüdern, so unberechenbar ist die Montage.
Sie kombiniert stets mutig die unterschiedlichsten Raum- und Zeitebenen. Trotzdem fängt sie uns in mancher Orientierungslosigkeit auf. Die ZuschauerInnen blicken nicht nur auf Ereignisse, in denen die Protagonisten sekundenschnell von inniger Brüderlichkeit zu Gewaltausbrüchen wechseln. Sie schauen in die Abgründe und Verfasstheiten des Geflechts aus Cem und seinen Brüdern. Sie fesselt uns mit ihrem Schnitt, der kreative Grenzen auslotet. Wir werden hineingestoßen in diese disruptiven Beziehungen. Die dadurch entstehende Nähe ist verstörend, oft fast unerträglich.
Andi Pek ist es gelungen, uns nicht wegschauen zu lassen.
Das ist eine DAfFNE wert!

Tanja Gierig für EIN MANN SEINER KLASSE
Die Verfilmung des Romans EIN MANN SEINER KLASSE von Christian Baron führt uns einfühlsam, fast schmerzhaft authentisch, in das prekäre und gewaltvolle Leben einer Familie, die eigentlich niemals eine Chance hatte.
Wir nehmen Anteil an einer atemlosen, emotionsgewaltigen Kindheit, die Bedürftigkeit strahlt aus allen Ecken, Momentaufnahmen einer bedrohlichen bis gewalttätigen Grundstimmung. Dagegen gesetzt gibt es aber auch die groben Beweise von Zuneigung und trügerischem Glück, von Sonne, von Licht und Lachen. – Und hier kommt Tanja Gierig Kostümbild ins Spiel:
Blumenmuster, farbige Ringelshirts, einfach bis ärmlich, zeitlos, ohne den Finger zu zeigen auf ein bestimmtes Jahrzehnt (es spielt 1990). Das Bemühen um modischen Anschluss bietet den Protagonisten einen Anker in der Verzweiflung. Eine nahezu durchsichtig scheinende Blumenbluse, die kaum blaue Flecken verbergen kann. Oversize-Kleidung, die schmerzhafte Verlorenheit und fehlende Kontrolle über das eigene Leben zeigt. Die Fadenscheinigkeit müde gewaschener Hemden und T-Shirts bieten den Kindern keinen Schutz mehr in dieser gewaltvollen Welt. Sie tragen die Sachen der älteren Geschwister halt auf.
Gierigs Kostümauswahl, ist auf den Punkt mit den Darstellern und ihrer gnadenlos drastischen Kunst verwoben und verfolgt in ihrer Gestaltung einen bewussten Kontrast zur Verzweiflung und Brutalität der Szenen.
Hier haben alle Gewerke eine Geschichte bebildert, ehrlich, hart und stimmig, was selten so in der Fernsehlandschaft gezeigt wird.
Das ist eine DAfFNE wert.

 

Freya Herrmann für MARZAHN MON AMOUR
MARZAHN MON AMOUR ist eine kleine, feine Serie über ein Nagelpflegestudio in Berlin Marzahn in Form von kammerspielartigen Vignetten. Keine ausführlichen Milieustudien, sondern liebevolle Beobachtungen erwarten uns in dem dort gezeigten nahezu stillstehenden Mikrokosmos. In der eher leisen, hautnahen Inszenierung begegnen sich teilweise überzeichnete Charaktere offen in ihrer Alltäglichkeit, mit ihren Brüchen und ihrer wunderbaren Vielfalt.
Die Kostüme geben diesen, meist älteren Bewohnern der Plattenbauten mit ihren Nöten, Ängsten und Träumen eine Würde und Originalität. Freya Herrmann hat sie mit Herzlichkeit, Mitgefühl und Humor kreiert, so dass die Episoden nicht in Sozialkitsch abschweifen oder den Blick von oben attestieren. Aus jedem Detail, dem Glitzersternchen im Fingernagel, der kühl hygienischen Räume springt uns eine Teamarbeit an, die diesen Begegnungen die notwendige Authentizität verleiht. Schicksale von Menschen, die sonst in unseren Medien kaum Beachtung finden. Auch in diesem Fall ist es so, wie es die späte Sendezeit beweist.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Nadja Homri & Vanessa Schneider & Ursel Frank & Nina Goyert für ICH BIN DAGOBERT
Die Serie ICH BIN DAGOBERT hat sich durch ihr herausragendes Maskenbild hervorgetan, das nicht nur die Charaktere lebendig werden lässt, sondern auch die gesamte Atmosphäre der Serie mit prägt. Die kunstvollen Maskendesigns und das geschickte Make-up tragen entscheidend zur Glaubwürdigkeit der Figuren bei und ermöglichen es den Zuschauern, in die fesselnde Welt der Erzählung einzutauchen.
Jeder einzelne Look ist sorgfältig gestaltet, um die Persönlichkeit und die Emotionen der Charaktere widerzuspiegeln, was die visuelle Erzählung wunderbar intensiviert. Nadia Homri & Vanessa Schneider & Ursel Frank & Nina Goyert und ihr Team haben mit viel Liebe zum Detail gearbeitet, um den unverwechselbaren Stil der 90er einzufangen. Diese Hingabe hat dazu beigetragen, dass „Dagobert“ nicht nur ein Fernseherlebnis, sondern ein echtes Stück Nostalgie ist.
Mit ihrem Können und ihrer Kreativität haben sie maßgeblich zum Erfolg von ICH BIN DAGOBERT beigetragen und verdienen höchste Anerkennung für ihre bemerkenswerte Arbeit.
Das ist eine DAfFNE wert!

 

Jeannette Latzesberger & Gregor Eckstein für DER PALAST
Das Maskenbild für die Serie DER PALAST lässt den Stil der 90er-Jahre in beeindruckender Weise neu aufleben – leicht, modern und zugleich voller Respekt vor der Ästhetik jener Zeit. Besonders hervorzuheben sind die verschiedenen Gruppierungen der Komparserie und der Tänzer:innen, die mit ihren Show-Kostümen, dem präzise abgestimmten Bühnen-Make-up und den stilistisch stimmigen Frisuren ein harmonisches Gesamtbild schaffen.
Die feine Handschrift von Jeanette Latzelsberger, Gregor Eckstein und ihrem Team, sowie das Gespür für Natürlichkeit und Authentizität verleihen jeder Figur Leben und Ausdruckskraft. Eine meisterhafte Arbeit – zeitlos, kreativ und voller Hingabe.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Anna Kunz & Jörn Seifert für KRANK BERLIN
Die Serie KRANK BERLIN hat sich durch ihr herausragendes Maskenbild hervorgetan. Es ist rau, schweißig, blutig und manchmal am Rande des Ertragbaren. Damit hat es die gesamte Atmosphäre der Serie geprägt.
Das Maskenbild schafft das Kunststück, in einer sterilen Umgebung wie einem Krankenhaus den Dreck zu erzählen, den Gewalt, soziale Ungerechtigkeit, Rassismus und Drogenkonsum mit sich bringen und lässt so für die Zuschauer:innen nicht nur die äußeren, sondern auch die inneren Wunden der Protagonisten sichtbar werden.
Anna Kunz und Jörn Seifert mit ihrem Team beweisen eindrucksvoll, wie aufwendig, vielfältig und ausdrucksstark ein „hier-und-heute- Thema“ maskenbildnerisch bearbeitet werden kann.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

Andreas Weidinger für CHARLOTTE LINK – OHNE SCHULD
Die Musik von Andreas Weidinger zum Film CHARLOTTE LINK – OHNE SCHULD ist äußerst routiniert und mit großer filmmusikalischer Erfahrung geschrieben. Das ist normalerweise kein großes Kompliment und macht eine Musik noch nicht preiswürdig. Wenn sie aber dann in jeder Sekunde des Films passt, obwohl sie selbstbestimmt eine eigene Dimension öffnet, wenn sie die Psychologie des Films nicht nur trifft, sondern sie durch spannende Nuancen ergänzt und wenn sie dazu noch unfassbar gut klingt und es versteht, Emotionen zu generieren, ist das eine Nominierung wert.

Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Matthias Weber & Vera Weber für DIE STILLE AM ENDE DER NACHT
Der Film erzählt eine undurchsichtige Kriminalgeschichte, die von Matthias und Vera Weber mit einer Klarheit vertont worden ist, die sich durch ein modernes Klangbild in Verbindung mit eingängigen musikalisch zeitgemäßen Motiven und subtilen, unaufdringlichen Pulsen auszeichnet. Die Musik hat eine eigenständige Kraft, wird dabei aber nie zum Selbstzweck und verliert nie ihren dienenden Charakter.
Das ist eine DAfFNE wert!

 

Kyan Bayani für DAS ZWEITE ATTENTAT
Nach dem fulminant orchestrierten Titelthema ist klar – Kyan Bayanis Score gibt sich nicht mit Konvention und Durchschnitt zufrieden, sondern arbeitet mit ausgefeilter, sehr moderner Klangsprache. Sie ist allerdings kein Selbstzweck, sondern präzise ins Narrativ und die Psychologie der Serie eingewebt. So findet Bayanis brillante Musik auch in ruhigeren Momenten durch feine Instrumentierung und genaue Setzung Nuancen, die andernfalls verloren gegangen wären. Seine Musik legt somit perfekt die Tiefenschichten der perfiden politischen Vorgänge der Serie offen.
Das ist DAfFNE wert!

Charlotte Groth & Maximilian Greil & Paul Beck & Marius Beck  für TSCHAPPEL
Das Produzent:innen-Team von TSCHAPPEL zeigt, dass deutsche Comedy nicht nur funktioniert, sondern richtig zündet. In einem Markt, der viel zu oft auf Remakes setzt, haben die Produzent:innen den Mut bewiesen, eine eigene fiktionale Welt mit Charakter, Charme und herrlich getimtem Humor zu kreieren.
TSCHAPPEL verbindet warmherzigen Witz, treffende Alltagsbeobachtungen und authentisches Lokalkolorit mit Themen, die weit über den Schauplatz hinausgehen. Das sorgfältig zusammengestellte Ensemble, die stimmige Inszenierung und der sympathische Soundtrack machen die Serie zu einem herausragenden Beispiel dafür, dass originäre Comedy aus Deutschland Publikum wie Kritiker begeistern kann.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Alexis von Wittgenstein & Henning Kamm & Gilda Weller & Doris Büning für KRANK BERLIN
KRANK BERLIN ist hart, dreckig und tut weh. Die adrenalingeladene Serie zieht ihr Publikum von der ersten Minute an kompromisslos in ihren Bann. Sie ist dicht erzählt und auf höchstem handwerklichen Niveau umgesetzt.
Alexis von Wittgenstein und Henning Kamm hatten den Mut, die Deutsche Krankenhausserie aus ihrer klinischen Makellosigkeit zu befreien. Sie haben herausragende Kreative zusammengebracht, die mit erzählerischem Feingefühl und innovativer Ästhetik gleichermaßen emotional berühren und intellektuell fordern.
KRANK BERLIN ist ein aufrüttelnder Kommentar zu den Abgründen unseres Gesundheitswesens und ein Meilenstein für originäres deutsches Impact-Storytelling.
Die gesamte Branche hielt den Atem an, als die Produktion kurz vor Drehbeginn auf der Kippe stand. Umso bemerkenswerter ist die Leistung der Produzenten, die im letzten Moment die Finanzierung sicherten und dieses außergewöhnliche Projekt mit unerschütterlicher Überzeugungskraft realisierten. Chapeau!
Das ist eine DAfFNE wert.

 

Gabriela Sperl für HERRHAUSEN – DER HERR DES GELDES
Mit dem Mehrteiler HERRHAUSEN – DER HERR DES GELDES hat Gabriela Sperl ein herausragendes Werk geschaffen, das nicht nur ein Stück deutscher Zeitgeschichte beleuchtet, sondern uns auch zwingt, über Macht, Verantwortung und die komplexen Verflechtungen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nachzudenken.
Die Geschichte von Alfred Herrhausen – einem der einflussreichsten Bankiers der Bundesrepublik, dessen Leben und Wirken abrupt und gewaltsam endete – verlangt nicht nur präzise Recherche, sondern auch eine klare erzählerische Haltung.
Mit dem Instinkt einer erfahrenen Produzentin hat Gabriela Sperl das Thema erkannt, Autoren und Regie zusammengeführt, und ein Team zusammengestellt , das in der Lage war, eine solch komplexe Geschichte zu erzählen.
Mit HERRHAUSEN – DER HERR DES GELDES hat sie ein Werk geschaffen, das nicht nur künstlerisch überzeugt, sondern auch gesellschaftlich relevant ist. Es ist ein Mehrteiler, der bleibt – und das ist vielleicht das größte Kompliment, das man einer Produzentin machen kann.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

Monika Denisch (Redaktion SWR) & Patricius Mayer (Redaktion BR) & Catharina Rittmann (Producing) für EIN MANN SEINER KLASSE
EIN MANN SEINER KLASSE ist ein Film, der weh tut – und genau das soll er. Mit großer Ruhe und unerbittlicher Wahrhaftigkeit erzählt er die Geschichte eines Jungen, der seinen gewalttätigen Vater liebt und dennoch beinahe an ihm zerbricht. Es stockt einem der Atem, wenn die Hand des Vaters niederfährt – nicht wegen der Brutalität, sondern wegen der Verzweiflung, die dahinter steckt. Der Film zeigt, was sonst verborgen bleibt: die Würde in der Armut. Jedes Detail und jede Rolle – grandios besetzt, allen voran der Junge, Camille Loup Moltzen, und der Vater, Leonard Kunz – tragen zu einer schonungslos ehrlichen Erzählung bei. Dieses Sozialdrama fordert Empathie statt Urteil, Mitgefühl statt Mitleid.
EIN MANN SEINER KLASSE wurde mit Mut und Klarheit von Patricius Mayer (BR) und Monika Denisch (SWR) redaktionell betreut. Es ein Werk, das uns verändert, weil es uns nicht entkommen lässt.
Das ist eine DAfNE wert!

 

Claudia Simionescu (Redaktion BR) & Claudia Tronnier (Radaktion arte) & Veronika Ackermann (Producing) für QUERSCHUSS
QUERSCHUSS erweist seinem Sendetitel alle Ehre. Das Drama stellt sich quer zu tradierten Seherwartungen. Es fordert heraus, kommt trotz vermeintlich sommerlich-leichten Settings oftmals kantig daher und mutet dem Publikum durch lange Pausen sowie durch vielfach statuarisch gehaltene Kompositionen einiges an Durchhaltevermögen zu. Statt (wie häufig, wenn Konflikte im Rahmen einer Familienfeierlichkeit verhandelt werden) alle Gedanken, Motivationen und Gefühle plakativ auszuspielen, lässt QUERSCHUSS Lücken in Dialog und Handlung und gewährt den Zuschauer*innen genügend Raum, sich ganz eigene Gedanken zu den Figuren zu machen, die durch den Selbstmord des 80-jährigen Familienoberhaupts aus ihrer Routine gerissen werden. Um all dies zu einem stimmigen Gesamtwerk zu komponieren, das mal den Geist von Claude Chabrol, mal den von Atom Egoyan atmet, braucht es Mut und dramaturgisches Können. Claudia Simionescu, Claudia Tronnier und Veronika Ackermann haben mit eben diesen Eigenschaften einem in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Drama zum Leben verholfen.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Thomas Disch & Hauke Bartel (Redaktion) & Clara Gerst (Producerin) & Sophya Frohberg (Producerin Entwicklung) & Christina Lang (Dramaturgie) für ANGEMESSEN ANGRY
Die Jury zeichnet die RTL „Storytellers“ Fiction Redaktion für ihren außergewöhnlichen redaktionellen Mut und Esprit aus, der in der heutigen, von besonders hartem Quotendruck geprägten Privatsenderlandschaft, alles andere als selbstverständlich ist.
Mit der Entwicklung des „Storytellers“ Wettbewerbes hat RTL Fiction unter der Leitung von Hauke Bartel ein deutliches Zeichen im Fernsehmarkt gesetzt:
Mutige, moderne und persönliche Stoffe können und sollen – auch im kommerziellen Umfeld– ihren eigenen Platz und starken Auftritt haben.
Besondere Anerkennung verdient hierbei die Produktion ANGEMESSEN ANGRY, die beispielhaft für den Geist dieses Wettbewerbs steht. Der Kreatorin ist es mit der redaktionellen und produktionellen Unterstützung der Beteiligten gelungen, tief persönlich Erlebtes in eine radikale, unterhaltsame und zugleich hochgradig zugängliche Mainstream Geschichte zu verwandeln.
ANGEMESSEN ANGRY beweist eindrucksvoll, dass authentische Stimmen und ungewöhnliche Blickwinkel das Potential besitzen, den Mainstream zu bereichern – nicht nur ästhetisch, sondern eben auch gesellschaftlich.
Mit ihrer Haltung zeigt die RTL Fiction Redaktion: Vielfalt ist keine Mode, sondern eine kreative Notwendigkeit!

Die Jury würdigt darüber hinaus, dass der „Storytellers“ -Wettbewerb bereits den Weg für weitere neue und innovative Formate geebnet hat.
Er stärkt eine neue Generation von Autor*innen und Regisseur*innen, die ihre eigenen Stoffe jenseits klassischer Redaktionsschemata erzählen wollen – und dies nun auch erfolgreich vor einem großen Publikum im kommerziellen Fernsehen können.
Die Jury verbindet mit Ihrer Nominierung des für die „Storytellers“ verantwortlichen Fiction-Teams um Hauke Bartel, Thomas Disch, Manuel Schlegel und Julian Schmelcher herum die Hoffnung, dass weitere Plattformen und kommerzielle Auftraggeber diesem Beispiel in einer Zeit gefährdeter Produktionsbudgets folgen werden und zusätzliche Formate und Sendeplätze für innovative und persönliche Erzählansätze geöffnet werden.
Nur wenn mutige Stimmen in einer Zeit schwindender Demokratie dauerhaft Raum erhalten, können erzählerische Vielfalt, frische Point-of-Views und echte kreative Erneuerung im Mainstream entstehen – und damit für uns und alle Zuschauer*innen sichtbar werden – gerade jetzt und auch in Zukunft!
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

Stefan Krohmer für SPUREN
Mit der Serie SPUREN hat Stefan Krohmer ein eindringliches Werk geschaffen, das weit über das klassische Krimiformat hinausgeht. Jeder Blick, jedes Schweigen der Figuren, jede Kameraeinstellung erzählt die Geschichte. Mit präziser Handschrift und emotionaler Tiefe verwebt er Realität und Fiktion zu einem atmosphärischen Geflecht aus Erinnerung, Trauma und Wahrheitssuche. Krohmer versteht es, das Unsichtbare sichtbar zu machen – die feinen Risse in den Figuren, die leisen Momente des Zweifels, das Unheimliche im Alltäglichen. Sein Inszenierungsstil ist klar und zugleich poetisch und hält dabei immer eine intensive Spannung. Dafür verdient Stefan Kromer höchste Anerkennung – für eine Serie, die Spuren hinterlässt.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Matthäus Wörle für WHERE WE USED TO SLEEP
Mit WHERE WE USED TO SLEEP hat Matthäus Wörle einen Film geschaffen, der in seiner stillen Kraft lange nachhallt. In präzisen, eindringlichen Bildern zeigt er den langsamen Untergang eines Dorfes, das im giftigen Schlamm einer menschengemachten Katastrophe zu versinken droht. Jeder Blick, jede Pause, jede Einstellung trägt Bedeutung – nichts ist zufällig, nichts wird überhöht. Mit großer Zurückhaltung und Sensibilität ermöglicht Wörle eine Nähe zur Protagonistin, die niemals voyeuristisch, sondern immer respektvoll und menschlich bleibt. So entsteht ein Werk über Verlust, Erinnerung und die fragile Würde des Einzelnen im Angesicht eines unaufhaltsamen Prozesses. Dafür verdient Matthäus Wörle höchste Anerkennung – für einen Film von leiser Wucht und tiefer Menschlichkeit.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Marc Philip Ginolas & Carly Coco für TSCHAPPEL
Mit TSCHAPPEL gelingt es Carly Coco und Marc Philip Ginolas, ein selten gesehenes Stück deutscher Wirklichkeit lebendig und authentisch zu erzählen. Ihr Blick auf das Leben junger Menschen jenseits der großen Städte ist präzise, liebevoll und frei von jedem Zynismus. Mit feinem Gespür verbindet die Regie Alltag und Aufbruch, Unsicherheit und Witz, Nähe und Freiheit – und schafft so eine Atmosphäre, die warm, leicht und zugleich tiefgründig ist. Jeder Moment ist sorgfältig beobachtet, jede Szene offenbart eine echte Neugier auf die Menschen, von denen erzählt wird. Die Provinz erscheint hier nicht als Rand, sondern als Welt voller eigener Schönheit, Komik und Sehnsucht. Dafür verdienen Carly Coco und Marc Philip Ginolas höchste Anerkennung – für eine Serie, die uns mit großer Zärtlichkeit erinnert, wie lebendig Geschichten sein können.
Das ist eine DAfFNE wert!

Harald Krasnitzer für AUS DEM LEBEN
Harald Krassnitzer zeigt in der Rolle des Stefan Schuster ein zutiefst berührendes Spiel, ehrlich, pur, nahbar und durchlässig. Die Figur reißt uns mit einem Schicksalsschlag geradezu in die Geschichte hinein und bewegt uns bis zu deren Ende. Krassnitzer versinkt dabei nicht in der Rolle, sondern gestaltet sie.
Denn seine Figur Stefan Schuster sortiert sich und ihr Umfeld neu, gewinnt an Stärke, Verantwortung, ringt mit sich, dem Leben, um die Fassung, stets aktiv, gegen alle Widerstände. Er kämpft mit Löwenmut für Sabine, seine Ehe und nimmt uns alle mit, so anrührend, brüchig, so meisterlich gespielt.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Philip Günsch für WIR FÜR IMMER
Philip Günsch spielt in WIR FÜR IMMER Janns Zerrissenheit durch die toxische Beziehung zu seiner kranken Mutter einfühlsam und vielschichtig. Er zeigt in seinem Spiel liebevolle Fürsorge für seine Mutter einerseits und tiefe Verzweiflung bis hin zu wütender Hilflosigkeit anderseits.
Und dann zeigt uns Günsch, wie seine Figur aus dieser emotionalen Sackgasse heraus langsam den Weg findet, sich der Liebe eines Mädchens hinzugeben. Großartig!
Philip Günschs Schauspielkunst arbeitet mit beinahe dokumentarischer Genauigkeit, so dass man den Eindruck gewinnt: Günsch spielt gar nicht, er ist seine Figur.
Das ist eine DAfFNE wert!

 

Justus Johannsen für ALLEIN ZWISCHEN DEN FRONTEN
Justus Johannsen überzeugt in seiner Rolle des Jan Vogt mit großer Authentizität.
Dabei verkörpert er auf wahrhaftige Weise einen Menschen in seiner existenziellen Zerrissenheit, wobei er uns stets die Innenwelt des Charakters offenbart. Er spielt mit einer unvergleichlichen Ausdrucksstärke und überzeugenden physischen Präsenz die emotionale Gradwanderung der Figur. Er bestimmt das Tempo des Filmes und bietet selbst gestandenen KollegInnen gleich in doppelter Hinsicht Paroli.
Eine bemerkenswerte Leistung, die nachhaltig beeindruckt und eine wirkliche Entdeckung.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

Nico Marischka für TURMSCHATTEN
Nico Marischka überzeugt in TURMSCHATTEN mit einer beeindruckenden darstellerischen Wucht. In der Rolle eines jungen Mannes, der in einer Gruppe gewaltbereiter Rechtsradikaler Zuflucht sucht, gelingt ihm ein bemerkenswert vielschichtiges Porträt – roh, intensiv und zutiefst berührend. Mit präzisem Spiel und mutiger Präsenz zeichnet er das Bild einer verlorenen Seele, die zwischen Härte und Sehnsucht schwankt. Marischka lässt uns die innere Zerrissenheit seines Charakters körperlich spüren: Seine Aggression wird zum Ausdruck einer tiefen Verletzlichkeit, seine Stärke zur Offenbarung einer stillen Verzweiflung. Diese Mischung aus Energie, Sensibilität und Glaubwürdigkeit macht seine Darstellung zu einem Schauspielmoment, der lange nachhallt.
DAs ist eine DAfFNE wert!

 

Kalle Perlmutter für MORDEN AUF ÖD. EIN INSELKRIMI – TAG DER ABRECHNUNG
Kalle Perlmutter begeistert in MORDEN AUF ÖD. EIN INSELKRIMI – TAG DER ABRECHNUNG mit einem außergewöhnlichen Spiel, das gleichermaßen irritiert, fasziniert und in den Bann zieht. In seiner Darstellung gelingt ihm die Gratwanderung zwischen Skurrilität und Ernsthaftigkeit – zwischen groteskem Humor und bedrohlicher Intensität. Mit feinem Gespür lotet er die Grenzen seiner Figur aus, ohne sie je zu verlieren. Hinter der schrägen Fassade schimmert stets etwas Gefährliches, Verletzliches, Verstörendes, ein Mensch voller Widersprüche und Abgründe. Perlmutter gestaltet diesen Charakter mit präziser Körperlichkeit, scharfem Timing und einer ansteckenden Spielfreude. Er beweist somit eindrucksvoll, wie inspirierend Schauspiel sein kann, wenn Mut und Raffinesse aufeinandertreffen.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Joshua Seelenbinder für:MORD ODER WATT? – FÜR IMMER MATJES
Joshua Seelenbinder bringt als Malte das Kunststück zustande, Überzeichnung, Groteske und Komik nicht in Klamauk abdriften zu lassen. Mit einer schönen Mischung aus humorvoller Leichtigkeit und emotionaler Tiefe wirkt seine Komik nie gewollt. Mit präzisem Timing und feinem Gespür für Slapstick und Situationskomik vermeidet er jede Plakativität und erschafft eine warmherzige, vielschichtige Persönlichkeit. Seelenbinder spielt Malte mit Charme, Offenheit und einer erfrischenden Freiheit im Denken – ein Schauspieler, der ausprobiert, riskiert und sich mit einer spürbaren Freude, die ansteckend ist, dem Spiel hingibt.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

LAVINIA WILSON für CASSANDRA
Die Figur der Cassandra macht im Verlauf der Serie eine bemerkenswerte Entwicklung durch, die nur eine so vielseitige und hochbegabte Schauspielerin wie Lavinia Wilson in all ihrer Tiefe und Vielschichtigkeit darzustellen vermag. Dennoch wahrt sie dabei ein Geheimnis. Sie spielt Cassandra kraftvoll, hart, bisweilen zerbrechlich – und überrascht immer wieder mit trockenem, zynischem Humor, den sie ganz organisch in die Figur einwebt.
Mit einer großen Leichtigkeit gelingt es Lavinia Wilson, Cassandra tief authentisch zu verkörpern. So macht sie sie gleichermaßen nahbar und beängstigend: verletzlich, sodass wir mit ihr mitfühlen – aber auch unnachgiebig, kalt, zuweilen schroff und voller Haß. Diese anspruchsvolle Balance meistert Lavinia Wilson mit solcher Bravour, dass sie der Serie eine starke emotionale Mitte verleiht und sie letztlich trägt.
Das ist eine DAfFNE wert!

 

MERET BECKER für FAMILIE IS NICH
Meret Becker ist in ihrer Darstellung der abweisenden Großmutter ein Mensch, den man trotz und gerade wegen seiner ruppigen, spröden Liebe ins Herz schließt: In ihrem unaufwendigen Spiel, schön in ihrer Imperfektion als Oma, ihrer liebenswerten Schroffheit, hart berlinernd, immer transparent, bescheiden, keine Sekunde ausstellend oder sich bedienend am Lokalkolorit, sondern fein und tief.
Die Verletzung einer Mutter und den Kampf um ihre Tochter durch Annäherung an die Enkeltochter und das gleichzeitige Widerstreben, aus Angst vor erneuter Verletzung, zieht einen in den Bann. Meret kann Lieben ausdrücken in völliger Verschrobenheit, zutiefst menschlich und ohne Kompromiss. Das hat Größe und Schönheit! Danke Meret, dass du da bist.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

LAURA BALZER für TATORT: BOROWSKI UND DAS HUNGRIGE HERZ
Laura Balzer beeindruckt durch ihr grandioses, doppelbödiges Spiel mit klar sichtbarer, authentischer Emotionalität, wechselnder wahrhaftiger Haltung, Mimik, Gestik, Sprachgestus und ganz eigener, besonderer Stimme. In ihrem Spiel gelingt der Spagat, sowohl ein Geheimnis zu wahren als auch an der emotionalen Grenze zur Selbstaufgabe ihre Rolle zu balancieren. Mit intensiver Präsenz zieht sie uns in die Spannungsbögen der Geschichte und in Bann.
Eine herausragende Leistung. Großes Kino!
Herzklichen Glückwunsch zur Nominierung!

Şafak Şengül für KRANK BERLIN
Wir befinden uns in einer Berliner Notaufnahme.
Eine junge Ä̈rztin gibt ihr Bestes, weiß, dass die neue Chefin nicht lange bleiben wird. Şafak Şengül als Dr.Emina Ertan ist Teil dieses großartig besetzten Ensembles, doch wir hängen an ihren brodelnden Blicken.
Zu Beginn wirkt sie funktional, kühl, fast überfordert, doch langsam öffnet sich hinter der Fassade eine Frau voller Widersprüche und Wärme.
Als ihr Bruder ins Koma fällt, sie sich gegenüber ihren Eltern behaupten muss, eine zarte Liebesgeschichte mit einer jungen Notfallsanitäterin entsteht und sich neue Karrierechancen auftun, zeigt sie eine Tiefe, die uns berührt.
Mit direkter Präsenz und unaufgeregter Authentizität lässt sie uns spüren, welche Konflikte sie umtreiben.
Sie verkörpert eine Ä̈rztin, die eine Realität sichtbar macht, die im Fernsehen noch zu selten vorkommt: Brillant, klug und oft unsichtbar.
Das ist eine DAfFNE wert!

 

Alina Danko für MEIN KIND – моя дитина
Aus dem bombardierten Butscha flieht die junge Ukrainerin Oksana Smirnova mit ihrer Tochter nach Deutschland – schwanger mit einem Kind, das sie für ein anderes Paar austrägt.
Doch die Heimat bleibt die Heimat. Sie sitzt zwischen den Stühlen, hin- und hergerissen zwischen Zugehörigkeit, Verantwortung und dem Wunsch zu überleben.
Sie ist Leihmutter, und ihr Körper gehört vertraglich anderen. Alina Danko gestaltet diese Rolle nie als Opfer, sondern als selbstbestimmte Frau, die trotz Angst und Ohnmacht weitergeht.
Sie kann ihre wahren Gefühle verbergen und lässt sie im nächsten Moment doch aufblitzen – fein, präzise, glaubwürdig.
Vielschichtig zeichnet sie eine Figur, die im Chaos Haltung bewahrt. Mit stiller Entschlossenheit und zarter Verletzlichkeit macht sie das Unsagbare sichtbar – den Kampf zwischen Hingabe und Selbstschutz, zwischen Pflichtgefühl und Angst.Und das ist kaum auszuhalten.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Deborah Kaufmann für MARZAHN MON AMOUR
Wir sind in Ostberlin – Marzahner Platte, die Zeit scheint stehen geblieben. In einem kleinen Beautysalon hat sich Lulu Moll im Hinterzimmer ihr eigenes Nagelreich geschaffen, in dem sie begeistert die neuesten Trends an ihren Kundinnen testet.
Deborah Kaufmann spielt diese Figur mit so viel Liebe, Skurrilität und Hingabe, dass wir sie einfach lieben müssen. Der raue Berliner Ton bröckelt, wenn ihre Loyalität in Frage gestellt wird. In jedem Moment lässt sie die Risse und die Geschichte ihrer Figur erkennen – Dinge, die das Drehbuch nicht erklärt, nicht in Worte fasst. Mit schnoddriger Direktheit balanciert sie meisterhaft zwischen Komik und Tragik. Mit ihrem durchlässigen Spiel gibt sie einer Figur Tiefe, die sonst oft auf Klischees reduziert wird.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

Cornelia Dworak (Intimacy & Stunt Coordination) & Joe Toedtling (Stunt) für OHNE JEDE SPUR – DER FALL NATHALIE B.“
Erzählt wird – nach einer wahren Begebenheit – die Entführung einer jungen Mutter und Triathletin. Brutale Schläge, Misshandlungen, Zweikämpfe – der physische und psychische Kampf zwischen Täter und Opfer steht im Mittelpunkt dieses TV-Films. Stunt Coordinatorin Cornelia Dworak und Joe Toedtling nutzen virtuos alle gestalterischen Mittel, um die Gewalt unmittelbar erfahrbar zu machen. Die körperlichen Auseinandersetzungen, das Ringen um Macht und der Widerstand wirken nie gestellt, sondern organisch und authentisch. Es gelingt, die Stunts so zu gestalten, dass die Zuschauer die Perspektive des Opfers nachempfinden können.
Mit großem Fachwissen, Präzision und Einfühlungsvermögen erarbeiteten sie die Szenen gemeinsam mit den Hauptdarstellern – etwa beim Waterboarding, wo jede Bewegung, jeder Griff und jede Reaktion exakt abgestimmt sein müssen. Nur durch Vertrauen und Sicherheit konnte die Darstellerin in dieser real gefährlichen Situation so glaubwürdig spielen.
Für die Nominierungskommission ist Cornelia Dworaks und Joe Toedtlings Arbeit eine herausragende künstlerische Leistung von emotionaler Intensität.
Das ist eine DAfFNE wert.

 

Katja Jerabek & Raffael Armbruster für BEHRINGER UND DIE TOTEN. EIN BAMBERG KRIMI (Folgen: Romeo & Antoniusfeuer)
Ein Kaleidoskop aus präzise inszenierten Stunts durchzieht die Krimis um Kommissar Behringer – mitten im beschaulichen fränkischen Bamberg. Kleine Kämpfe, Stunts im Wasser, Klettern an einer Fassade. Der entscheidende Stunt für die Nominierung war in den Augen der Kommission der Car-Hit aus der Folge „Romeo“.
Sich gezielt von einem Auto anfahren zu lassen bzw. präzise einen Menschen anzufahren ist technisch extrem anspruchsvoll, selbst bei geringen Geschwindigkeiten. Er verlangt das notwendige absolute Vertrauen in Timing, Präzision und Professionalität der anderen. In Romeo hat alles gestimmt. Bei einer Frame-by-Frame-Analyse sieht man, wie Raffael Armbruster auf den Punkt springt, die Motorhaube trifft, über Frontscheibe und A-Säule dreht und gekonnt auf der Strasse abrollt. BÄÄM! wird der Zuschauer aus der Eliteschule ins Verbrechen katapultiert.
Herzlichen Glückwunsch an Katja Jerabek und Raffael Armbruster für die Leistung in diesen beiden Bamberg-Folgen! Für das Precision-Driving beim Car Hit soll außerdem Roland Leyer an dieser Stelle eine lobende Erwähnung finden.
Herzlichen Glüchwunsch zur Nominierung!

 

Katja Jerabek für DIE AUGENZEUGEN
Die Stunts in DIE AUGENZEUGEN sind von einer seltenen emotionalen Konsequenz. Sie wirken nicht wie kalkulierte Action, sondern wie Reaktionen auf reale Gefahr. Wenn Figuren stolpern, sich wehren, weglaufen oder stürzen, dann geschieht das mit der Unmittelbarkeit echter Panik. Jeder Schlag, jede Entwaffnung ist spürbar improvisiert, getrieben vom Überlebensinstinkt.
Es ist eine Kunst, etwas spontan und unkontrolliert aussehen zu lassen, was bis ins Detail geplant und koordiniert ausgeführt wurde. Katja Jerabek hat dem Genre gemäß auf realistische Action gesetzt. Der Zuschauer spürt: Das könnte wirklich passieren. Nichts ist überinszeniert, alles folgt der inneren Logik der Figuren.
Diese Authentizität zieht das Publikum hinein, lässt es jede Bewegung miterleben. Großartig, Liebe Katja Jerabek!
Herzlichen Glüchwunsch zur Nominierung!

Julian Augustin für ICH BIN DAGOBERT
Eine herausragende Arbeit, die an keiner Ecke der einzelnen Sets abflacht oder nicht zu Ende gestaltet wurde. ICH BIN DAGOBERT beschreibt eine Welt Anfang der 1990 Jahre, die mit einer wunderbaren Üppigkeit und Detailtreue dargestellt wird.
Die Räume sind dicht, farbintensiv und mit tollen Texturen! Man riecht förmlich, das Kaufhaus, die Werkstatt, die allgemeinen Räume. Viele Lichteffekte, Einsätze von Practicals und Reflexionen sind zu bestaunen. Set, Licht, Kamera scheinen unzertrennlich, verzahnen sich, unterstützen sich.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Knut Loewe & Cora Wimbauer für ROSENTHAL
Ein starker Film, der in den 1970er Jahren spielt und sich nicht an den gängigen Klischees diese Zeit bedient. Vielmehr zeigt die Ausstattung herausragend, wie sie der Geschichte eines Filmes dramaturgisch zuarbeiten kann. Hier wird gnadenlos an die spießige Bürgerlichkeit der 50er Jahre erinnert, in deren gestrigen Strukturen die westdeutsche Gesellschaft noch steckte. Vom „Dalli Dalli“-Studio über den Lerchenberg bis hin zum typischen BRD Bungalow wird alles detailreich dargestellt, in einer sehr eigenen, zurückhaltenden Farbwelt, die von Kamera und Licht noch unterstützt wird. Dem Szenenbild von Knut Löwe gelingt es, die Doppelmoral dieser Zeit mit darzustellen und einzufangen.
Das ist eine DAfFNE wert!

 

Theresa Bischof & Max-Josef Schönborn für MARZAHN MON AMOUR
Ein sehr spezieller Fußpflege Salon als Mittelpunkt der Marzahner Lebenswelten!
Uns hat der Mut, mit so vielen farbigen Pics, tollen Materialien und authentischen Möbeln die Welt dieses Salons perfekt wiederzugeben, wirklich begeistert! Auch die Wohnung der Protagonistin zeigt uns die schonungslose Schönheit prekärer Innenraumgestaltungen.
Licht und Kamera greifen hier so ganz unaufgeregt ineinander und halten sich zurück. Eine herausragende, sehr genaue Arbeit ist zu bestaunen, die an keiner Stelle ausgestellt wirkt. Alles scheint genau so sein zu müssen.
Sehr echt. Sehr filmisch.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

Kirsten Kuhnhard & Jürgen Schulz & Daniel Griese (Sounddesign) & Clemes Grulich (Mischung) für LOVE SUCKS
In LOVE SUCKS ist die Tongestaltung ein zentraler Bestandteil der düsteren, mystischen Atmosphäre dieser Vampir-Serie.
Die Audioästhetik balanciert geschickt und technisch makellos zwischen Romantik, Horror und Drama: Sanfte, fast schwebende Klänge spiegeln die Sehnsucht und Zuneigung zwischen Ben und Zelda wider, während dunklere, pulsierende Untertöne die Gefahr und das Geheimnisvolle ihres vampirischen Lebens betonen. Das Sounddesign unterstützt damit nicht nur die emotionale Dimension der Liebesgeschichte, sondern auch das genretypische Spannungsfeld von Licht und Schatten.
Darüber hinaus darf der Ton die Kontraste der verschiedenen Welten bewusst verstärken. Szenen auf dem Rummelplatz, ein Preisboxkampf, Großstadt-Nacht in Frankfurt oder ein illegaler Rave in einer geheimnisvollen Umgebung. Ein akustisches Wechselspiel aus pulsierenden Außenwelten und manchmal lauschigen, oft bedrohlichen Momenten.
Insgesamt schafft die Tongestaltung von LOVE SUCKS eine dichte, atmosphärische Klangwelt, die die romantische Tragödie zwischen Vampir und Sterblicher in all ihren Facetten hörbar macht.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Linus Nickl (Mischung) & Markus Glunz & Guy Henderson (Soeunddesign) & Till Röllinhoff (Mischtonmeister O-Ton) für ACHTSAM MORDEN
Die Tongestaltung von ACHTSAM MORDEN verbindet schwarzen Humor, Spannung und emotionale Intimität zu einem konsistenten akustischen Erlebnis.
Präzise gesetzte Geräusche und fein abgestimmte Atmosphären unterstützen die besondere Mischung aus Krimi, Drama und Komödie, ohne je aufdringlich zu werden.
Der Ton verstärkt die innere Zerrissenheit der Figuren, setzt subtil Pointen, schafft Spannung in stillen Momenten und Dynamik in eskalierenden Situationen.
Musikalische Akzente und rhythmische Klanggestaltung erzeugen einen unverwechselbaren Flow, der den Ton maßgeblich zum erzählerischen Motor macht.
Dadurch entsteht eine dichte, charakterstarke Klangwelt, die die Serie sowohl stilistisch als auch erzählerisch trägt.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Alain Goniva & Carlo Toss & Steffen Graubaum & Celine Bodson (Sound Recordist/Ton am Set) & Loic Collignon & Anthony Juret (Mix/Tonmischg (OV)) & Kai Hoffmann (Mix/Tonfassung dt. Originalversion) für DIE SPALTUNG DER WELT
Die Tongestaltung von DIE SPALTUNG DER WELT trägt entscheidend dazu bei, die komplexe Erzählung über Länder, Sprachen und Jahrzehnte hinweg zu verbinden.
Originalsprachige Dialoge, sorgfältig gestaltete Atmosphären und präzise gesetzte Geräusche verleihen den Spielszenen große Authentizität.
Besonders hervorzuheben ist die Vertonung der kolorierten Archivaufnahmen, die historisches Material lebendig, nahbar und emotional erfahrbar macht.
Klangliche Kontraste – zwischen Kriegsmaschinen und stillen Momenten, zwischen politischem Druck und persönlichen Entscheidungen – verstärken die dramatische Spannung.
Der Ton fungiert als dramaturgische Brücke zwischen Zeiten und Perspektiven und macht die Serie nicht nur verständlich, sondern spürbar.
Dadurch wird Geschichte zu einem immersiven Erlebnis, das nachhaltig wirkt.
Das ist eine DAfNE wert!

Frank Schlegel & Jonas Potthoff & Stephan Schäfholz & Bernd Nalbach & Rouven Dombrowski & Stefan Schorer für CASSANDRA
Die VFX-Arbeit bei CASSANDRA überzeugt besonders durch den präzisen Einsatz von In-Camera Visual Effects, bei denen eine Kombination aus Game Engine und Motion Capturing genutzt wurde. Dadurch entstand bereits am Set ein interaktiver, direkt reagierender digitaler Charakter, der das Schauspiel und die technische Ebene eng miteinander verzahnt.
Hinzu kommen noch weitere sorgfältig ausgeführte Visual Effects: der nahtlose Austausch von Gliedmaßen, sowie die Full-CG-Versionen von Cassandra, die stilistisch und technisch konsistent in die Bildwelt integriert wurden.
Begleitet wurde all dies von einem Produktionsansatz, der Echtzeitprozesse – wie Performance Capture, Facial Tracking und On-Set-Previs – schon früh im Entstehungsprozess verankert hat. Dadurch wurden die visuellen Effekte nicht als nachträglicher Zusatz, sondern als integraler Bestandteil der Erzählwelt behandelt.
Diese Leistung verdient besondere Anerkennung – für ihre technische Ausführung, ihre klare gestalterische Haltung und den respektvollen Umgang mit den erzählerischen Anforderungen der Serie CASSANDRA.
Das ist eine DAfFNE wert!

 

Tobias Kummer & André Christopher Gerhardt für DIE SPALTUNG DER WELT
Was bei den Visual Effects für DIE SPALTUNG DER WELT gefällt, ist die unaufgeregte und unsichtbare Integration von digitalen Elementen, um die erzählte Geschichte zu unterstützen.
Die Verrußungen von Büroräumen, Verschmutzungen von Fensterscheiben, Austausch von Dächern und Erweiterung des SFX-Schnees am Set integrieren sich ohne aufzufallen oder den Blick von der eigentlichen Handlung abzulenken.
Auch aufwändigere Visual Effects wie das Flugzeug über den Schützengräben oder die vielen Set Extensions um die Wüste zu veranschaulichen, sind handwerklich sauber umgesetzt.
Ein Paradebeispiel, wie VFX die Bildgestaltung einer Doku-Serie unterstützen kann.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

 

Johanna Bischopink & Mareike Keller & Rolf Mütze & Timo Stampa & Christian Laskawi & Matthias Backmann für ICH BIN DAGOBERT
Die visuellen Effekte der Serie ICH BIN DAGOBERT überzeugen durch eine gelungene Kombination aus technischer Präzision, atmosphärischer Dichte und erzählerischer Funktionalität.
Die Serie hat einen realhistorischen Hintergrund, bei dem Authentizität und Glaubwürdigkeit von zentraler Bedeutung sind. Die Effekte tragen maßgeblich dazu bei, diese historische Zeit detailgetreu abzubilden.
Dadurch entsteht ein stimmiges Gesamtbild, das dem Zuschauer das Gefühl gibt, direkt in die damalige Zeit einzutauchen.
Ebenso beachtlich ist die subtile und präzise Umsetzung kleinerer digitaler Effekte, etwa bei Übergängen, Retuschen oder atmosphärischen Ergänzungen wie Rauch, Lichtspiegelungen oder Wettereffekten. Diese tragen erheblich zur Stimmung der Serie bei, fallen aber gleichzeitig kaum bewusst auf – ein Zeichen dafür, dass die VFX-Abteilung sehr professionell im Detail gearbeitet hat.
Die VFX von ICH BIN DAGOBERT sind deshalb so gelungen, weil sie technisch hochwertig, ästhetisch stimmig und vor allem erzählerisch sinnvoll eingesetzt wurden.
Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!

Danke an: